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Samstag, 9. November 2019, 15:30

Ich suche einen Chip (Mosfet)

Hi there,

ja lang ist es her :) aber ich brauch mal wieder Schwarmwissen.
Und zwar hab ich hier einen Defekten Mosfet deren Bezeichnung ich zwar lesen kann aber die Google Recherche und andere Suchmaschinen wie Optoparts etc bringen kein Ergebnis.
Vielleicht weiß ja jemand hier wie man an die Sache ran geht um zu erfahren was für ein Mosfet es ist und welche Daten er hat.

So nebenbei er ist aus einem Akkustaubsauger, den ich auf Kleinanzeigen für einen winzigen Taler käuflich erworben hab.

Die Platine ist überschaubar deswegen der Fehler schnell zu finden. Nur die Teile identifizierbar.

Hier die Bezeichnung : MXP6004JGL unten drunter steht noch L9899H oder 19899H

20191109_151506.jpg
Anbei noch ein Bild.
Grüße JeeAre

EDV-Dompteur

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Samstag, 9. November 2019, 17:31

Hallo JeeAre,

ich finde den so auf die Schnelle auch nicht, aber der Ersatz dürfte völlig unkritisch sein.
Poste sicherheitshalber mal gute Bilder beider Platinenseiten, damit ich mir bezüglich einer Empfehlung sicher sein kann.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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3

Samstag, 9. November 2019, 18:49

Hi Dompteur,

hier die Bilder, der Akku hat 7Liion Zellen in Reihe also etwas unter 30V wenn voll.
20191109_181704 (2).jpg

20191109_181644 (2).jpg
Ich hätte diese hier schon gefunden aber bin mir nicht 100% sicher ob die passend wären.

https://www.ebay.de/itm/2x-BSC022N04LSAT…-8/223628333939
Gruß JeeAre

EDV-Dompteur

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4

Sonntag, 10. November 2019, 00:50

Der von Dir gefundene MOSFET wird sicherlich tauglich sein.

Man sieht im Layout klar, dass die beiden parallelen MOSFETs über den Shunt Rsl mit dem Minus-Pol des Akkus verbunden sind; und zwar mit den Souce-Anschlüssen.
Es handelt sich also um N-Kanal MOSFETs. Die Last (der Motor) ist ergo an den Drains angeschlossen.

Ohne ins Datenblatt des MOSFETs geschaut zu haebn: Eine Bulk-Diode (die hier wichtig ist), wird der eh haben, weil die bei der Fertigung solcher MOSFETs automatisch mit anfällt.
Ob darüber hinaus auch eine (optionale) Gateschutzdiode verbaut ist, wird hier wurscht sein; schon allein deshalb, weil da im Layout bereits die ZD4 am Gate bestückt ist.

Selbst wenn die MOSFETs nicht nur An/Aus, sondern PWM machen, werden da keine für mich ersichtlichen, besonderen Anforderungen an den MOSFET gestellt.
Meines Erachtens müsste da praktisch jeder mechanisch passende N-Kanal MOSFET geeignet sein, sofern genügend Spannungs- und Stromreserven gegeben sind.


Ein paar generelle Worte:
Bei MOSFETs, die nur gelegentlich An/aus machen, ist eh alles wurscht.
Wenn die Schaltung aber PWM macht, um den Motor mit unterschiedlicher Drehzahl betreiben zu können, dann macht es Sinn, einen MOSFET mit geringer Gate-Kapazität einzusetzen.
Im Zweifelsfall ist bei PWM nämlich eine geringe Gate-Kapazität mehr wert, als ein niedriger RDSon.
Das liegt daran, dass bei geringer Gate-Kapazität das ständige Durchschalten/Sperren schneller, bzw. steiler erfolgen kann, so dass der MOSFET im Umschaltmoment nicht unnötig "lange" im linearen Bereich arbeitet, was ihn erhitzen würde - mehr erhitzen, als ein vergleichsweise hoher RDSon das je könnte.

Ich glaube aber gar nicht, dass Dein Akku-Sauger den MOSFETs echt so richtig das Letzte abverlangt, zumal da ja sogar zwei Stück parallel geschaltet sind.
(Sterben kann so ein Ding trotzdem immer mal, das hat nicht viel zu sagen.)
Darum glaube ich, dass Du hier gar nicht viel falsch machen kannst.
Solltest Du aber später - wider meiner Erwartung - eine doch verdächtig hohe Erwärmung der MOSFETs bemerken, dann müsste man die PWM mal per Oszi beäugeln und gegebenenfalls beim nächsten Mal mehr Wert auf eine möglichst geringe Gate-Kapazität legen.

Aber ich will Dich nicht verrückt machen, es ist eh keine Rose ohne Dorn. Je schneller (steilflankiger) ein mit PWM betriebener MOSFET durchsteuern kann, umso weniger erwärmt er sich zwar, aber umso mehr Funktsörungen verursacht er.
Um solche Sachen macht man sich aber eher Gedanken, wenn man ein Gerät entwickelt und millionenfach auf den Markt wirft. Für 'ne Eigenreparatur eines gelegentlich eingesetzten Staubsaugers wird man daruf husten können, sofern nicht gerade im Nachbarhaus ein gut ausgestatteter Funkamateur sitzt, dessen Zweithobby es ist, jeden Verursacher von Funkstörungen umgehend anzuzeigen.

Fazit: Nimm die Dinger von eBay (obwohl sie etwas teuer sind), die werden schon taugen.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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Sonntag, 10. November 2019, 12:13

Hi Dompteur,
danke für die ausführliche Info :)
Ich werds wohl mit den von Ebay probieren. Außer du kannst mir noch eine günstigere Quelle nennen überall wo ich so was such ist Mindestabnahme 10 stk. beim Preis von rund 1 € pro Stk.
Gruß JeeAre

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Freitag, 15. November 2019, 20:31

Zur Info. Die Mosfet sind getauscht der Sauger läuft wieder :)

gruß JeeAre