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Montag, 21. Mai 2018, 23:19

Medion e6214 schaltet sich nicht mehr ein.

Hi,
seit geraumer Zeit besitze ich ein defektes Notebook von Medion welches einfach nicht mehr hochfahren will. Es stellt sich regelrecht Tot.
Bei der Recherche bin ich über dieses Forum bzw. den Beitrag zu den Stromversorgungsproblemen hier gestolpert, was schon mal etwas Licht ins dunkel gebracht hat.
Allerdings sind noch ein paar Fragen offen. Ich hoffe es findet sich hier jemand der mir Helfen kann.
Anbei findet Ihr ein Foto von dem betroffenen Mainboard. Habe die wichtigsten Stellen markiert damit die Erklärung leichter ausfällt.


Studio_20180521_231634.jpg


Nun zum Problem:
Wie die meisten nun wahrscheinlich wissen, lässt sich der Rechner nicht mehr dazu zu bewegen sich einzuschalten bzw. überhaupt irgendetwas zu tuhn.
Das betätigen des Power knopfs zeigt keinerlei Reaktion und auch der Akku wird nicht geladen.
Also alles auseinandergenommen und nach der Anleitung hier im Forum vorgegangen.
Die erste Ernüchterung war die Erkenntnis dass die beiden Eingangsmosfets (blau) einwandfrei funktionieren und die 19V über den Widerstand zum System gelangen.
Daher habe ich mich nun auf die, vermutlichen, 3.3V und 5V Rails konzentriert und siehe da beide führen keine Spannung (grün). Weder bei eingestecktem Netzteil noch nach Betätigung des Power Knopfs.
Der Grund dafür ist wohl der Controller IC (TPS51123A). Dieser hat zwei Enable Signale. Einmal den Master Enable und einmal den für die einzelnen Kanäle.
Der erste ist vorhanden und führt 5V. Der zweite fehlt jedoch gänzlich und auch mein "Oskar" zeigt keinerlei versuche diesen auf 5V zu ziehen.
Die Frage ist denke ich nun Warum.
Desweiteren Besitz der IC noch eine 3.3V und eine 5V Reference Spannung die auch vorhanden ist. Ich denke mal daher kommen die 3.3V die ich am Power knopf Messe.
Der EC ist ein nuvoTon NPCE781.

Die Kreise in rot und in Pink markieren zwei Flash Chips, wovon der in blau denke ich das Bios ist (MX25L3205). Den pinken kann ich jedoch nicht zuordnen (MX25L1005).
Was mich noch etwas wundert ist dass nur am pinken 3.3V anliegen. Der vermeintliche Bios Chip ist Tot.
Was im Grunde auch nicht verwundert da dieser zusammen mit einigen anderen am 3.3V Rail angeschlossen ist, welches ja nun mal nicht Funktioniert (grauer Pfeil).
Wie Ihr seht drehe ich mich im Kreis ROTFL


Hat einer ne Idee wie man das "Henne Ei Problem" lösen kann?
Ich denke mal einen Schaltplan des Boards hat hier keiner rum fliegen :-D

EDV-Dompteur

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2

Dienstag, 22. Mai 2018, 13:32

Hallo Idefix,

ein wundervoll kompetentes Posting, dickes Lob! :190:

OK, also der Schaltregler-IC erzeugt die beiden LDO-Spannungen 3,3V (Pin 8) und 5V (Pin 17).
Es fehlt aber das Enable-Signal EN0 (Pin 13).
Dieses wird sicherlich vom Embedded Controller kommen. Der tut aber den Job nicht, trotzdem er seine 3,3V aus dem LDO erhält.

Überprüfe noch mal per Durchgangsprüfer, ob das Signal vom Einschalttaster wirklich am EC ankommt.
Bei gedrücktem Taster muss der entsprechende Pin des ECs nach Masse gezogen werden.

Wenn das der Fall ist, dann müsste der EC seinen Job tun und nach Betätigung des Tasters die beiden Schaltregler für 3,3V und 5V aktivieren, durch High-Schaltung von EN0.
Überprüfe doch mal per Oszi, ob EN0 wenigstens kanz kurz kommt.
Wenn ja, dann ist wohl entweder eine der beiden Schaltstufen für 3,3V/5V defekt, oder auf deren Rails liegt ein Kurzschluss vor.
Denn beides würde den EC sicherlich dazu veranlassen, EN0 sofort wieder weg zu nehmen.

Wenn EN0 aber wirklich gar nicht kommt, auch nicht kurz, dann tut wirklich der EC seinen Job nicht.
Und da gibt es wiederum zwei mögliche Ursachen:
a) EC im Dutt (bzw. eventuell darin gespeicherte Daten).
b) Daten im BIOS-EEPROM zerditscht.

Von den beiden EEPROMs wird eines direkt am EC hängen und das andere am Chipsatz.
Jenes, an dem derzeit 3,3V anliegen, wird sicherlich am EC hängen.
Überprüfe das sicherheitshalber per Durchgangsprüfer.

Wenn dem so ist: Schaue mal per Oszi, ob dieses EEPROM ausgelesen wird, wenn dem Mainboard Spannung zugeführt wird. Da muss dann "Leben" auf dem SPI-Bus sein. Dieses "Leben" wäre ein gutes Zeichen dafür, dass der EC an sich gerne möchte.
Wenn nicht, dann Einschalttaster betätigen. Wenn selbst dann das EEPROM nicht ausgelesen wird, dann kannst Du davon ausgehen, dass der EC 'ne Macke hat.

Beim NPCE781 weiß ich derzeit leider nicht, ob der selbst noch Daten beinhaltet, oder ob der einfach ausgetauscht werden kann.
Das könntest Du mal recherchieren und mir melden, so dass ich den Eintrag in meiner Tabelle aktualisieren kann.


Das arbeite doch mal alles ab, dann sehen wir weiter.
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3

Donnerstag, 24. Mai 2018, 12:54

Der lange Atem des Bastlers

Hallo Idefix,

leider habe ich selbst keine/nur sehr wenig Elektronik-Know-how, ich repariere aber seit einiger Zeit hobbymäßig einfache Fehler bei Notebooks. In diesem Zusammenhang bin ich beim Stöbern nach Hinweisen auf typische Mainboardfehler bei Notebooks vor einiger Zeit auf dieses Forum aufmerksam geworden und habe nun diesen Thread gelesen.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Tipp: Das Mainboard des E6214 scheint sehr ähnlich dem der P6622/P6624 zu sein. Nach deiner Beschreibung ähneln auch die Symptome denen, die in diesem Blog: https://enflame.wordpress.com/2015/01/30…m-des-bastlers/ beschrieben werden (PIN 8 am EC Chip (pink) auf 3,3V bei angelegter Stromversorgung) --> Flash-Chip korrupt --> Flash-Chip auslöten oder neuen Flash-Chip verwenden, mit korrektem Inhalt neu programmieren, einlöten --> geht wieder! Hat bei mir bei mindestens 10 Medion P6622/P6624 schon funktioniert... Vielleicht kann dir dieser Tipp ja ein wenig weiterhelfen.

Gruß
1022090

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4

Donnerstag, 24. Mai 2018, 13:56

Danke für Deinen hilfsbereiten Beitrag, 1022090!

Allerdings verstehe ich nicht, wieso es auf ein Problem mit dem BIOS-Chip hindeuten soll, wenn man an dessen Spannungsversorgungs-Pin (Pin 8) 3,3V misst???
- Die muss er dort doch haben, um überhaupt etwas tun zu können.

Dass der Chip-Austausch das gewünschte Resultat brachte, ist ja schön und war zu erwarten, wenn das BIOS zerschossen war. Aber ich zweifle doch sehr daran, dass nach dem Austausch des Chips nun irgendwas anderes an Pin 8 zu messen ist, als wiederum 3,3V ... :193:
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EDV-Dompteur

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5

Donnerstag, 24. Mai 2018, 14:49

Ich beantworte meinen Einwand mal selbst:
So wie ich mir das zusammenreime, ist der tunesische Händler etwas pragmatisch drauf. Die Erfahrung lehrt ja, dass wenn die Spannungsversorgung OK ist, ein Rechner aber dennoch nicht startet, die Ursache statistisch gesehen häufig im BIOS zu finden ist.

Mit dem Vorhandensein der 3,3V am Spannungsversorgungs-Pin des EEPROMs ist bereits folgendes geklärt:
- Das Netzteil arbeitet.
- Die Stromeingangsbuchse ist OK.
- Die beiden Eingangs-MOSFETs schalten durch.
- Es liegt kein Kurzschluss auf der 19V-Rail vor.
- Der 3,3V-Regler tut seinen Job.

Somit denkt sich der tunesische Händler: "Na, dann liegt es mit guter Wahrscheinlichkeit wohl am BIOS!"

Oft wird er damit auch Recht haben.
Aber eben nicht immer.


Beispiel:
Ich habe hier gerade ein Asus-Mainboard auf dem Tisch, das nicht startet.
Der duale Schaltwandler-IC für die 3,3V und 5V hat noch einen 3,3V LDO (Linearregler) integriert, zur Standby-Versorgung des Embedded Controllers.
Per Multimeter messe ich am LDO-Ausgang fast 3,3V. Um ganz genau zu sein: 3,18V. Eigentlich noch im grünen Bereich, könnte man denken.

Mit dem Oszi geschaut, pendelt diese Spannung aber alle 0,27ms zwischen 2V und 3,3V hin und her. Der Pegel liegt zumeist auf 3,3V, hat aber kleine Einbrüche, die bis auf 2V herunter gehen. Anschließend springt der Pegel wieder auf 3,3V hoch.
Mein Multimeter integriert dieses "Gepumpe" fröhlich zu den damit angezeigten, vermeintlich stabilen 3,18V.

Die Ursache habe ich bereits gefunden: Der Embedded Controller hat einen Kurzschluss, der sich immer erst nach Spannungszufuhr bemerkbar macht (also per Durchgangsprüfer nicht aufspürbar).
Sobald also die 3,3V am EC anliegen, wird dieser aktiv; ein interner Schaltungsteil verursacht dann den Kurzschluss; die Spannung des Linearreglers bricht wieder zusammen ... Kurzschluss somit weg, da EC nicht mehr versorgt wird; Vorgang wiederholt sich.

Will sagen: Spannungsmessungen mit dem Multimeter sind stets mit Vorsicht zu genießen!
Ein Austausch des BIOS-Chips hätte auf diesem Asus-Mainboard genau gar nichts bewirkt. Defekt ist der Embedded Controller. Und zwar wirklich hardwaremäßig defekt.

Ich wüsste auf Anhieb drei grundverschiedene Methoden, wie man solche Macken aufspüren kann. Ein Multimeter ist dazu jedenfalls nicht in der Lage (außer man rechnet mit solchen Fällen, kennt sein Multimeter exakt und vermag die Anzeige korrekt zu interpretieren).
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6

Samstag, 26. Mai 2018, 14:56

Ja, natürlich...! Die 3,3 an Vss zu messen, dient ausschließlich dazu, andere gravierende Fehler (Kurzschluss etc.) durch den Kunden von vornherein auszuschließen und die Chance, dass eine Reparatur durch einen Tausch des BIOS-Bausteins erfolgreich sein könnte, abzuchecken! - Wieder was gelernt, vielen Dank :-)!

BTW: Trotzdem denke ich, dass ein Tausch des EC BIOS ein Versuch wert ist (kostet ja nicht die Welt und ist fix gemacht). Idefix scheint ja auch entsprechende Vorkenntnisse und Equipment zu haben, um andere Ursachen vorher ausschließen zu können (inkl. deines doch exotischen Kurzschlusses im EC und 3,18 V am Multimeter 8-) ).


Gruß
1022090


PS:
Vielleicht liefert Idefix ja demnächst noch die Auflösung des Rätzels...

EDV-Dompteur

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7

Samstag, 26. Mai 2018, 18:41

BTW: Trotzdem denke ich, dass ein Tausch des EC BIOS ein Versuch wert ist (kostet ja nicht die Welt und ist fix gemacht).
Das sehe ich anders.
  • Erstens lötet man nicht aus Jux unnötig am Mainboard herum.
  • Zweitens hat man eine neues, fertig geflashtes EEPROM ja nicht einfach so da, sondern muss es erst besorgen, was neben Kosten insbesondere mit Lieferzeit verbunden ist.

Mit den Messungen, die ich Idefix vorgeschlagen hatte, ist es binnen zwei Minuten gekklärt, ob das BIOS-EEPROM überhaupt in Betracht kommt.

Bei Idefix ist ja bereits bekannt, dass die 3,3V sowohl am Embedded Controller, als auch am EERPOM anliegen.
Es genügen daher schon zwei schnelle Messungen (im Grunde reicht sogar schon eine, nämlich Nr. 2):
  1. Kommt das Signal vom Einschalttaster überhaupt am Embedded Controller an?
  2. Versucht der EC es überhaupt, das EEPROM auszulesen?
    (Messung per Oszi am SPI-Bus; Signale "MOSI" und "SCK" am EEPROM, also an den Pins 5 und 6)

Wenn der EC gar keine Anstalten macht, dass EEPROM auszulesen (weder unmittelbar nach Zufuhr der 19V, noch beim Betätigen des Einschalttasters), dann liegt der Fehler nicht am EERPOM. Weder an dessen Hardware, noch an dessen Software.


Die SPI-Signalnamen mal kurz erklärt:
MOSI steht für Master Out Slave In
MISO steht für Master In Slave Out
SCK seht für Serial Clock
CE steht für Chip Enable

Um das EERPM auszulesen, muss der "Master", der die Sache initiiert (also der Embedded Controller), zunächst das Signal "Chip Enable" auf Low ziehen, um dem EERPOM damit zu signalisieren, dass es sich bereit machen soll.
Anschließend wird der Master seriell den Lesebefehl senden.
Aus Sicht des EEPROMs sieht das so aus, dass nun einige Bits am MOSI ankommen, einzeln gefolgt von je einem Puls pro Bit am CLK-Pin.

An Pin 5 (MOSI) wird also kurz ein unregelmäßiges Signal erscheinen, an Pin 6 (SCK) hingegen ein eher regelmäßiges.
SCK "tackert" weiter, auch wenn der Master (also der EC) seinen Befahl fertig erteilt hat. Dafür antwortet nun das EEPROM, in Form eines Datenstroms am Pin MISO. Pro Clock-Puls an SCK purzelt ein Bit aus dem MISO heraus.

Wenn also SCK munter pulst und an MOSI sich "was tut", dann versucht der EC offensichtlich redlich, das EERPOM auszulesen.
Wenn das aber erst gar nicht gegeben ist, dann muss man sich um das EEPROM gar keinen Kopf machen.

Das EERPOM kommt erst dann in Betracht wenn alle drei folgenden Punkte zutreffen:
An Pin 1 (CE) liegt beim Zugriff Low-Pegel.
An Pin 5 (MOSI) erscheint ein unreglmäßiges Datenmuster (der eingehende Datenstrom).
An Pin 6 (SCK) liegt ein weitgehend regelmäßiges Rechtecksignal (Clock-Pulse).


Für einen ultimativen Schnelltest reicht schon die simple Messung an Pin 6 (SCK).
Wenn da nix tackert, kann man sich den Rest schon schenken, da klar ist: Der EC tut seinen Job nicht.

Wenn es dort aber tackert, dann muss noch an Pin 5 (MOSI) gemessen werden, wo man es mit unregelmäßigen, seriellen Bitmustern zu tun hat.
Naja, und CE muss halt auf Low liegen.

Nur wenn all das gegeben ist, dann kommt das EEPROM als Fehlerquelle in Betracht.
Entweder ist es ganz im Eimer und antwortet nicht am MISO. Das wäre natürlich herrlich leicht zu detektieren.
Oder es enthält geschrottete Daten und antwortet zwar, nur können wir leider nicht wissen, ob die Daten brauchbar sind.


Mit der neulich im Video kurz gezeigten, kapazitiven Sonde (Tapir), muss für all das nichtmal eine Messspitze angesetzt werden. Man kann es schlicht hören, ob dort auf dem SPI-Bus Leben tobt. Test binnen 10 Sekunden erschlagen!
https://www.youtube.com/watch?v=g8t8_WtXOeo

Leider bin ich noch nicht dazu gekommen, mal die Fortsetzung zu veröffentlichen, wo die genaue Anwendung und die erweiterten Einsatzmöglichkeiten noch vertieft werden, aber immerhin ist der grobe Schnelltest am Beispiel eines BIOS-EEPROMs ja bereits kurz demonstriert.
Im (hoffentlich bald kommenden) nächsten Video zeige ich dann eine "advanced" Diagnose mit dem Teil, die präzisere Rückschlüsse erlaubt.
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8

Dienstag, 12. Juni 2018, 16:19

Also erstmal vielen Dank für die Zahlreichen Antworten. Sorry dass ich nicht eher geschrieben habe, jedoch hat es diverse Verzögerungen gegeben. Eine schnelle Antwort Dahinklatschen wollt ich jetzt auch nicht.
Das wichtigste vorweg: Der Rechner schnurrt wieder wie ein Kätzchen.

Das erste was ich nach den anfangs Posts gemacht hatte war das mitsniffen der SPI Leitungen des EEPROMS für den EC. Was auffällig war, war die Tatsache das die 3.3V bzw. 5V Spannungen (nachdem ich einen Kupferdraht an den SCLK Pin gelötet hatte) plötzlich beide vorhanden waren und die Power-LED nun durchweg blau leuchtete. Dies war auch noch der Fall als ich den Kupferdraht oder sogar das ganze EEPROM vom Mainboard entfernt hatte 8-|. Einschalten ließ er sich jedoch immer noch nicht.
Na egal. Habe dan noch die MOSI und MISO leitungen angelötet und alles ans Oskar angeschlossen. Das Resultat seht Ihr hier:





Das ganz unten in Grün ist das Decodierte Protokoll in Hexadezimal Darstellung.
Wie man sieht funktioniert der EC einwandfrei und versucht das EEPROM auszulesen.
Das erste Byte (0x03) ist der Befehl den das EEPROM Ausführen soll, welches in dem Fall dem READ befehl entspricht.
Die nächsten 3 Byte bestimmen die Adresse innerhalb des Chips aus dem gelesen werden soll. Hier einmal aus Adresse 0x000 und 0x001.
Das letzte Byte hat hier anscheinend keine Bedeutung wird jedoch mitübertragen.
Der EC liest also an der Adresse 0 und an der Adresse 1, hört danach auf und liest nocheinmal dieselben Register um danach komplett aufzugeben.
Ich denke hier wird irgendeine Art Signatur stehen die der EC intern vergleicht. Wenn diese nicht übereinstimmen weiß der EC das nachfolgend
höchstwahrscheinlich auch nur irgendein Klumpatsch steht und gibt auf.

Mit anderen Worten ist also der Inhalt des EEPROMs inkonstistent bzw. gar nicht vorhanden.
Die nächsten Stunden habe ich dann damit verbracht 8 dünne Leitungen an den Chip zu Löten um Ihn neu zu beschreiben.
Blöd nur dass ich dabei die CS Leitung mit der Versorgungspannung verbunden habe.
Naja zumindest das ablöten der Kabel konnte ich mir nun Sparen :193:
Also bliebt mir nichts anderes übrig als mir einen neuen Chip sowie einen SOT-8 zu DIP-8 adapter zu besorgen, was ich nun jedem raten würde, anstatt zu versuchen 8 dünne Leitungen am Chip anzubringen.

Als die Sachen dann alle da waren ging alles ziemlich Flott. Die passende .bin Datei Rausgesucht und in den Chip geschrieben.
Das beschreiben dauert so um die 5-10sec. Danach den Chip einfach wieder eingelötet und Voilla:
It's Alive.... Power-LED geht an, Lüfter fängt an zu drehen. Problem gelöst.
Die Daten sehen nun ebenfalls ganz anders aus und der EC list nun das ganze EEPROM aus (hier nur ein Ausschnitt vom Anfang):





Das ganze hat bis jetzt bei zwei Rechnern Problemlos funktioniert.
Ich habe allerdings hier noch einen anderen Rumfliegen nur scheint dieser kein externes EEPROM für den EC zu haben 8-|
Doch das ist denke ich Stoff für einen, in kürze erscheinenden, nachfolge Thread :031:

EDV-Dompteur

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9

Dienstag, 12. Juni 2018, 19:18

Großartig, Idefix!

Wieder ein wundervoll kompetentes Posting von Dir!
Und gut ausgestattet bist Du auch. Bei dem Rigol werde ich feucht!

Neben Oszis habe ich zwar einen ziemlich anständigen Logic-Analyzer (Intronix LogicPort ), aber um ehrlich zu sein, drücke ich mich wann immer möglich vor dessen Einsatz, weil die ganze Handhabung einfach gruselig unpraktisch ist.
Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass solche Busanalysen mit dem Rigol sehr viel schneller und flüssiger vonstatten gehen.


Was auffällig war, war die Tatsache das die 3.3V bzw. 5V Spannungen (nachdem ich einen Kupferdraht an den SCLK Pin gelötet hatte) plötzlich beide vorhanden waren und die Power-LED nun durchweg blau leuchtete. Dies war auch noch der Fall als ich den Kupferdraht oder sogar das ganze EEPROM vom Mainboard entfernt hatte 8-|.
Sowas ist mir auch schon aufgefallen.
Anscheinend tut der EC richtigen Stuss, wenn er Müll ausliest, bzw. glaubt ausgelesen zu haben (obwohl gar kein EEPROM vorhanden ist).
Eigentlich fatal, dass er dann die Schaltwandler aktiviert.
Aus Gründen der Eigensicherheit sollte ein Schaltungsdesign eigentlich so ausgelegt sein, dass Enable-Signale wirklich ganz explizit aktiv gesetzt werden müssen; der Aktivierungszustand darf also nicht irgendwie "versehentlich" eintreten.
Hoffen wir mal, dass Kernkraftwerke und Atomraketen anders designt sind, als Dein Medion ... :-/

Komisch ist in Deinem Fall, dass die Schaltregler auch dann kamen, als Du das EEPROM noch in der Schaltung, den Draht am SCLK aber schon wieder abgelötet hattest.
Vielleicht hat die vorherige Erwärmung das schwächelnde EERPOM noch einmal veranlasst, ein korrektes Bit auszuspucken, welches im Kaltzustand nicht mehr gekommen wäre.


Also bliebt mir nichts anderes übrig als mir einen neuen Chip sowie einen SOT-8 zu DIP-8 adapter zu besorgen, was ich nun jedem raten würde, anstatt zu versuchen 8 dünne Leitungen am Chip anzubringen.
Ich schmeiße mal diese beiden Artikel ins Gefecht:
https://www.ebay.de/itm/182798286485
https://www.ebay.de/itm/201586308060

Die achtpolige Greiferklemme aus dem ersten Link muss eventuell mechanisch bearbeitet werden, bevor sie praxistauglich wird. War bei meiner jedenfalls so.
Trotzdem gibt sie nicht immer guten Kontakt und fällt auch gerne mal ab, wenn man nicht sehr sehr wachsam ist. Und bei meiner war zudem das Flachbandkabel viel zu lang und bildete dadurch eine reichlich hohe kapazitive Last. Das habe ich dann gekürzt.
Trotz ihrer Macken bin ich froh, so eine Klemme zu haben. Man kann halt nichts falsch anschließen (von genereller Verpolung mal abgesehen).

Universeller sind die kleinen Greiferclips aus dem zweiten Link.
Die habe ich persönlich zwar noch nicht ausprobiert, aber sie scheinen sehr gut zu sein. Anders als die Bilder vermuten lassen, sind die Spitzen bis zum Ende isoliert, es gibt also keine Kurzschlussgefahr beim engen Einsatz mehrerer Clips.

Besonders vorteilhaft bei denen erscheint mir, dass sie rund und schlank sind.
Die Clips die ich für meinen Analyzer besorgt hatte, haben ein flaches, breites Profil. Und das legt sich in der Praxis immer so hin, wie es garantiert maximal ungut ist. :-(
Sobald ich den ersten Clip an einem IC-Beinchen habe, legt der sich blöd schräg, oder gar ganz flach. Damit verdeckt er dann alle benachbarten Pins. Beim Versuch mehrere Clips anzusetzen, lösen sich durch das Gefummel immer wieder welche, die man schon längst kontaktiert hatte.
Meine geben auch keinen guten Kontakt zu den kleinen Buchsen der daran angesteckten Kabel; diese fallen dort dauernd fast von allein wieder ab. Und das Material meiner Clips ist auch nicht anständig lötbar, nichtmal unter Einsatz von Säure.
Somit hat man zwei unsichere Kontaktstellen pro Greiferclip, die sich selbst bei leiser Berührung gerne lösen.

All das scheint bei den hier verlinkten Clips besser gelöst zu sein.
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