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26

Donnerstag, 4. Oktober 2018, 11:24

So also:

An beiden MOSFETs habe ich am Pin G oder S (ich weis nicht wie ich das rausfinden kann) und am genüberliegenden D keine Verbindung zur Masse. Bei allen anderen sechs Füßen pipst es, (bei PQ302 und PQ3 01)ist das jetzt normal? Wenn ich es richtig verstanden habe gibt es ja nur drei Anschlüsse bei diesem Bauteil.

(Habe inzwischen alles abgesteckt)

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27

Donnerstag, 4. Oktober 2018, 13:15

Gehe doch bitte noch einmal den Schnellkurs aufmerksam durch!
Deine Frage ist mit dem dortigen Posting Nr. 9 doch hinreichend erschlagen:
https://www.edv-dompteur.de/forum/index.…D=1451#post1451

Und nach Masse darf an diesen beiden MOSFETs im Normalfall kein einziger Anschluss Durchgang haben.

Davon abgesehen kriege ich Dein aktuelles Messergebnis nicht unter einen Hut mit dem, was Du in Posting Nr. 18 schriebst:
"Zwischen den roten und den schwarzen Adern ist kein Durchgang."

Nach meiner Auffassung läuft der Strom von den roten Litzen an dem weißen, zehnpoligen Steckverbinder über die Drossel PL301 zum MOSFET PQ302.
Und die schwarzen Litzen sind Masse.
Folglich dürfte es nicht sein, dass Du an diesem MOSFET an sechs Pins Durchgang nach Masse hast, wenn zwischen den roten und schwarzen Litzen am Steckverbinder kein Durchgang besteht.

Wiederum davon abgesehen, MUSS es ein Messfehler Deinerseits sein, wenn Du an sechs Pins Durchgang nach Masse feststellst!
Galubwürdig wäre nur eines der folgenden Ergebnisse (abhängig vom MOSFET und der Gesamtschaltung):
  • Durchgang an den drei Source-Pins nach Masse.
  • Durchgang an den vier Drain-Pins nach Masse
  • Durchgang am Gate-Pin nach Masse.
  • Durchgang an den sieben Pins von Drain + Source nach Masse
  • Durchgang an allen acht Pins nach Masse.
  • Gar kein Durchgang (so sollte es sein, wenn alles in Ordnung wäre)
Aber unter keinen Umständen kann irgendein noch so exotischer Fehler so gestrickt sein, dass Du an sechs Pins Durchgang nach Masse hast!
Entweder an nur einem Pin, oder an dreien, oder an vieren, oder an sieben, oder an acht Pins. Aber definitiv nicht an sechs!
Auch nicht an zweien oder fünfen.

Für sehr wahrscheinlich halte ich den Fall, dass die insgesamt sieben Pins von Drain + Source Durchgang haben und dass Du an einem dieser Pins einfach nur schlechten Kontakt hattest.
Aber dann stellt sich noch immer die Frage, wieso Du zwischen den roten und schwarzen Litzen angeblich keinen Durchgang hattest.
Oder hattest Du den zehnpoligen Verbinder etwa abgezogen, als Du an den Litzen gemessen hast?
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28

Freitag, 5. Oktober 2018, 11:13

Zitat

Wiederum davon abgesehen, MUSS es ein Messfehler Deinerseits sein, wenn Du an sechsPins Durchgang nach Masse feststellst!
Aber genau so ist es deswegen bin ich ja am verzweifeln, die Steckverbindung auf der anderen Seite der Platine ist noch in Ordnung. Habe nochmal alles sorgfältig überprüft.
Am Pin 4 und 5 (oder 1und 8, ich kann das nicht zu 100% rausfinden) pipst es nicht bei den anderen sechs Pins schon.

Und den 9 poligen Stecker habe ich aus und eingesteckt überprüft, also auch direkt an der Platine auf der Rückseite.

Kann es sein das die Platine einen "inneren" Schaden hat?

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29

Freitag, 5. Oktober 2018, 12:03

Am Pin 4 und 5 pipst es nicht bei den anderen sechs Pins schon.
Bezüglich Pin 5 kann ich es einfach nicht glauben. Der ist bei MOSFETs dieser Bauform intern stets mit den Pins 6 und 7 und 8 verbunden.
Entweder Du hast da nach wie vor schlechten Kontakt, weil dort hartnäckige Flussmittelreste verblieben sind, oder hier ist mächtig was im Busch und Du misst an dem falschen Bauteil. Nämlich an einem, das keiner der beiden Eingangs-MOSFETs ist.

Auf Deinem letzten Foto erkenne ich an PQ302 eine Leiterbahnführung, die mich tatsächlich irritiert.
Dort sieht es so aus, als wären dort vier Leiterbahnen angeschlossen, was aber nicht sein kann. Sehr genau kann man es auf dem Bild leider nicht erkennen.
Auch kann ich den Aufdruck auf dem Bauteil nicht erkennen. Wäre der Aufdruck erkennbar, dann könnte man das Datenblatt herunter laden, um zu schauen, ob dort irgendein Exot bestückt ist.

Mache doch mal bitte neue Fotos von dem Bauteil um das es geht. Ich möchte erstens den Aufdruck ablesen können und zweitens auf beiden Seiten des Bauteils zweifelsfrei klar erkennen können, wie die Leiterbahnen an die jeweils vier Anschlusspins pro Seite angeschlossen sind


Kann es sein das die Platine einen "inneren" Schaden hat?
Das gibt es, aber davon ist hier nicht auszugehen.
Außerdem würde das nicht erklären, warum Du an Pin 5 keinen Durchgang hast, denn Pin 5 ist ja wie erwähnt intern, direkt im Bauteil-Inneren, mit Pin 6, 7 und 8 verbunden, also völlig unabhängig von der Platine und deren Layout.

Mache bitte die Fotos und vergewissere Dich noch einmal, ob es wirklich zutrifft wovon ich die ganze Zeit ausgegangen bin, nämlich dass auf der Platine eine Verbindung von den drei Pins des zehnpoligen Verbinders (rote Litzen) zur Spule PL301 besteht.
- Denn vielleicht irre ich mich ja und wir beschäftigen uns die ganze Zeit mit den falschen Bauteilen ...
Würde mich zwar wundern, aber es muss ja eine Erklärung geben, für Dein völlig sonderbares Messergebnis. Und die scheinbar vier Leiterbahnen an PQ302 schreien ebenfalls nach einer Erklärung.

All das wollen wir jetzt mal ganz genau wissen!
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30

Freitag, 5. Oktober 2018, 12:10

Nachtrag

Am Pin 4 und 5 (oder 1und 8, ich kann das nicht zu 100% rausfinden)
Bezüglich dessen dürfte es aber keine Unklarheit mehr geben, wenn Du Dir den Schnellkurs noch einmal aufmerksam vorgeknöpft hättest.
Das Bild dort im neunten Posting ist doch eindeutig:



Die Zählung läuft gegen den Uhrzeigersin um das Bauteil herum.
Pin 1 ist auf dem Bauteil mit einem Punkt gekennzeichnet.
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Freitag, 5. Oktober 2018, 14:33

Okay also die Info mit dem Punkt auf dem MOSFET hat mir gefehlt, dachte das wäre das Gate. Also dann wären das Pin 1 und 8 die kein Durchgang zur Masse haben.

Das mit der Spule PL301 muss ich dann morgen noch einmal messen.

IMG_20181005_125659_274.jpg. IMG_20181005_125458_161.jpg

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Freitag, 5. Oktober 2018, 19:45

Nicht zu fassen, da sind tatsächlich Exoten bestückt - duale MOSFETs, also jeweils zwei MOSFETs in einem Gehäuse.
Datenblatt hier:
http://www.aosmd.com/pdfs/datasheet/AON7934.pdf

Die Pins 1 und 8 sind demnach die beiden Gates (sieht man auch schon am Layout).
Die Eingangsbeschaltung ist auf jeden Fall exotisch, keine Frage!

Man könnte auf die Idee kommen, dass hier PQ302, mit seinen intern zwei MOSFETs, die übliche Eingangsschaltung abbildet (PQ301 wäre dann außen vor). Aber das kann nicht sein, denn die beiden Eingangs-MOSFETs sind immer so beschaltet, dass von den beiden internen Bulk-Dioden eine in Flussrichtung und die andere in Sperrrichtung geschaltet ist. Andernfalls wäre kein Verpolschutz gegeben.

Also ohne Schaltplan ist mir ziemlich schleierhaft, was sich der Hersteller hier gedacht hat.
Trotzdem: Laut Deiner Aussage hast Du an den übrigen Pins von PQ302 Durchgang nach Masse und das darf nicht sein.
Insbesondere ist es sonderbar, dass Du Durchgang an den Pins 1 bis 3 nach Masse hast, jedoch nicht an dem zehnpoligen, weißen Steckverbinder, an den roten Litzen.

Überprüfe doch bitte per Durchgangsprüfer, wohin die Anschlüsse der roten Litzen führen.
Ich gehe ja schon die ganze Zeit davon aus, dass sie zur Drossel PL301 führen. Und die Drossel wird ja wohl Durchgang zwischen ihren beiden Anschlüssen haben - es sei denn, die wäre bereits durchgekokelt.
Überprüfe also bitte, ob PL301 noch intakt ist und Durchgang hat, zwischen ihren beiden Anschlusspins.

Wenn die drei roten Litzen (wie von mir erwartet) Verbindung zur Drossel haben und wenn weiterhin die Drossel intakt ist, dann musst Du, aufgrund des vorhandenen Kurzschlusses, überall hier Durchgang zu Masse haben:
  1. An den Pins 1 bis 3 von PQ302
  2. An beiden Anschlüssen der Drossel
  3. An den drei roten Litzen.


Aber vielleichtist die Schaltung ja sogar noch sonderbarer und die drei roten Litzen führen in Wahrheit woanders hin - eventuell zu PQ301?
Das wäre jedoch seeehr sonderbar, denn die Drossel gehört aus technischen Gründen auf kürzestem Weg an den Punkt der Stromeinspeisung. Darum gehe ich die ganze Zeit davon aus (und die Bilder scheinen das zu bestätigen), dass die roten Litzen zur Drossel führen.
Du wirst das aber besser beurteilen können, denn Du hast das reale Mainboard vorliegen, nicht nur Bilder.

Die Drossel hat übrigens die Aufgabe, einerseits vom Netzteil stammende, hochfrequente Störungen von der Schaltung auf dem Mainboard fern zu halten.
Weiterhin soll sie hochfrequente Störungen, die das Mainboard produziert, von der Zuleitung des Netzteils abkoppeln, denn die Leitung vom Netzteil wäre eine gute Antenne, die den Stördreck sonst fröhlich in den Äther pusten würde.
Damit die Drossel diese Doppelaufgabe erfüllen kann, muss sie auf kürzestem Weg am Punkt der Stromeinspeisung sitzen.

Es wäre regelrecht idiotisch, die Drossel hinter den Eingangs-MOSFETs zu platzieren, darum kann ich mir nicht vorstellen, dass das Layout so krude ist, dass die roten Litzen von der Einspeisung woanders hinführen, als direkt zur Drossel. Und nach der Drossel kommt gut sichtbar PQ302. Insofern logisch.
Trotzdem widersprechen Deine bisherigen Messergebnisse dieser Logik und nach wie vor passt es mir auch nicht, dass der scheinbar erste MOSFET die Bezeichnung 302 bekommen hat, der scheinbar zweite MOSFET aber 301.
Dass die Dinger sich nun auch noch als Doppelmosfets entpuppen, macht die Sache auch nicht schlüssiger.
Da wird an der Beschaltung also irgendwas deutlich von der Erwartung abweichen.

Bin mal gespannt, was Du herausfinden kannst!
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33

Samstag, 6. Oktober 2018, 18:26

Die drei roten Lizen führen an keine Stelle in diesem Bereich. PL301 hat Durchgang (nicht verkohlt) allerdings zur Masse eben Durchgang.

Durchgang habe ich in folgendem Bild von den roten Lizen zu PD2 an dem untern rechten Pin. Außerdem am PL1 und PL2 (das sind auch Spulen oder sehen zumindest so aus) diese haben auch Durchgang -also funktionieren und haben zur Masse keine Verbindung.


PD1 und PD2 haben jeweils von dem einzelnen Pin zur Masse Verbindung.

PQB01 hat zu den roten Lizen an allen Pins Durchgang außer am 4 Pin.
Zur Masse hat hier keiner Kontakt.

Am PQB03 haben Pin 5678 kein Kontakt zur Masse die anderen 1234 aber schon.

PRB03 hat auch Durchgang zur Masse.

Unter JP1 sitzt ja auch eine Bauteil das wie eine Spule aussieht aber in gelber Ausführung, dies hat nur unten Kontakt zur Masse und so natürlich auch selber kein Durchgang.

IMG_20181006_104856_044~2.jpg


IMG_20181006_104916_150~2.jpg

Ich weis allerdings nicht wo die drei roten Lizen zuerst hingehen da sie ja auf der anderen Seite in der Platine verschwinden und nicht weis wo sie wieder "raus kommen".

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34

Samstag, 6. Oktober 2018, 21:09

Aaaah, das gefällt mir doch schon viieeel besser!

Aaaalso:
Der Saft kommt von den roten Strippen, geht auf PL2 und PL2.
Nach den beiden parallel geschalteten Drosseln geht es weiter zum ersten Eingangs-MOSFET, PQB01, an dessen Pins 5 bis 8.

Datenblatt hier:
http://aosmd.com/pdfs/datasheet/AON6426.pdf

Die Pins 1 bis 3 von PQB01 gehen an den zweiten Eingangs-MOSFET, PQB03, dessen Bezeichung ich leider nicht entziffern kann.
Jedenfalls geht es dort an die Pins 1 bis 3.
- Das ist bis hierhin alles völlig plausibel.

Nach dem zweiten MOSFET (Pins 5 bis 8) kommt ein Shunt, PRB03. Auch plausibel.

Der Kurzschluss sitzt bei Dir hinter dem zweiten MOSFET.
Er wird auch hinter dem nachfolgenden Shunt sitzen und hinter den beiden danach folgenden Spulen PLV1 und PLV4.


Wenn Du mächtig Glück hast (woran ich aber nicht glaube), dann ist bloß der Kerko über den Spulen PLV1 / PLV4 im Eimer.
Oder ein anderer Kerko an dieser Rail.
Für wahrscheinlicher halte ich aber einen defekten Upper-MOSFET eines Schaltwandlers.

Ich könnte Dir jetzt zwar erklären, wie Du den Übeltäter aufspüren kannst, aber Dir fehlt es an Equipment und Du wirst es wohl auch selbst nicht beheben können.
Frage mal bei meinem Kollegen PC Doktor, ob er Dir das Ding repariert.
Falls er abwinkt: Bei mir kostet der Spaß 150,- EUR brutto, aber ich bin im Moment echt mit Arbeit dicht, ich würde ein paar Tage brauchen, bis ich dazu komme.
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35

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 10:39

Danke schon einmal für die Hilfe bis her.
Ich will den Fehler noch genau ausfindig machen und zeitlich ist es mir im Moment egal wie lange es dauert.

Sollte es mir aber doch zu blöd werden melde ich mich bei Ihnen, da kann ich mir dann sicher sein das der Laptop nachher wieder funktioniert. :-D

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36

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 16:50

Gut, dann bastel Dir doch mal den Hochlast-Widerstand, wie in Posting Nr. 19 beschrieben und speise darüber einen Strom von 3-4 Ampere ein.

Davon ausgehend, dass Du löttechnisch eher grobmotorisch gestrickt bist, schließe den Widerstand wie folgt an:
Ersetze den Shunt PRB03 (links neben dem MOSFET PQB03) durch den selfmade Hochlastwiderstand.
Da kannst Du nix kaputt machen, diese Stelle ist unkritisch und aus technischer Sicht fast optimal.

Weil da dicke Kupferflächen sind, musst Du ordentlich vorheizen.
Haartrocker auf volle Pulle und damit aus dichtem Abstand die betreffende Stelle eine Minute lang kräftig durchheizen. Sofort anschließend kriegst Du den Shunt mit dem Lötkolben raus.
Mit dem Haartrocker kriegst Du nichts verkokelt. Die Temperatur an der Lötstelle darf (soll!) gerne gut über 100 Grad steigen. Lot schmilzt, je nach Legierung, erst bei rund 250 Grad; das überleben die Bauteile, diese Temperatur erreichst Du mit dem Föhn aber gar nicht erst, also keine Angst.

... Obwohl ich mal eine Kundin hatte, die es doch tatsächlich geschafft hatte, mit dem Haartrockner ihre Tastatur zu Klump zu schmelzen. :048:
Mein Föhn würde das nicht schaffen.
Aber in jedem Fall ist eine Tastatur, mit ihren Plastik-Kappen, natürlich hitzeempfindlicher, als ein Mainboard, inklusive der darauf bestückten Bauteile. Und auf den Bildern sehe ich im Bereich des Shunts keine kritischen Teile.
"Kritisch" wären nur die FPC-Verbinder, für die diversen Flachkabel. Diese Dinger schmelzen recht leicht. Aber mit dem Föhn ist das kaum zu erwarten. Gegebenenfalls halt irgendwie abdecken. Normalerweise nimmt man Kapton-Klebeband als Hitzeschild, zweifach gefaltete Alufolie tut den Job aber auch.


Nach dem Auslöten des Shunts und Anschluss des Hochlast-Widerstands (und nachdem alles vollständig abgekühlt ist) schließt Du das Netzteil an und achtest auf Erwärmung/Erhitzung.
Die Drosseln PLV1 und PLV4 können warm werden, das wäre normal.
Interessant ist, was sonst noch warm/heiß wird!
- Das wird die Fehlerstelle sein!
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Mittwoch, 19. Dezember 2018, 13:04

Da das Gerät letztendlich bei mir gelandet ist, will ich noch aufklären, was damit war:

Der Upper-MOSFET des Dreifach-Schaltwandlers für die Prozessorspannung war niederohmig defekt.
Mit dem Austausch war es leider nicht getan, denn es sind 19V auf die Niederpannungs-Rail geraten und haben dort ein zerstörerisches Werk angerichtet.
Der Prozessor ist nicht gesockelt und einen der ebenfalls verlöteten Grafik-RAM-Chips hat es anscheinend ebenfalls zerlegt - die Dunkelziffer der möglichen Schäden könnte sogar noch höher sein.
Ich habe die Reparatur daher aufgegeben!

Wenn der Upper-MOSFET eines Schaltwandlers niederohmig wird, dann bemerkt der Schaltwandler-IC das natürlich, anhand der steil unzulässig hoch ansteigenden Ausgangsspannung, die ohne Gegenmaßnahmen erst bei 19V enden würde.
Der IC versetzt sich in solchen Fällen in den Panik-Modus und versucht, als letzte Schutzmaßnahme, den unteren MOSFET ebenfalls maximal aufzusteuern, so dass nunmehr ein satter Kurzschluss von 19V nach Masse besteht, über beide MOSFETs.
Das Netzteil schaltet dann wegen Überlastung ab (was hier auch der Fall war), wodurch mindestens verhindert wird, dass die Bude abfackelt.

Dummerweise ist so ein Schutz damit zu vergleichen, dass man mit dem Auto lieber gegen einen Baum am Wegesrand kracht, als dass man in den Graben fährt. Soll heißen: Ausgang ungewiss ... zumindest für die vom Schaltwandler versorgte Elektronik.
Wenn die Abschaltung des Netzteils eine Spur zu spät erfolgt und der untere MOSFET nicht genügend niederohmig aufgerissen werden kann (erforderlich: mehrfach niederohmiger, als der defekte Upper!), dann klettert die Ausgangsspannung kurzzeitig auf einen zerstörerisch hohen Wert.

Wie gesagt: Ich habe die Reparatur aufgegeben, denn solche Schäden sind erfahrungsgemäß ganz üble Zeitfresser.

Lieben tue ich dagegen Kurzschlussschäden durch defekte Kondensatoren!
Denn da entsteht ein Kurzschluss, der jedes Auftreten von Überspannung direkt unmöglich macht. Somit gibt es auch keine Folgeschäden, sondern man tauscht einfach das defekte Bauteil aus und alles ist wieder gut.

Ebenfalls harmlos sind niederohmige "Lower-MOSFETs" am Schaltwandler. Denn da würde die Ausgangsspannung unmittelbar kurzgeschlossen werden, womit die Verbraucher wiederum (und sogar zuverlässig) geschützt sind.

Übel sind nur die Fälle jener Art, wie es hier gegeben ist, wo also der obere MOSFET niederohmig wird, wodurch die von ihm sonst geschalteten 19V durch die Spule zu den Verbrauchern gelangen.

Zur Verdeutlichung:
Alle Schaltwandler werden aus den 19V gespeist. Wenn ein Schaltwandler am Ausgang z. B. 1,7V erzeugen soll, der obere MOSFET jedoch niederohmig kaputt geht, dann muss der untere MOSFET, den der IC dann im Panik-Modus aufsteuert, rund 10 Mal niederohmiger "auf gehen", verglichen mit dem defekten Upper.
Andernfalls steigt die Ausgangsspannung unweigerlich auf über 1,7V.
Natürlich tritt derweil ein Überstrom auf, der das Netzteil zur Abschaltung bringt (bzw. der Ladecontroller sperrt die Eingangs-MOSFETs). Aber wenn das nicht rasch genug passiert, dann ist es halt zu spät und die Verbraucher (Prozessor & Co.) nehmen Schaden.
Wenn man den Prozessor dann nichtmal zum Testen kurz aus dem Sockel nehmen kann, da direkt verlötet, dann lohnt sich keine Reparatur mehr.
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Dienstag, 29. Januar 2019, 18:06

Schnellkurs-Posting Nr. 6 editiert.

Ich habe das sechste Posting des Schnellkurses editiert (ab der gelben Markierung).

Grund: Es war vorher vielleicht nicht hinreichend klargestellt, dass die testweise Überbrückung der beiden Eingangs-MOSFETs nur dann erfolgen darf, wenn sichergestellt ist, dass an anderer Stelle kein Upper-MOSFET eines Schaltwandlers niederohmig defekt ist.
Wenn das zuvor nicht ausgeschlossen wurde, dann ist die Überbrückung der Eingangs-MOSFETs wirklich ausgesprochen gefährlich!


Was passiert überhaupt, bei einem niederohmig defekten "Upper" eines Schaltwandlers?
- Nun, ohne Schutzmechanismen würden dann 19V auf die jeweilige Niederspannungs-Rail geraten und schwerste, zumeist irreparable Schäden verursachen.
Es greifen jedoch zwei Schutzmechanismen:
1) Der Schaltwandler-IC wird versuchen, den unteren MOSFET maximal aufzusteuern, um die gefährliche Spannung nach Masse kurz zu schließen.
2) Der Ladecontroller wird den Überstrom detektieren und die beiden Eingangs-MOSFETs sperren.

In solchen Fällen hört man nicht selten ein leises "Ticken", so alle 1-3 Sekunden. Muss nicht so sein, ist es aber oft.
Grund: Weil durch die gesperrten Eingangs-MOSFETs kein Strom mehr fließt, wird der Ladecontroller die beiden MOSFETs nach kurzer Zeit "testweise" wieder durchsteuern. Dadurch schlägt der Kurzschluss wieder zu, woraufhin der Ladecontroller sofort wieder die Notbremse zieht. Immer und immer wieder.
Weil bei jedem kurzen Durchsteuern der Eingangs-MOSFETs heftiger Strom durch den niederohmig defekten Schaltwandler-"Upper" fließt, erhält die Schaltwandlerspule jedes Mal einen kurzen, harten Strompuls, was sich mit einem leisen "Ticken" bemerkbar macht.

Mit einem Oszi würde man in solchen Fällen hinter dem zweiten Eingangs-MOSFET zumeist Null Volt messen, mit periodischen, sehr schmalen Spannungspulsen von 19V (etwa alle 1-3 Sekunden).
Meine berühmten Indikatoren hingegen, machen das nicht unbedingt sichtbar, denn dazu sind die Strompulse zu schmal!

Ohne Oszi kann man dieses Verhalten daher leicht fehlinterpretieren, bzw. nicht bemerken. Dann schaut es per Multimeter oberflächlich so aus, als würden die beiden Eingangs-MOSFETs dauerhaft sperren. Ein fataler Irrtum, wenn man dann auf die Idee kommt, die beiden MOSFETs testweise mal zu überbrücken!
Denn damit hebelt man die Schutzfunktion des Ladecontrollers aus und zwingt die 19V auf die System-Rail, die alle Schaltwandler versorgt; also auch jenen Schaltwandler, dessen Upper-MOSFET niederohmig defekt ist.

Wenn es dann der untere Schaltwandler-MOSFET nicht schafft, den vollen Strom soweit nach Masse kurz zu schließen, dass die Ausgangsspannung hinter der Spule ungefährlich klein bleibt (und das wird er nicht schaffen!), dann steigt die Spannung hinter der Spule unweigerlich auf ein zerstörerisch hohes Maß an und richtet schwerste Schäden an!

Natürlich würde das Notebook-Netzteil seinerseits den Kurzschluss detektieren und abschalten. Aber leider viel zu spät!
Dessen interner Schutz ist nur darauf ausgelegt, im Kurzschlussfall das Abfackeln der Wohnung zu verhindern, aber nicht darauf, das Mainboard vor weiteren Schäden zu bewahren.

Bei defekten Schaltwandler-Uppern ist es eh schon ein Glücksfall, wenn die übrigen Schutzmechanismen das unzulässige Hochgehen der Ausgangsspannung unterbinden können. Das muss nicht unbedingt funktionieren!
Aber mit überbrückten Eingangs-MOSFETs ist es so wie mit einem Auto, dessen Bremsen bereits defekt sind und wo man nun auch noch das Gaspedal bewusst voll durch drückt!

Der Schnellkurs hatte das bisher nicht hinreichend deutlich gemacht, nun sollte es klarer sein.


Fazit:
Überlegt Euch dreimal, ob Ihr wirklich wisst, was Ihr tut, bevor Ihr die beiden Eingangs-MOSFETs testweise überbrückt!
Im Zweifelsfall lasst es lieber bleiben! Andernfalls könnt Ihr ein bloß leicht defektes Mainboard augenblicklich in einen Totalschaden verwandeln!
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