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Sonntag, 21. Juli 2019, 21:03

Kompatibilität von Notebook-Netzteilen

Hallo,

ich hoffe ich bin hier richtig mit meinem Thema und poste die Frage nicht doppelt.

Es geht um die Kompatibilität von Netzteilen zu Notebooks oder Laptops verschiedener Hersteller. In der Regel erfüllen die meisten renommierten Hersteller die gleichen Basisdaten wie Ausgangs-Spannung und Netzteilleistung. Es ist mir bewusst, dass die Hersteller eine Abfrage zur Kompatibilität in dem Pin innerhalb des Netzteilstecker hinterlegen. Nach einer Trennung (Durchschnitt) eines solchen Kabel finde ich allerdings nur 2 Leitungen (Plus und Minus) und keine Signalleitung zum Netzteil. Also müsste die Codierung doch innerhalb des Stecker stecken. Meine Absicht ist, ein Originalnetzteil von HP für ein LENOVO Laptop umzulöten indem ich die Kabel tausche.

Das Angebot eines Multikompatiblen Netzteil mit wechselbaren Steckerköpfen in einem Discounter vor 3 Wochen bestätigt meine Theorie.
Habe ich hierbei ggf. etwas übersehen?

Für Eure Unterstützung bedanke ich mich schon einmal im voraus.

EDV-Dompteur

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Montag, 22. Juli 2019, 01:36

Es ist mir bewusst, dass die Hersteller eine Abfrage zur Kompatibilität in dem Pin innerhalb des Netzteilstecker hinterlegen.
Das ist nicht immer so.
Dell macht das, HP ebenfalls. Auch bei einigen Lenovos und Samsungs gibt es diesen dritten Pin. Aber eben nicht bei allen Modellen.
Es kommt generell immer mehr "in Mode". Und das aus gutem Grund, obwohl ich mich gleichzeitig darüber ärgere.

Für den normalen Betrieb wäre es ja auch vollkommen wurscht, solange die Spannung stimmt und das Netzteil genug Strom liefern kann.
Wichtig wird es erst dann, wenn ein Defekt auftritt. Das Originalnetzteil schaltet halt bestmöglich zuverlässig ab, wenn es einen Strom detektiert, der die Erwartung übersteigt. Ein Fremdnetzteil mit fehlender, oder unpassender Schutzschaltung hingegen, würde gnadenlos weiter Strom ins defekte Notebook drücken, sofern es kann.

Die Thematik hat an Brisanz gewonnen, nachdem oft genug Lithium-Akkus epxlodiert, oder abgefackelt sind. Gab ja schon viele Rückruf-Aktionen deshalb. Seit einiger Zeit müssen hinreichend große Akkus deshalb als Gefahrgut deklariert werden.

Ich kann es verstehen, wenn die Hersteller Muffensausen kriegen, dass sie womöglich mit hohen Schadensersatzforderungen konfrontiert werden.
Deren Schutzkonzept sieht daher u.a. vor, dass man als Anwender dazu genötigt wird, ein originales Netzteil einzusetzen.
Darum diese ganze Gängelei, dass (intakte) Rechner sich über nicht erkannte Netzteile beklagen und dann die Leistung drosseln, den Akku nicht laden und nervige Hinweise einblenden.

Lästig zwar, aber im Grunde sinnvoll, ich will es nicht verdammen.
Leider sind Originalnetzteile aber oft unverschämt teuer ...
Und nun kommen chinesische Produzenten billiger Universalnetzteile daher und werfen ihren ihren zum Teil minderwertigen Plünn auf den Markt, der den Notebooks ein Originalteil vorgaukelt, was das Schutzkonzept der Notebook-Hersteller zumindest wieder aufweicht.


Das Angebot eines Multikompatiblen Netzteil mit wechselbaren Steckerköpfen in einem Discounter vor 3 Wochen bestätigt meine Theorie.
Habe ich hierbei ggf. etwas übersehen?
Ja, da hast Du was übersehen.
Natürlich gibt es solche und solche Universalnetzteile. Bei den besseren wird der wechselbare Steckerkopf (mindestens) dreipolig sein. Da steckt dann im Steckerkopf noch etwas Technik.
Für HP-Rechner muss dem Notebook ja ein Widerstand am Mittelpin vorgesetzt werden. Und für Dell ein 1-Wire EEPROM. Zumindest das wird jedes echte Universalnetzteil so machen, sonst wäre es ja nicht richtig einsatztauglich. Wenn es ein vernünftig konstruiertes Teil ist, dann wird es darüber hinaus aber auch noch die passende Leistung einstellen, um auch die Schutzschlatung des Originalnetzteils nachzuahmen - mit welcher Zuverlässigkeit auch immer. Jedenfalls muss das Universalnetzteil es zu diesem Zweck detektieren können, welcher Steckerkopf ans Ende des Kabels gesteckt wurde. Da muss das Kabel also (mindestens) dreipolig sein.


Mein Fazit:
Universalnetzteile sind praktisch, wenn man verschiedene Notebooks mal kurz testen will, oder so.
Aber wenn man ein Notebook ständig betreiben will, dann sollte man besser zum Originalteil greifen.

Abweichend von meinem Fazit:
Originale Dell-Netzteile sind leider häufige Problemkinder. Ich habe dauenrd welche auf dem Tisch, deren Ausgangsspannung instabil ist. Und die habe ich im Verdacht, die Ursache für die häufigen Totalausfälle von Dells zu sein, wenn darin ein Kerko durchschlägt und niederohmig wird.
Ich habe es bis jetzt noch nicht klar bewiesen, dass diese Defekte durch die Netzteile verursacht werden, aber mir fällt dann halt jedes Mal diese schwankende Ausgangsspannung auf, die mich vermuten lässt, dass sich das NT unhter bestimmten Umständen kräftig verschluckt und pulsartig eine deutliche Überspannung liefert.
- Wie gesagt: unbewiesen, aber erdrückende Indizienlage.
Aus diesem Grund spendiere ich fast jedem reparierten Dell gleich ein neues Netzteil - vom Fremdhersteller ... :-/

Von Dell habe ich sonst eine besonders hohe Meinung, aber was die Netzteile betrifft und diese dauernd platzenden Kerkos ... :-/


Was die von Dir beabsichtige Verwendung eines HP-Netzteils für Lenovo betrifft, muss ich aus dem Stand heraus erst einmal passen.
Bei HP ist das Kabel nur zweipolig. Da sitzt einfach nur ein Widerstand im Stecker, zum dritten Pin hin.
Bei Dell ist das Kabel dreipolig, weil im Netzteil ein 1-Wire EEPROM sitzt, das über eine eigene Datenleitung mit dem Notebook kommuniziert.
Wie Lenovo es handhabt, weiß ich tatsächlich nicht aus dem Stand heraus. Es könnte eventuell auch von Modell zu Modell unterschiedlich sein. In letzter Zeit hat Lenovo jedenfalls neue Steckertypen heraus gebracht.
Ich würde sicherheitshalber deutlich dazu raten, ein Originalnetzteil einzusetzen.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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3

Montag, 22. Juli 2019, 12:09

Hallo,
danke für die schnelle und ausführliche Antwort. Wieder konnte ich etwas lernen.
Es ist in der Tat so, dass ich alle drei hier benannten Typen im Hause habe/hatte.
Ein Dell Notebook mit einem Zubehörnetzteil, leider :-( . Läuft aber gut, und ein Ersatznetzteil ist auch vorhanden.
Mehrere HP-Netzteile mit neuem großen Hohlstecker (mit Pin) und alten kleinen Hohlstecker (ohne Pin). Aber so gut wie keinen Laptop mehr :-( .
Zwei Lenovos aus der Edge-Reihe mit jeweils neuem großen Hohlstecker (mit Pin), wovon ein Original-Netzteil sich verabschiedet hat.
Das Kabel vom defekten Netzteil (Lenovo) gehört erst einmal ab. Damit jeder weiß, dass dieses Netzteil nicht zu benutzen ist. Somit besteht die Erkenntnis, dass aus den Kabel auch nur 2 Adern kommen (trotz Prüfpin). Bevor ich meinem wunderschönen HP-Netzteil (mit optionalem KFZ-Zugang) nun auch den Stecker abknipse, stellte ich hier die Frage.
Somit ist es ein Versuch wert, am HP-Netzteil einen Lenovo-Stecker zu verbinden. Ursprungsnetzteil und Spendernetzteil haben identische technische Daten.
Was ich mir nun auf jeden Fall abschminken kann, wäre das hübsche HP-Netzteil für das Dell-Notebook zu spenden.

Vielen, vielen Dank. Ich hoffe du hast nicht wegen der Fragen schlaflosen Nächte, sondern füllst die schlaflosen Nächte damit, solche Fragen zu beantworten ;-)

Viele Grüße
der Zinnschmelzer

EDV-Dompteur

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4

Montag, 22. Juli 2019, 14:15

Schneide den Lenovo-Stecker doch mal auf und schau rein, was da zu finden ist. Vielleicht ist es ja bloß ein Widerstand, wie bei HP.

Man kriegt die Stecker mit Heißluft gut auf, in Verbindung mit einem Cutter-Messer.
120 Grad reichen schon, dann geht das Messer da ohne Kraftaufwand durch, wie durch Knetmasse.
Zwei Schnitte in Längsrichtung, dann liegt das Innenleben sauber blank.

Und wegen meiner oft nächtlichen Postings: Ich bin einfach eine Nachteule. Und wenn einer um Rat fragt, dann triggert das mein Helfersyndrom, egal was ich selbst gerade am Hals habe.
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5

Montag, 22. Juli 2019, 20:18

Hallo,
Schneide den Lenovo-Stecker doch mal auf und schau rein
das ist doch die Kruks. Genau den brauche ich doch noch. Den Lenovostecker will ich nun mit dem HP-Netzteil verheiraten.
Ich weiß, eigentlich bin ich das der Wissenschaft schuldig :046: . Ich werde statt dessen berichten, wenn ich das Lenovo-Netbook mit dem Car-Eingang des HP-Netzteil in einem PKW geladen habe.

Das wegen deiner Nachtaktivitäten sollte auch ein verstecktes Dankeschön mit Lob sein. :036:

6

Mittwoch, 24. Juli 2019, 16:25

Ich lasse hier mal etwas Infos. Lenovo 3-Pin Netzteile (auch rechteckige Anschluss) haben ein Widerstand zwischen Minuspol und Mittelpin im Stecker. Je nach Modell ändert sich ob die Info berücksichtigt wird, einige lassen sich betrieben mit schwächere Netzteile, anderen melden gleich nach Einschalten wenn das Netzteil nicht stimmt und der Akku nicht geladen wird, oder auch nur einfach der Akku wird nicht geladen (man schaut dann blöd herum und findet das Fehler am Board nicht :D ). Hier die Werte zu verschiedene Netzteile:


Power----- Widerstand
36 W----- 7,3 kOhm
45 W----- 120 Ohm
65 W----- 280 Ohm
90 W----- 550 Ohm
135 W----- 1 kOhm
170 W---- 1.9 kOhm
230 W----- 4.6 kOhm