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26

Dienstag, 9. April 2019, 23:53

So ich habe mal auf beiden Platinen die Kondensatoren entfernt (zur Sicherheit auf eine leere Lochplatine gelötet, lieber nicht verlieren^^).

Auf der funktionierenden Platine B zeigt eine Wiederstandsmessung zwischen den beiden (im Bild vom unteren Kondensator) freien Lötpunkten etwa 10 kOhm an. An der Platine A zeigt die selbe Messung nur 3 Ohm an, also meine zuvor schon bemerkte Niederohmigkeit - jedoch nicht am Kondensator sondern wohl irgendwo anders in der Schaltung. Ich würde jetzt mal vermuten, dass dies auch der eigentliche Fehler ist. Aber mir ist es noch nicht gelungen die entsprechende Lane zu verfolgen. Dazu bräuchte ich noch Tips. Ich versuche auch nochmal verstärkt einen Schaltplan von genau diesem Board zu finden.

Ich habe auch versucht im ausgelöteten Zustand die Kondensatoren auf ihren Funktionsfähigkeit zu testen, aber die zeigen alle keinen auswertbaren Wert. Vermutlich sättigt sich der Kondensator schneller als mein Multimeter dies messen könnte (Wiederstandsmessung). Kann ich da mit dem Oszi eigentlich etwas erreichen?


Ach jetzt mach ich doch lieber noch ein Bild das ist übersichtlicher :-)

Die Messungen sind hier ohne die Kondensatoren gemacht. Erster (oberer) Wert ist von Platine B (funktioniert) und unterer von Platine A (defekt).


EDV-Dompteur

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27

Donnerstag, 11. April 2019, 03:24

Aber mir ist es noch nicht gelungen die entsprechende Lane zu verfolgen. Dazu bräuchte ich noch Tips.
Klingel doch mal durch, ob das Signal direkt zum Embedded Controller führt.
Wenn ja (was ich erwarte), dann schlecht! Dann wird wohl der EC schadhaft sein (ganz tolle Wurst!!!). Es sei denn, es liegt der exotische Fehler vor, dass ein Pull-Up-Widerstand involviert ist, der durch irgendeine Magie niederohmg wurde. Oder wenn Schutzdioden involviert sind, von denen eine durchschlagen ist.

Wenn das Durchklingeln per Durchgangsprüfer nicht funzen sollte, dann weiß ich einen Trick 17:
https://www.edv-dompteur.de/forum/index.…D=2635#post2635


Ich habe auch versucht im ausgelöteten Zustand die Kondensatoren auf ihren Funktionsfähigkeit zu testen, aber die zeigen alle keinen auswertbaren Wert. Vermutlich sättigt sich der Kondensator schneller als mein Multimeter dies messen könnte (Wiederstandsmessung).
Per WiderstandsmessungKondensatoren zu testen ist Müll. Bei sehr kleinen Werten klappt das eh nicht.
Hat Dein Multimeter keine Kapazitätsmessung?

Aber wie dem auch sei - wenn die Kondensmänner Kapazitäten im Picofarad-Bereich haben, dann wird man mit einem Multimeter generell nicht froh. Da haben die langen Messleitungen einen viel zu starken Einfluss.

Folgende Faustregel: Wenn der Durchgangsprüfer bei einem Kerko nicht piept, dann betrachte den Kerko als intakt!
Der Kapazitätswert ist dann zwar weiterhin unklar, aber mehr als intakt kann man sich ja nicht wünschen! Also wieder rein in die Schaltung, mit den Dingern.


Kann ich da mit dem Oszi eigentlich etwas erreichen?
Äh, ja, im Prinzip ...
Man kann elektronische Komponenten durchaus mit dem Oszi testen. Prinzipiell ... (Die Suchmaschine ist Dein Freund. Oder direkt YouTube.)
Die Kurzform lautet: Es macht keinen Spaß! Man wird damit nicht froh!

Wer wirklich Dein Freund ist (abgesehen von dem netten EDV-Dompteur natürlich), das ist ein spottbilliger RCL-Tester von eBay!
Diese paar Euronen sind richtig gut investiert!
Aber achte unbedingt darauf, Kondensatoren vor der Messung grundsätzlich zu entladen, sonst killst Du einen der drei Messkanäle!
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28

Donnerstag, 11. April 2019, 22:55

Folgende Faustregel: Wenn der Durchgangsprüfer bei einem Kerko nicht piept, dann betrachte den Kerko als intakt!


Nach der Fausregel sind alle 4 Kerkos intakt. Ich werde Sie wieder zurück löten.



Klingel doch mal durch, ob das Signal direkt zum Embedded Controller führt.
Wenn ja (was ich erwarte), dann schlecht! Dann wird wohl der EC schadhaft sein (ganz tolle Wurst!!!). Es sei denn, es liegt der exotische Fehler vor, dass ein Pull-Up-Widerstand involviert ist, der durch irgendeine Magie niederohmg wurde. Oder wenn Schutzdioden involviert sind, von denen eine durchschlagen ist.


Mit der Durchklingelmethode konnte ich die entsprechenden Pins am EC dann doch noch finden. Durchgangstest ist positiv direkt am EC, ABER sowohl auf Patine A wie auch auf Platine B (zumindest in einem Fall siehe Bild).
Genau vor dem EC sind dann auch mehrere Wiederstände, welche dazu gehören. Im Bild habe ich diese mal markiert. Die Wiederstandsmessungen kann ich erst nächste Woche wiederholen, wenn ich Zeit habe die Dinger auszulöten.

Bin jetzt aber auch ganz schön verwirrt von der Schaltung, muss immernoch einen Schaltplan finden.



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29

Freitag, 12. April 2019, 00:39

Nach der Fausregel sind alle 4 Kerkos intakt. Ich werde Sie wieder zurück löten.
Vier? wieso vier? Ich sehe im Bild nur zwei.


Bin jetzt aber auch ganz schön verwirrt von der Schaltung, muss immernoch einen Schaltplan finden.
Den findest Du vermutlich nicht.
Nimm Dir einfach mal einen Batzen irgendwelcher Notebook-Schaltpläne zur Brust, von verschiedenen Herstellern. Dann bekommst Du einen guten Eindruck davon, wie solche Schaltungsteile generell aussehen.
Der Suchbegriff "battery" führt im PDF schnell zum Akku-Anschluss (eventuell nach 2-3 Klicks auf "weiter", wegen der BIOS-Batterie).

Ich habe selbst mal geschaut. Zwei kleine Kerkos von je 10 Picofarad sind in einem der von mir beguckten Pläne tatsächlich vorhanden. Der dortige Wert deckt sich also mit meiner Erwartung. Die Kerkos sind aber nicht in jeder Schaltung vorhanden.
In einem Plan waren zudem auch je zwei in Reihe geschaltete Schutzdioden an jede der beiden Signallleitungen angeschlossen. Je eine davon nach Masse und eine zu 3,3V. So gepolt, dass sie im Normalbetrieb niemals leiten.
Wenn die obere davon niederohmig durchschlägt, dann hat man den Salat - ständiger Highpegel.
Auch die Schutzdioden sind nicht in jeder Schaltung vorhanden. Die Kerkos hast Du aber auf jeden Fall, die Existenz der Schutzdioden vermute ich ebenfalls. Eventuell sind jeweils zwei Stück in einem dreipoligen "Transistor"-Package untergebracht.

Zwischen EC und Akku-Anschluss sind oftmals Widerstände bestückt. Es kann bei diesen Winz-Widerständen passieren, dass sie hochohmig werden; dann ist die Signalverbindung natürlich unterbrochen. Das habe ich schon so ca. drei Mal erlebt.

Btw. an dieser Stelle ein nebensächlicher Hinweis, zur Schonung der (in der deutschen Sprache ohnehin stark strapazierten) Taste "E":
https://www.duden.de/rechtschreibung/Widerstand
https://www.duden.de/rechtschreibung/wider_
https://www.duden.de/rechtschreibung/wider
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30

Montag, 15. April 2019, 21:22

Oh ja, an meiner Sprache muss ich auf jeden Fall auch dringend arbeiten :193:



Vier? wieso vier? Ich sehe im Bild nur zwei.



Das war missverständlich von mir. Vier, weil ich ja zwei Platinen mit jeweils zwei drauf habe ;-)


10 Picofarad sind verdammt wenig.


In einem Plan waren zudem auch je zwei in Reihe geschaltete Schutzdioden an jede der beiden Signallleitungen angeschlossen. Je eine davon nach Masse und eine zu 3,3V. So gepolt, dass sie im Normalbetrieb niemals leiten.
Wenn die obere davon niederohmig durchschlägt, dann hat man den Salat - ständiger Highpegel.


Mir ist jetzt aufgefallen, das bei der defekten Platine im Gegensatz zur "heilen" die Akkusignalleitung zur sehr vielen Kontakten auf der Platine Durchlass hat, unteranderem auch zu dem Bereich, welcher 3,3 V erzeugt.


Ich habe jetzt schon so einige Seiten durchforstet nach einem Schaltplan, bin aber noch nicht fündig geworden. Sind zu selten diese Wortmann Notebooks. Aber ich habe mehrere Händler gefunden, die diese MAIN PCB verkaufen, wenn auch nicht als I7 Variante. Dieses "X300_main_pcb" (so scheint die Platine zu heißen) scheint häufiger verbaut zu sein, konnte aber noch kein anderes Modell/Hersteller ausfindig machen.


Ich werde deinem Tipp jetzt folgen und mal alle möglichen Schlatpläne einsehen, um ein besseres Gefühl/Überblick zu bekommen.

EDV-Dompteur

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31

Montag, 15. April 2019, 21:54

Mir ist jetzt aufgefallen, das bei der defekten Platine im Gegensatz zur "heilen" die Akkusignalleitung zur sehr vielen Kontakten auf der Platine Durchlass hat, unteranderem auch zu dem Bereich, welcher 3,3 V erzeugt.
Ja, sach ich doch!
Entweder ist der Port vom Embedded Controller im Eimer, oder da sitzt irgendwo eine externe Schutzdiode, die normalerweise Überspannung zur 3,3V Rail ableiten soll. Die kann niederohmig kaputt sein.

Wenn der Akku nicht angeschlossen ist, dann hängen die beiden Signalpins ja quasi frei in der Luft und sind somit empfindlich gegenüber statischer Elektrizität, wie sie beim Schlurfen über den Teppich auftreten kann. Da können (hochohmige) Spannungen von hunderten, gar vielen tausenden Volt auftreten. Sowas leitet man gerne mittels zweier Dioden ab:
  1. Eine Diode von Masse zur Signalleitung, mit der Anode an Masse.
  2. Eine Diode von der Signalleitung zur Betriebsspannung (hier: 3,3V), mit der Anode am Signal.
Egal in welcher Polarität die äußere Störspannung auftritt - die Signalleitung ist immer geschützt.
Es kann aber mal vorkommen, dass z. B. die obere Diode durchschlägt und fortan niederohmig ist. Dann hat man folglich immer Highpegel (also 3,3V) an der Signalleitung anliegen.

Der Embedded Controller wird schon intern mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit jeweils zwei solcher Schutzdioden an fast jedem Pin haben.
Trotzdem lassen es gute Platinendesigner nicht darauf ankommen, dass diese (mager belastbaren) internen Dioden halten. Deswegen verbauen die gerne noch externe Schutzdioden-Paare, dort wo eine erhöhte Gefahr besteht, dass elektrische Aufladungen einwirken können.

Du müsstest jetzt also klären, ob der EC intern 'nen Ditscher weg hat, oder ob da externe Dioden bestückt sind.

Mögliche Vorgehensweise:
Den betreffenden EC-Pin ablöten und etwas hochbiegen. Dann messen ob noch immer High am Signal anliegt (also 3,3V), oder ob der abgelötete Pin 3,3V führt.
Wenn es nicht am EC lag, dann einfach mal die Signalleitung mit einem niederohmigen, belastbaren Widerstand (Halogenlampe etc.) nach Masse verbinden! Sofern irgendwo eine separate Diode im Spiel war, wird sich diese nun durch heftige Erhitzung verraten.
Der Widerstand darf aber auch nicht so niederohmig sein, dass der Schaltwandler abschaltet, der die 3,3V erzeugt. Der Wandler soll ja werkeln und die (vermutete) Diode erhitzen.

Übrigens ist eine Heizplatte aus 'nem Toaster ein guter, variabler Hochlastwiderstand, in Verbindung mit einer Krokoklemme.
Weil die Heizplatte für 230V ausgelegt ist, braucht man natürlich nur ein kurzes Stück des Heizdrahtes, wenn man eine 3,3V Spannungsquelle belasten will.
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