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Sonntag, 3. November 2019, 19:57

ASUS Aspire V17 Black Edition ohne Lebenszeichen! Keine Spannung am BIOS Chip

Hallo,
Ich bin der Chris und freue mich riesieg das es ein Forum zu diesem Thema gibt, werde mich hier in Zukunft sicher öfter aufhalten und vielleicht kann ich ja sogar jemanden behilflich sein!!
Aber leider habe ich derzeit selber ein Problem bei dem ich dringend Hilfe benötige!!!
Bei meinem Laptop, Acer Aspire V Nitro 17 Bl Ed (VN7-792G) mit dem Motherboard ya-4a19 94v-0, kam es kurz nach Garantieende zu einem sehr unerwarteten Ende, da das Gerät bis dahin problemlos funktioniert hat und dann, als ob jemand nen Schalter umgelegt hätte, lies es sich nicht mehr einschalten und zeigte auch kein anderes Lebenszeichen mehr!!

Da ich noch auf eine Kulanzlösung hoffte ging ich noch zur Reparatur das Gerät wurde auch eingeschickt und kam mit der Diagnose Mainboarddefekt zurück, für den Austausch wollten die dann auch noch 950€. Da ich mir das derzeit überhaupt nicht leisten kann müsste das Problem eigentlich anders gelöst werden!
Also hab ich mal alles zerlegt und ausgebaut und mal die einzelnen Power Rails nach eventuellen Kurzschlüssen gecheckt, 19V, 5V, 3.3V und 1.5V eigentlich alles da! Am ENE Super I/O Chip sieht alles ganz gut aus aber ob der defekt doch möglicherweise hier aus geht kann ich nicht sicher sagen, ich habe lediglich auf Kurzschluss getestet und ein paar Spannungen gemessen, mehr kann ich hier noch nicht sagen!

Im weiteren Verlauf ist mir dann aufgefallen das am BIOS Chip Winboard 25q80dvsig am VCC Pin (8) keine 3.3V anliegen, jedoch wenn man den Ladestecker kurz anschteckt erscheinen etwa 1.8V am Pin 8 diese fallen dann runter auf etwa 0.6V und steigen dann wieder auf 3.4V an dies bleibt dann auch stabil auf dem Wert für etwa 6-10 sekunden und fällt dann wieder auf 0 ab. Hat irgendjemand hier eine Idee dazu denn eigentlich sollten hier die 3.V doch permanent aufscheinen oder??

Weitere Tests ergaben dass Pin 8 des BIOS Chip mit dem TPS65982 verbunden ist weilcher eine Dead Battery Protection mit 3.3V ausgeben kann jedoch konnte ich bisher noch keine andere Spannungsquelle finden die diesen BIOS Chip sonst noch mit den nötigen 3.3V versorgen soll ausser dem TPS Chip und dieser sollte doch nur als Notfall verwendet werden und nicht als Hauptlösung!!! So wie ich das Datenblatt verstehe!!!
Meine Gedanken dazu waren das es womöglich doch eine eigene Spannungsquelle für den BIOS Chip geben muss, auch wenn ich diese noch nicht gefunden habe und zu Beginn, wenn sich die Spannung am PIN 8 das erste mal auf etwa 2V anhebt registriert diese womöglich einen Fehler und schaltet ab die abfallende Spannung aktiviert dann die Dead Battery Protection des TPS Chips und wenn dieser dann ebenfalls einen Fehler bemerkt schaltet diese auch aus aber das dauert normalerweise keine 6-10 sekunden denke ich!! Da wäre doch bei einem Kurzschluss schon ein Schaden entstanden.

Und ob dieses Problem dann auch das nicht laden des Akkus erklären könnte weiß ich nicht aber es ist nicht ausgeschlossen das der Akku defekt ist da an ihm keine Spannung zwischen + und - abgelesen werden kann!!!
Ihr seht ich fische hier langsam echt im trüben! So wies aussieht werde ich die 15€ für die Schaltpläne wirtklich ausgeben müssen da ich noch nirgendwo die Passenden Pläne gefunden habe ausser auf Laptop-Schematics.com!
Ausser jemand von euch hätte einen guten Tipp für mich was ich noch probieren kann!!! Da dieser defekt kurz nachg Garantieende aufgetreten ist und der Kundenservice von ACER mehr daran interessiert war mir ein neues Gerät anzudrehen dachte ich vielleicht handelt es sich hier ja um eine bekannte Sollbruchstelle und jemand kennt dieses Problem!!
Für eure Hife öchte ich mich schon im vorhinein bedanken vielleicht schaffe wir es ja meinen Laptop nochmal Leben einzuhauchen!!!

EDV-Dompteur

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Sonntag, 3. November 2019, 21:12

Willkommen im Forum, chris!
Ich verpasse Deinem Usernamen nachher einen Großbuchstaben am Anfang (also "Chris"), denn Namen sollten immer mit einem Großbuchstaben beginnen (worauf der Registrierungsdialog übrigens auch deutlich hinweist ...) - Bitte berücksichtige die von mir vorgenommene Namensänderung dann beim nächsten Login.


Im weiteren Verlauf ist mir dann aufgefallen das am BIOS Chip Winboard 25q80dvsig am VCC Pin (8) keine 3.3V anliegen
Ich habe zwar auch keinen Schaltplan, aber es kommt vor, dass zur Versorgung des EEPROMs ein eigener LDO-Regler eingesetzt wird, der die 3,3V aus einer 5V-Rail erzeugt.
So ein LDO-Baustein kann dann zudem auch noch einen Enable-Eingang haben, zum Sperren/Entsperren. Das dient der Stromersparnis. Es kann also mehrere Gründe geben, warum die 3,3V nicht permanent da sind.
Ich bin mal geneigt, das von Dir beschriebene Verhalten soweit als normal zu betrachten, dass da wohl kein Fehler mit der Spannungsversorgung besteht, sondern eher eine andersartige Macke.
Erster Verdächtiger ist IMHO das BIOS, im Sinne des Inhalts des EEPROMs. Wenn Du kannst, dann flashe das EEPROM mal neu.

Aber systematisch vorgegangen vergewissert man sich zuerst, ob alle Spannungen erzeugt werden. Das hast Du zwar schon getan, schreibst Du, aber ich meine damit, dass man sich vergewissert, dass nach Betätigung des Einschalttasters alle(!) Schaltwandler schwingen.
Wenn nämlich auch nur einer davon "klemmt", dann kann es sein, dass entweder der Embedded Controller beleidigt ist und abschaltet, oder dass ein separater Watchdog-Chip zuschlägt und alles abwürgt.

- Da ist leider eine Menge "kann" und "wenn" und "aber" im Spiel, es ist halt nicht verbindlich einhaltlich auf jedem Mainboard gleich.
Manche Mainboards interessieren sich gar nicht dafür, wenn ein einzelner Schaltwandler nicht kommt, alle anderen werkeln da ungerührt weiter.
Andere Mainboards fallen vor Schreck ins Koma, wenn ein einzelner Wandler klemmt, solche Mainboards stellen sich dann sogleich komplett tot.

Ich gehe da gerne mit meinen berühmten Indikatoren bei; da sieht man es sofort, ob es irgendwo klemmt, bzw. wo es klemmt - ohne dass man großartig mit dem Messinstrument in der Schaltung herumstochern müsste.

Wenn es einen Wandler gibt, der nicht kommt, stellt sich aber noch immer die Frage, ob dort ein Defekt vorliegt, oder ob bloß das BIOS 'ne Macke hat und dessen Aktivierung auslässt. Das muss man dann halt genauer untersuchen (was nicht immer einfach ist).
Ich persönlich HASSE solche Fehler!
Alles, was in Richtung BIOS geht, erfüllt mich stets mit Schrecken. Viel lieber tausche ich defekte Bauteile, als dass ich stundenlang nach einem passenden BIOS recherchiere und mich dann damit herumquäle, das tatsächlich lauffähig gebrannt zu kriegen.

@Ervin: Wenn Du willst, übernehme den Fall und schicke dem Chris eine PN.


aber es ist nicht ausgeschlossen das der Akku defekt ist da an ihm keine Spannung zwischen + und - abgelesen werden kann!!!
Das hat nichts zu sagen.
Der Ausgangsstrom eines Akkus läuft noch über einen MOSFET. Der wird nur dann durchgeschaltet, wenn es dem Akku beliebt.
Wann es dem Akku denn nun beliebt, endlich mal Strom zu liefern (und somit messbare Spannng an den Ausgängen), hängt von der Innenschaltung des Akkus ab; da kochen die Hersteller gerne ihre eigenen Süppchen.
Manche Akkus stellen sich so lange tot, bis sie sich per SMBus angesprochen fühlen.

Das Laden/Entladen von Akkus ist in Notebooks echt ein Thema für sich, da muss eine Menge geschehen, bevor da was passiert. Darum kümmert man sich bei der Fehlersuche erst um alles andere und lässt den Akku so lange weg.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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Sonntag, 3. November 2019, 22:00

...wenn es sich um einen Forum handelt versuchen wir schon erstemal hier helfen :)

Ich vermute es wird ein Newgate Board, 15205-1M oder 14307-1M o.ä..
Ansicht Stromversorgung diese Boards sind gleich, so grob kann ich darüber was sagen.

Was wir wissen, dass der 3D3V_S5 Rail arbeitet nicht richtig, diese versorgt auch den BIOS Chip. Es kommt von ein Dual-Channel Synchronous DC/DC Step-Down Controller, RT6575DGQW (PU4501), ein typisches Fehlerstelle auf diese Board.
Bein 8 (Phase 2 PWR_3D3V_PH2) durch die PL4502 Spule, nach PT4502 wird zu 3D3V_S5 umbenannt.

Falls das Fehler nicht daran liegt dann wird es nicht so einfach. Der 3D3V_S5 liefert auch zum Intel Chipsatz, die andere "Sollbruchstelle" auf diese Mainboard.

Der EC auf diese Board hat zwar eigene Firmware drin aber ein Fehler ist ungewohnt bei diese Modell.
Bei BIOS Problemen fällt zu 95% das Bild aus, aber Akku laden, Ein-Ausschalten geht.

Ahh und der Akku hat eigene Taster, wenn das Notebook aufgemacht ist der Akku wird deaktiviert deswegen kann man daran nichts messen. Schalter findest du neben Audiobuchse. Gedrückt halten wird der Akku aktiv.

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Montag, 4. November 2019, 00:59

Wow!!!

So schnell so viele Antworten viel mehr als ich erwartet habe und das auch noch mit top Infos werde ich mir morgen nach Arbeitsende gleich mal ansehen!! Das mit dem Namen tut mir leid danke fürs ändern!
Wegen der vielen wenn und abers das ist kein Problem hauptsache er läuft wieder! Bei dem Gerät eines Freundes war das gleiche Problem kein Lebenszeichen nichts, damals war einfach nur der Eingangsmosfet beim DC Eingang auf der Platine defekt, da dauerte das öffnen des Gerätes länger als die Diagnose weilk dies das 3. war was ich getestet habe. War ja klar das wenn es um meine Geräte geht ich nicht so viel Glück habe!
Das mit den Schaltreglern hör ich zum ersten mal aber ich lerne mich da eigentlich erst ein bei dem ganzen, jedoch besitze ich ein Oszilloskop mit dem sich das eigentlich leicht testen lassen müsste, jedoch werde ich so wie es scheint nicht drum rum kommen mir die ganzen Schematics zu kaufen da ich ohne diese bestimmt einen oder mehrere Schaltregler übersehen könnte oder diesen nicht als solchen erkenne besser gesagt!!! Aber was ist wenn der Schaltregler gerade nicht aktiv ist woher weiß ich hier was aktiv sein muss und was ok ist das es aus ist??? Es ist ja auch jetzt nicht jeder Mosfet durchgeschalten!

Flashen eines BIOS Chips hab ich so noch nicht gemacht aber wenns auf google steht kann ichs :-D
Das mit dem Newgate Board köönte stimmen Newgate steht da oben nur ist da dann ein Aufkleber darüber mit einem Barcode und ner Nummer ich habe versucht diesen runter zu bekommen aber der zerreisst total ich würde gerne den Code aufheben falls noch notwendig deshalb versuche ich morgen den Aufkleber anders zu entfernen das einzige was ich lesen konnte bisher war Newgate SLS...
Wegen des Akkus das ist nicht das Hauptproblem momentan wäre ich schon froh wenn er nur wieder läuft,
egal ob mit Kabel oder nicht!!

Was mich mehr interessierte war kann die Tatsache das am BIOS Chip die Spannung fehlt auch das Problem des nichtladenden Akkus verursacht werden, denn ich wüsste nicht warum aber ich lerne ja auch erst!

Der Akku sollte mit 13V geladen werden und am nebenbeiliegenden Schaltregler liegen am Mosfet 19V am Drain an jedoch ist dieser nicht aktiv das Gate wird nicht angesteuert!
Muss mich jetzt hinhauen hab morgen frühdienst danke nochmal an euch alle!!! :031: ROTFL

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5

Montag, 4. November 2019, 03:22

Das mit den Schaltreglern hör ich zum ersten mal
Sorry, Du wirktest so kompetent, dass ich annahm, Du würdest den Schnellkurs schon auswendig singen können, aber offenbar kennst Du den noch gar nicht. Darin werden wohl Deine Fragen beantwortet. Bezüglich Schaltwandler wird es dort ab Posting Nr. 10 interessant (Direktlink):
https://www.edv-dompteur.de/forum/index.…D=1504#post1504


Flashen eines BIOS Chips hab ich so noch nicht gemacht aber wenns auf google steht kann ichs :-D
Das Wissen von Google allein reicht nicht. Dazu brauchst Du ein EEPROM-Programmiergerät.
Gibt es für etwa 10,- EUR bei eBay.

Übler wird es, wenn der Embedded Controller himself 'ne Macke haben sollte ...
Wenn das Gerät auf den Einschalttaster reagiert, dann ist das immerhin ein grundlegendes Lebenszeichen des ECs. Er ist dann zwar noch nicht über jeden Verdacht erhaben, aber zumindest ist er dann nicht völlig tot, was die Hoffnung nährt, dass er OK ist.
Wenn das Gerät also auf den Taster reagiert (wie auch immer, hauptsache irgend eine Reaktion!), dann kümmern wir uns folglich zunächst nicht um den EC und suchen die Macke erst einmal woanders.

Wenn man die "mundfertige" Datei für das EEPROM hat, dann ist es einen Versuch wert, die mal zu flashen.
Aber zuvor unbedingt das EEPROM auslesen und die Datei sichern, damit man die zur Not wieder zurück flashen kann!
"Mundfertige" EEPROM-Dateien passen typischerweise aufs Bit exakt ins EEPROM. Eine abweichende Dateigröße ist ein kräftiges Indiz dafür, dass man eine falsche Datei beim Wickel hat.
Die meisten Notebook-Hersteller rücken "mundfertige" EEPROM-Dateien nämlich gar nicht heraus (auch nicht auf Nachfrage!), sondern nur Installationsroutinen, mit denen man das BIOS, statt per Programmiergerät, per Windows flashen kann, oder per USB-Stick. So etwas nützt Dir aber nichts, weil Dein Gerät so weit ja gar nicht erst kommt, daher muss man per Programmiergerät ran und braucht dazu eben die exakt passende (mitunter schwer auftreibbare) Datei!
Und selbst dann kann noch anschließende Frickelei anliegen - hier ist Sleepygti der Experte, dem ich diesbezüglich nicht das Wasser reichen kann!


Was mich mehr interessierte war kann die Tatsache das am BIOS Chip die Spannung fehlt auch das Problem des nichtladenden Akkus verursacht werden,
Es ist richtig komplex, was alles passieren muss, bevor ein Notebook-Akku geladen wird!
Noch deutlich übler ist es übrigens bei Dell, aber das betrifft Dich ja nicht.
Jedenfalls steckt im Akku eine überraschend komplexe Elektronik, die zunächst einmal per SMBus (eine Variante des I2C-Busses) mit dem Embedded Controller kommuniziert.
Erst wenn der Embedded Controller mit dem Verlauf der Kommunikation zufrieden ist, gibt er dem Ladecontroller die Erlaubnis, den Akku zu laden. Und das läuft dann über einen Schaltregler, der die 19V vom Netzteil in die für den jeweiligen Akku nötige Ladespannung "transformiert".

- "Transformiert" ist hier ein irreführender Begriff, denn dabei denkt man automatisch an einen Transformator, mit zwei Wicklungen. Die Step-down-Wandler im Notebook kommen dagegen mit einer simplen Spule aus, also nur eine Wicklung. Trotzdem wird einerseits die Spannung reduziert, zugleich aber der Strom erhöht, genau wie bei einem richtigen Trafo mit zwei Wicklungen!
Und genau wie beim Trafo gilt: Ausgangsleistung = Eingangsleistung, abzüglich (wirklich minimaler) Wirkungsgradverluste.
Step-down-Wandler haben wirklich vorzügliche Wirkungsgrade, da kommt kein Transformator mit!

Ein kleiner Vergleich:
In der Mechanik kann man "viel Weg und wenig Kraft" mittels zweier, unterschiedlich großer, Zahnräder in "wenig Weg und viel Kraft" umwandeln. Das ist die Analogie zu einem normalen Trafo mit zwei Wicklungen.
Es geht aber auch direkter. Kennt man von der Fahrradreparatur, wenn der Drahtesel umgekehrt steht, auf dem Sattel und Lenker. Schubst man das Vorderrad an, dann bekommt es Schwung. Außen, am Reifen kann man es mit einem einzelnen Finger leicht bremsen (wenig Kraft), wohingegen man sich den Finger bricht, wenn man ihn nah der Nabe in die Speichen steckt (viel Kraft, aber wenig Weg).
Ein solches Schwungrad (nur ein einziges Rad) entspricht der Spule eines Schaltwandlers (nur eine Spulenwicklung). Darum exzellenter Wirkungsgrad!

Der MOSFET für die Akkuladung steuert nicht permanent durch (sonst würde man 19V auf den Akku geben!), sondern er pulst Strom in die Schaltwandlerspule. Die tut den Rest und wirkt dabei wie ein periodisch angeschubstes Schwungrad.

Jetzt weißt Du, wie Schaltwandler funktionieren.
In heutigen Notebooks gibt es nur noch Step-down-Wandler, nach dem "Buck-Prinzip" (Buck-Wandler).
Das Gegenteil davon wäre ein Step-up, bzw. Boost-Wandler. Ein solcher erhöht die Spannug, wobei der Ausgangsstrom reduziert wird. Auch so ein Boost-Wandler kommt mit einer einzigen Spulenwicklung aus.

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Trafo, mit zwei Wicklungen, hat man bei Buck- und Boost-Wandlern keine galvanische Trennung. Ansonsten tun sie aber den gleichen Job.
Immer merken: Abgesehen von den kleinen Wirkungsgradverlusten, ist die Ausgangsleistung gleich der Eingangsleistung!
Verringert man da die Spannung, so erhöht sich automatsich der verfügbare Strom.


Der Akku sollte mit 13V geladen werden und am nebenbeiliegenden Schaltregler liegen am Mosfet 19V am Drain an jedoch ist dieser nicht aktiv das Gate wird nicht angesteuert!
Genau, siehe oben.
Der MOSFET wird erst dann (gepulst) vom Ladecontroller angesteuert, wenn der Embedded Controller die Erlaubnis dazu erteilt hat. Und dazu müssen EC und Akku sich bereits per SMBus unterhalten und einander für lieb befunden haben.

Bei Deinem Gerät kommt noch das von unserem geschätzten Sleepygti erwähnte Tasterchen hinzu, das den Akku sicherheitshalber abschaltet, wenn das Gehäuse offen ist.
Das wird bei Geräten so gemacht, die den Akku innen fest verbaut haben, denn sonst könnte beim Werkeln gar zu leicht ein heftiger Kurzschluss verursacht werden.
Bei Geräten hingegen, deren Akku man zuerst ausbauen muss, um das Gehäuse überhaupt öffnen zu können, entfällt dieser Taster.

Sei froh, dass Du keinen Dell hast, denn da müssen sich vorweg außerdem noch das Netzteil und der EC per 1-Wire-Bus unterhalten haben, bevor die Akkuladung beginnen kann.
Der Grund dafür ist sogar plausibel und gut - sogar vorbildlich - aber die Fehlersuche erschwert das mitunter nicht unerheblich!

Aber vergiss zunächst den Akku, zuerst muss das Mainboard am Netzteil laufen!
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Donnerstag, 7. November 2019, 23:02

Also das Board ist ein Newgate Board jedoch ein 15291-1 hab heute nachgesehen!!!


WOW habe mir jetzt diesen schnellkurs durchgelesen!!! Wahnsinn!!! Eigentlich solltest Geld dafür verlangen!!! Echt Top!!
Hab mir das gleich gespeichert einfach so für den Fall weil echt gute Infos schön verpackt ohne unnötiges drumherum!!!
Was ist dieser EC oder Embedded Controller??? Ist das der Super I/O Chip???
Ich habe nicht wirklich Erfahrung mit Laptop Mainboards kann mir aber das austauschen des Mainboards nicht leisten und da ich bei meinen bisherigen Reparaturen immer mit gutem Erfolg ausgestiegen bin dachte ich ich versuchs mal selber aber ohne Mikroskop ist es sehr schwer die einzelnen Leiterbahnen zu verfolgen und visuelle überprüfungen fallen so gut wie weg!!! Ein gutes Mikroskop ist definitiv meine nächste Investition hab da noch ein altes Funktionierendes 17" Display rumliegen was ich gerne dafür verwenden möchte!!!
Aber zurück zu meinem Laptop, dank deiner sehr detaillierten Anleitung habe ich rausgefunden das ich die 3.3V warscheinlich nicht vom Schaltregler bekommen habe sondern nur den LDO Ausgang gemessen habe! Wie gesagt ich hatte erst einmal ein Laptop zur Reparatur und da war genau einer dieser beiden Mosfets defekt die du in deinem Schnellkurs grün umrandet hast! Das lies sich mit meinen begrenzten Kentnissen leicht herausfinden!!! Bei meiner neuen Kontrolle konnte ich herausfinden das ich nur an einer Spule die 5.2V ablesen kann und das wars!!! An allen anderen nichts! Okay die bei der CPU hast du ja erwähnt können ignoriert werden!!! Die beim Akku ebenfalls, den bei den RAM Plätzen warscheinlich auch denke ich und dann ist noch eine Spule bei dem Grafik Chip aber ich vermute das die Spule gleich neben der 5.2V Spule die für die 3.3V sein müsste aber das muss ich noch rausfinden, ich hol mir jetzt erst mal den Schaltplan und dann bin ich hoffentlich schlauer!!! Ich hatte die 3.3v eigentlich am BIOS Chip eben nur kurz, an diesem ENE Super I/O Chip ebenfalls 3.3V, aber leider ist dies eine der Fehlkonstruktionen wo der Power on Knopf fix in der Tastatur als normale Taste verbaut ist!!! Ich habe aber gesucht ob ich an den Buchsen zum Anschliessen der Tastatur am Mainboard 3.3V messen kann leider waren die mehrfach vertreten sodass ich den Power Button nicht fix bestimmen konnte aber ich dachte das das mit den 3.3V passen müsste weil ich sie an mehreren Bauteilen messen konnte. Wie sich herausgestellt hat war das ein Irrtum!
Ich würde dir gerne ein Foto zeigen weil du scheinst sehr gut zu wissen wovon du redest da hier noch mehrere spulen an diesem Board verbaut sind wäre hilfe hier sicher nicht ganz schlecht!!

Im unteren mittigen Bereich neben der BIOS Batterie sind diese 2 besagten Spulen wovon eine die 5.2V ausgibt und die andere nichts!! Hab das etwas hervorgehoben!!! Etwas weiter oben unterhalb des Kühlkörpers sind 3 Spulen nebeneinander wo ich zuerst dachte das hier das Problem liegt, weil mein Messgerät mir einen Kurzschluss signalisiert hat, beim genaueren betrachten stellte sich aber heraus das die darüberbefindlichen Alu-polymer Kondensatoren einen geringen Widerstand von unter 10 Ohm haben was für mein Multimeter ein Kurzschluss ist!

Darüber, oberhalb des Kühlkörpers, befinden sich nochmal 2 Spulen die allesamt nichts am Ausgang haben und weiter unten dann wieder ist diese RAM Spule und links daneben dann gleich die für den Chip (vermute ich)! Wann das alles so stimmt bleibt eigentlich nur noch die eine Spule für 3.3V übrig!
Würde mir sehr helfen wenn du vielleicht mal drauf schauen könntest!! weil wenn es jetzt doch ein problem mit der 3.3V Rail ist wäre das der Hammer wenn einfach nur ein Bauteil defekt wäre!!!Nach den ganzen Sachen mit BIOS flashen war ich so halbdepri aber jetzt ist wieder Hoffnung aufgeblitzt! Es ist zwaqr blöd nur Anhand eines Fotos aber du hast so große Erfahrung vielleicht siehst du was bekanntes!


Danke schonmal
MB.jpg

7

Donnerstag, 7. November 2019, 23:44

Die Spule links neben von 5,2V messbar ist wie geschrieben der PL4502. Das Fehler liegt (anhand die Infos und Verdacht) entweder davor (auf dein Foto unten, könnte der RT6575 sein) oder danach (darüber).

Spule einseitig aufheben oder ganz ablöten, "oben und unten" nach Kurzschluss messen. Wenn "oben" hat er Kurzschluss es wird vermutlich den Chipsatz schuld, wenn "unten" dann der RT6575.
Wenn keine Kurzschluss zu finden ist dann Board kurz unter Strom setzen und messen ob "unten" der 3,3Volt kommt und bleibt. Wenn kommt, Chipsatz schuld. Wenn nein, hast Hoffnung dass ein neuer RT6575 löst das Problem.

Es kann ja etwas Überraschung im Form von individuelle Fehler vorkommen, aber meistens kommen hier diese Problemen vor.

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8

Freitag, 8. November 2019, 02:37

Eigentlich solltest Geld dafür verlangen!!! Echt Top!!
Verlangen tue ich es nicht. Aber ein Wink mit dem Zaunpfahl: Ich bin bei PayPal und meine Mailadresse steht im Impressum ...


Was ist dieser EC oder Embedded Controller??? Ist das der Super I/O Chip???
Jupp.
Schau mal in folgenden Thread, da wird das alles erklärt:
Infos über Embedded Controller

Ein gutes Mikroskop ist definitiv meine nächste Investition hab da noch ein altes Funktionierendes 17" Display rumliegen was ich gerne dafür verwenden möchte!
Wenn man bloß Leiterbahnen verfolgen will, dann tun bereits gute Fotos einen prächtigen Dienst.
Wenn man aber löten will, dann ist IMHO alles Müll, was nicht auf den Namen "optisches Stereo-Mikroskop" hört.
Man muss zum Löten wirklich stereoskopisch sehen können. Und man kann da die Latenz von Kamera und Display nicht gebrauchen, daher ein normales, optisches Mikroskop zum hindurch Gucken.
Das wurde in folgendem Thread mal thematisiert:
SMD löten


Bei meiner neuen Kontrolle konnte ich herausfinden das ich nur an einer Spule die 5.2V ablesen kann und das wars!!! An allen anderen nichts!
Wie Sleepygti schon schrieb: Links daneben ist die Spule für 3,3V.
Allgemein gesprochen (also jetzt nicht speziell auf Dein MB bezogen):
Wenn einem Mainboard Spannung frisch zugeführt wird, dann starten diese beiden Wandler. Und zwar nur diese, sonst kein anderer.
Bei den meisten Mainboards laufen die dann auch ewig weiter, solange man nichts macht.
Erst nach Betätigung des Einschalttasters kommen dann auch alle anderen Wandler, bis auf dem für die Akkuladung (weil wir ja zunächt immer ohne Akku testen).
Wenn man die Kiste richtig bootet und dann herunter fährt, dann kann es bei manchen Boards normal sein, dass sich auch der 5V-Wandler, und/oder der 3,3V-Wandler schlafen legen (dann erhält ein 3,3V LDO die Einschaltbereitschaft aufrecht). Aber nach frischer Spannungszufuhr sollten diese beiden Schaltwandler laufen.

Dummerweise gibt es heutzutage aber auch alle möglichen Abweichungen von obigem Schema. Z. B. derart, dass nach Spannungszufuhr nur ein 3,3V LDO aktiv ist, aber kein aktiver Wandler. Oder nur einer von beiden ...
Das ist für mich ziemlicher Mist, weil sich das mit meinem Schnellkurs beißt, wo ich sehr darauf beharre, dass die 3,3V und 5V von den aktiven Wandlern immer da sind. So war es ja auch viele Jahre lang. Aber gerade bei den inzwischen immer häufiger anzutreffenden Kompaktgeräten, gehen die Hersteller mitunter sehr eigenwillige Wege, die sich nicht mehr so schön allgemeingültig beschreiben lassen.
So gesehen, müsste ich den Schnellkurs eigentlich mal dahingehend anpassen. Früher, als es nur eines von 100 Gerätemodellen betraf, konnte ich das als exotischen Sonderfall verbuchen und im Schnellkurs einfach unerwähnt lassen, um dort nicht unnötig zu verwirren. Doch inzwischen werden die exotischen Ausnahmen immer häufiger.


leider ist dies eine der Fehlkonstruktionen wo der Power on Knopf fix in der Tastatur als normale Taste verbaut ist!!!
Ja, das ist richtiger Mist, diese Dinger hasse ich!
Mir ist bei solchen Designs aber gelegentlich auch schon mal ein für Testzwecke auf dem Mainboard bestckter, separater Taster unter gekommen!
Das fand ich dann wieder klasse!
Einmal hatte ich sogar ein Modell, bei dem auf beiden Platinenseiten so ein Taster bestückt war! Besser geht es nicht!


Etwas weiter oben unterhalb des Kühlkörpers sind 3 Spulen nebeneinander wo ich zuerst dachte das hier das Problem liegt, weil mein Messgerät mir einen Kurzschluss signalisiert hat, beim genaueren betrachten stellte sich aber heraus das die darüberbefindlichen Alu-polymer Kondensatoren einen geringen Widerstand von unter 10 Ohm haben was für mein Multimeter ein Kurzschluss ist!
Das lässt aber keinesfalls den Schluss zu, dass diese Kondensatoren defekt sind!
Bedenke, dass da noch die Last parallel zum Kondensator liegt!
Die weniger als 10 Ohm sind dort völlig normal.


Jetzt noch zum Posting von Sleepygti:
Wenn dort tatsächlich ein RICHTEK RT6575 bestückt ist (von dem es übrigens die Varianten "A" und "B" gibt), dann ist das ein Chip mit getrennten Enable-Eingängen für 3,3V und 5V.
Darum kann es bei solchen Chips immer der Fall sein, dass einer der beiden Wandler ganz einfach sein erforderliches Enable-Signal nicht erhält. Und dieses Signal wird letztendlich vom Embedded Controller gesteuert.
Und genau dieser Fall dürfte hier auch tatsächlich vorliegen! Denn Chris schrieb im Startposting, dass die 3,3V für einige Sekunden messbar sind!
Darum ging (und gehe noch immer) davon aus, dass der Schaltwandler-IC an sich OK ist. Folglich gab ich schon zu Anfang den Rat, es "einfach" mal mit einem BIOS-Flash zu probieren - auch in der Annahme, dass es dem Chris im Zweifelsfall leichter fallen würde, als die SMD-Löterei.
(Bei mir ist es übrigens definitiv umgekehrt! Ich bin immer froh, wenn ich löten kann, statt mich mit einem garstigen BIOS herum plagen zu müssen!)

Generell sollte man bei solchen Chips immer zuerst, anhand des Datenblattes, die Enable-Eingänge überprüfen, bevor man es überhaupt in Erwägung zieht, den Chip zu tauschen!
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9

Freitag, 8. November 2019, 22:33

Ja wie es scheint komme ich da nicht rum, denn ich habe probiert mit dem Netzteil die 3.3V anzulegen aber es werden nur etwa 100mA gezogen das reicht nichtmal aus damit was warm wird!!! 150mA sinds um genau zu sein!!! Ich kanns ja nochmal probieren das ich die Spule auf einer Seite etwas anhebe aber ich befürchte das das Ergebnis nicht recht weiterhelfen wird, weil es ist ja jetzt auch kein Anzeichen für einen Kurzschluss gibt!!!
Ja das mit den Kondensatoren ist so ne Sache ich kam nur darauf weil das Multimeter piepste und ich nicht nachsah sondern gleich von einem Kurzschluss ausging als ich dann sah das da noch 10 Ohm sind war das erldegigt!!!!
Wegen der 3.3V die ich im Anfangspost erwähnt habe, die habe ich vom BIOS Chip gemessen aber jetzt habe ich es auch an der Spule direkt versucht, mit exakt dem gleichen Ergebnis, aus der Spule kommen 3.4V für etwa 5-6 sekunden in dieser Zeit sind die 3.4V auch komplett stabil, deshalb befürchte ich das es wirklich das von dir genannte BIOS problem ist da ja 6 sekunden für eine Short Circuit Protection eine Ewigkeit ist!!
Ich hätte auch lieber gelötet, das kann ich, bei den Softwaresachen ist immer alles so komplex und ich verstehe nur Bahnhof!!!
Na gut also brauche ich jetzt etwas um den BIOS Chip auszulesen zu speichern und neu überschreiben ist das so richtig???
Und dann noch die Datei selber...
Kann ich das mit soetwas machen??
https://www.ebay.co.uk/p/SPI%2DFlash%2D2…883273414&rt=nc
Gibts da vielleicht einen bewährten link um die BIOS Datei zu bekommen?? Ich habe auf ebay den vorprogrammierten Chip um 18€ gefunden also hab ich ne alternative falls ich diese Datei nicht finden sollte!!
Danke soweit für eure Hilfe ihr seit echt toll!!!
Aber is ne miese nummer jedes Teil was ich für andere reparieren soll hat ne defekte Buchse, nen defekten Eingangsmosfet oder einen Cap der auf GND geht aber wenns mich selber betrifft kommt sowas!!! Ich hoffe das ich das Teil wieder zum laufen bekomme!!!

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10

Samstag, 9. November 2019, 15:11

Ja wie es scheint komme ich da nicht rum, denn ich habe probiert mit dem Netzteil die 3.3V anzulegen aber es werden nur etwa 100mA gezogen das reicht nichtmal aus damit was warm wird!!! 150mA sinds um genau zu sein!!! Ich kanns ja nochmal probieren das ich die Spule auf einer Seite etwas anhebe aber ich befürchte das das Ergebnis nicht recht weiterhelfen wird, weil es ist ja jetzt auch kein Anzeichen für einen Kurzschluss gibt!!!
Sach ich ja. Es gab überhaupt keinen Hinweis auf einen Kurzschluss.


Wegen der 3.3V die ich im Anfangspost erwähnt habe, die habe ich vom BIOS Chip gemessen aber jetzt habe ich es auch an der Spule direkt versucht, mit exakt dem gleichen Ergebnis, aus der Spule kommen 3.4V für etwa 5-6 sekunden in dieser Zeit sind die 3.4V auch komplett stabil, deshalb befürchte ich das es wirklich das von dir genannte BIOS problem ist da ja 6 sekunden für eine Short Circuit Protection eine Ewigkeit ist!!
Wiederum ja. Sowohl der Chip, wie auch die ganze Schaltwandlerstufe für 3,3V und 5V, waren und sind als intakt anzusehen.
Ich tippe nach wie vor darauf das der Embedded Controller dem Schaltwandlerchip nach ein paar Sekunden das Enable-Signal entzieht (warum auch immer).
Grundlegend tut der EC das, was ihm das BIOS flüstert; was ergo das BIOS unmittelbar verdächtig macht. Das wäre schon doof.
Die frohe Botschaft jedoch: Es könnte auch noch andere Gründe geben, als einen korrupten BIOS-Inhalt. Und inzwischen erscheinen mir andere Gründe sogar als wahrscheinlicher; dazu gleich mehr.

Du solltest jetzt sicherheitshalber zunächst einmal das Datenblatt für den RICHTEK RT6575 saugen und dann das Enable-Signal für den 3,3V-Wandler überprüfen (Pin 6 am Chip). Dieser Job liegt deshalb an, um sicher zu stellen, dass wir wirklich auf dem richtigen Dampfer sind und keine falsche Fährte verfolgen.
Meine Prognose (die Du jetzt aber noch überprüfen musst!): Die 3,3V Ausgangsspannung korrespondiert zeitlich perfekt mit der Dauer des Enable-Signals.
- Wenn dem so ist, dann müssen wir die Ursache finden, warum der EC das tut, also warum er nach einigen Sekunden das Enable-Signal wieder entzieht.

Klar, das BIOS kann zermatscht sein und Amok laufen. Aber das erscheint mir inzwischen nicht mehr wahrscheinlich, denn da würde ich nicht genau so ein Verhalten erwarten.
Mir sieht das Verhalten eher danach aus, dass der EC nach Spannungszufuhr ein paar Checks macht und in Folge auf bestimmte Antworten von anderen Schaltungsteilen wartet. Wenn eine Antwort ausbleibt, dann schaltet er sicherheitshalber alles ab, was er abschalten kann.
Aber überprüfe bitte zunächst das Enable-Signal an Pin 6 des Chips, sonst diskutieren wir womöglich in ganz falsche Richtung.

Solange der Enable high ist, müssten die 3,3V erzeugt werden.
Eventuell kannst Du das sogar künstlich herbeiführen, indem Du testweise über einen 1k Widerstand die 3,3V des LDOs (Pin 3) auf Pin 6 schaltest.

Solche Tricks gehen recht häufig auch per Multimeter! Spezial-Trick von mir:
Multimeter auf Diodentest schalten. Schwarze Messleitung auf Masse, rote Messleitung an Pin 6 halten.
Im Modus Diodentest versucht das Multimeter, einen Prüfstrom in eine angeschlossene Diode zu speisen, mit einer Leerlaufspannung von (bei meinem Multimeter) 3V.
Nun ist da ja keine Diode angeschlossen, sondern der Pin 6 des Chips. Das führt dazu, dass er dort 3V erhält, was er als High-Pegel akzeptiert.

Solche Methoden sind etwas ruppig, weil man damit das Signal des Embedded Controllers "übertönt". Aber für kurze Testzwecke kann man das tun.
Da Du wahrscheinlich nur ein einziges Multimeter besitzt, macht es umso mehr Sinn, einen meiner Indikatoren nachzubauen und diesen auf die Spule zu stellen.
Wenn alles so ist, wie ich denke, dann leuchtet der Indikator auf der Spule genau so lange, wie Pin 6 High-Pegel erhält.
Und wenn das wirklich so ist, dann ist der Schaltwandler erwiesenermaßen rundum OK.


Falls es wirklich auf ein BIOS-Problem hinauslaufen sollte (was aber selbst dann noch nicht absolut klar ist, wenn der Schaltwandler definitiv OK sein sollte):

Kann ich das mit soetwas machen??
Ja, aber der ist aus mehreren Gründen ungut, schon allein deshalb, weil dort kein Sockel-Adapter für das SOIC-8 Package beiliegt.
Investiere lieber ein paar Euronen mehr und besorge Dir einen EZP2019, mit allen gängigen Adaptern. Langfristig hast Du da mehr von.
Wähle bei folgendem Artikel in der Auswahlbox (über der Anzahl) an: "With 5 adapter".
https://www.ebay.de/itm/163931694668

Da liegt auch gleich die CD mit der Brennsoftware bei. Erfahrungsgemäß ist es bei diesem Brenner nicht gerade leicht, die Software aus dem Netz zu laden.


Gibts da vielleicht einen bewährten link um die BIOS Datei zu bekommen?? Ich habe auf ebay den vorprogrammierten Chip um 18€ gefunden also hab ich ne alternative falls ich diese Datei nicht finden sollte!!
Bei dem Thema muss ich Dich leider im Regen stehen lassen, das kann ich kostenlos nicht mehr leisten. Und selbst gegen Bezahlung nur höchst ungern.
BIOS-Probleme sind für mich so ziemlich das übelste, was mir überhaupt unterkommen kann.
Selbst ein fertig programmiert gekaufter Chip muss in Deinem Gerät nicht unbedingt funktionieren.
Unserem guten Sleepygti traue ich bei solchen Problemen weit mehr zu, als mir selbst.

Aber es ist ja noch längst nicht klar, ob es am BIOS liegt, also nicht den Kopf hängen lassen!
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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11

Samstag, 9. November 2019, 16:23

BIOS ist mir gegen Stefan eine meine Lieblingstheme, "schnelle Reparatur, leichtes Geld". War aber bei mir auch nicht immer so.Ich musste aber einlernen...wenn man vorprogrammierte BIOS Chip kauft und damit das Notebook wieder läuft noch nicht alle Probleme gelöst. Man verliert die Seriennummern und damit die eigentliche Identität des Mainboardes. Man verliert auch die im BIOS gespeicherte Windows Key, so kann sich ein neues kaufen wenn legal bleiben will.Es kommt vor, dass man ein weltweit oft benutztes Firmware bekommt dann hat Probleme mit Windows Aktivierung (hunderte Notebook mit der selben Seriennummer...).Falls man kein Glück hat die Management Engine (ME) Region im BIOS wurde im gekauften BIOS Chip oder im Netz gefundene Firmware nicht zurückgesetzt und wegen die falsche Identifizierung startet das Board erst immer nach 15-45 Sec Verzögerung was recht unangenehm gegenüber die Kunden zu erklären. Die evtl. falsche Temperaturmanagement und vollpustende Lüfter, nicht erkannte Grafikchips, fehlende UEFI/Legacy Einstellungsmöglichkeit, nicht funktionierende Tastaturbeleuchtung, unbekannte BIOS Passwort usw. runden die "Angebot" ab.
Es ist nicht immer lösbar ein ganz neues Firmware aufzubauen, ich habe in die Jahren auch schon über 1500-1600€ in verschiedene Foren und Seiten (dr-bios, bios-downloads, damals 1bios, elvikom, vlab, vinafix usw.) ausgegeben und auch viele Firmware findet man kostenlos, aber es kommt kaum vor, dass ich ohne etwas zu editieren das Firmware auflade.


Zurück zu konkret Modell: das ganze BIOS File findet man im Updatefile von Acer, man muss aber daran mit Hex-Editor noch arbeiten. Erste und letzte Zeilen kann man anhand die altes BIOS identifizieren, dazwischen findet man im Updatfile auch das vollständige Firmware. Nachdem man diese ausgeschnitten hatte damit das Notebook kann schon richtig starten wenn das Fehler daran lag.
Auf diese Board hat auch der EC sein eigenes Firmware.
Manchmal verursacht es Problemen, wenn das Firmware im EC und im BIOS Chip nicht die selbe Versionen haben, man findet aber in diesen Fall das Firmware für die EC Chip auch im BIOS Firmware eingebaut, einfach die Werte zwischen 200000 - 21FFFF Offset ausschneiden und in ein neues File speichern. Aufprogrammieren schon ein andere Geschichte, es geht nicht mit einfaches Mittel, mann muss dazu auch etwas tiefer in die Tasche greifen.

12

Sonntag, 10. November 2019, 00:29

Hallo Leute!!! Endlich Wochenende!!!
Also Multimeter hab ich zum Glück 3 daheim rumliegen!!!! Ich habe den Test jetzt so durchgeführt und dsa ist definitiv ein zusammenhang sichtbar!!! Zu beginn schaltet pin 6 auf high und sofort stehen an der Spule die 3.4V bereit und genauso Zeitgleich verschwindet auch alles wieder im gleichen Moment wie Pin 6 auf low geht!! Zum vergleichen habe ich auf Pin 20 ebenfalls gemessen was laut Datenblatt der 2. Enable Schalter, also für die 5V zuständig, sein müsste, hier ebenfalls wie zu erwarten, ist der Ausgang permanenzt auf high geschalten die 5V sind ja auch immer da! So und jetzt? ist es hier ratsam den Fehler bzw. die Ursache für das ausmachen zu finden oder kann man sich so wie von dir bereits beschrieben diese 3.3V auch anders wo herholen wenn das so funktioniert!!!

Schwer zu sagen man müsste wissen warum er das macht!!! Dann könnte man die auftretenden Risiken besser abschätzen!
Naja ich wollte das jetzt gleich mal nachschauen nachdem ich die news gelesen habe aber der Tag war bei mir heute extrem anstrengend ich geh jetzt mal schlafen und schau mir das morgen dann noch genauer an vielleicht springt mich die Ursache an mal die Spur verfolgen wo die so hin geht!!!

Nochmal vielen dank für eure Hilfe ihr seit echt spitze!!!!

LG ung

Gute Nacht
Chris

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13

Sonntag, 10. November 2019, 01:22

OK, super!
Wie schon die ganze Zeit erwartet, ist der duale Schaltwandler also völlig OK!


oder kann man sich so wie von dir bereits beschrieben diese 3.3V auch anders wo herholen wenn das so funktioniert!!!
Nein, bloß nicht!
Das wäre ja so, wie beim Auto die Bremse auszubauen, bloß weil die Karre zum Fahren (also der Primäraufgabe) keine Bremse braucht.

Man muss dem Embedded Controller schon die Chance lassen, den Schaltwandler abschalten zu können, wenn er Gründe dafür sieht.
Und das gegenwärtige Problem besteht halt genau darin, DASS der EC einen solchen Grund sieht.
(Oder er ist schlicht verrückt geworden - BIOS Problem).

Es wäre jetzt richtig schick, einen Schaltplan zu haben, denn darin findet sich womöglich (leider jedoch nicht garantiert) der gesuchte Hinweis.
Meine Vermutung ist, dass der EC nach Stromzufuhr einige Schaltungsteile anspricht und auf die jeweiligen Antworten wartet, wobei eine davon halt ausbleibt.
Das ist jetzt leider nichts, was ich mal eben so mit Links wuppen würde, selbst wenn ich die Kiste auf dem eigenen Tisch stehen hätte!
Aber meine eigene Vorgehensweise wäre die, (notfalls stundenlang) nach dem Schaltplan zu recherchieren.

Du hast ja jetzt Zugriff auf Tafelrunde, schau mal hier:
https://www.edv-dompteur.de/forum/index.…ad&threadID=301

Ich selbst verheize bei meiner Arbeit übrigens mehr Zeit mit Recherche (nach Schaltplänen, BIOS-Files und Bauteilen), als für die eigentliche Reparatur!
Also nicht gleich aufgeben, wenn Tante Google mal nicht liefert (bzw. nicht liefern darf!).
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14

Dienstag, 12. November 2019, 21:22

Ja wegen dem Schaltplan hab ich schon gesucht und habe auch schon ein paar Anlaufstellen gefunden aber halt leider nicht gratis!!! Eine option wäre für 15€ von Laptop Schematics oder um 8€ von ner anderen Seite weiß jetzt den Namen nicht habs mir aber gespeichert!!! Ich bin da nur etwas mistrauisch weil ich das schon kenne da wird geworben mit den verschiedensten sachen und wenn man sich dann wirklich registriert muss man feststellen dass der grossteil nicht verfügbar ist!!! Aus dem Grund tendiere ich zu Laptop-schematics.com, es seidenn ich finde hier jetzt unter den links eine passenden Schaltplan!!!Wenn wir schon davon reden vielen dank für die Zugriffsrechte!! :036:

Dass der grossteil der Zeit für Recherchen und andere Suchereien drauf geht ist mir auch schon aufgefallen, überhaupt bei diesen SMD Bauteilen wo teilweise irgendetwas oben steht und nicht die Bauteilbezeichnung, wenn man dann auf Google danach sucht findet es nichts oder irgendetwas ganz verkehrtes wie Autoteile etc.

Deshalb wollte ich mir auch den Schaltplan kaufen um einzelne Bauteile besser zu identifizieren! Wie z.B.: bei diesem RT6575 da steht zwar im Datenblatt genau beschrieben was da drauf stehen soll und so habe ich den dann auch gefunden, aber wenn ihr mir nicht gesagt hättet dass das der RT6575 ist wäre ich so schnell nicht drauf gekommen! Meine erste Anlaufstelle ist immer Google aber bei diesen SMD Codes findet auch Tante Google nichts mehr was den Austausch einzelner Komponenten sehr schwierig macht auch ist es fast unmöglich ein Bauteil auf Funktion zu überprüfen wenn man nichtmal weiß was das eigentlich ist!!!

Ich habe 2 pdf Dateien mit Insgesammt 1000 Seiten mit SMD Codes aber dieser 5X=YM für den RT6575 habe ich noch nirgendwo gefunden!!

Ich habe das jetzt mal probiert also wenn ich den 6er pin vom RT6575 manuel high schalte bekomme ich an der 3.3v Spule ebenfalls einen stabilen Output! Da kommen wir dem ganzen ja schon etwas näher also scheint technisch alles in Ordnung zu sein!!! Also werde ich mich jetzt mal mit dem BIOS beschäftigen! Leider sind derzeit bei mir in der Firma 2 Leute krank und ich komme zu nicht viel aber muss mir eh mal das nötige equipment besorgen!!! Und da ich derzeit total Pleite bin wird das alles sicher noch ein paar Tage dauern!!! Auch werde ich mir so wie es ausschaut den Schaltplan kaufen müssen da ich zu dem Modell leider nichts finde (mieses Modell anscheinend)!!

15

Mittwoch, 13. November 2019, 22:31

Ich weiß nicht aber ich befürchte ich habe einen IC Kurzgeschlossen und damit geschossen!!!
Es ist ein Identischer Chip wie der RT6575, ebenfalls 20Pin und selbe Gehäuseform, ist aber weiter oben bei GPU und CPU in der Nähe! Mir ist aufgefallen das plötzlich ein Kondensator bei RT6575 sehr heiß wird es war aber kein Kurzschluss hier und der Kondensator war auch noch in Ordnung, zum Glück ist mir das gleich aufgefallen!! Jedenfalls hab ich dann diesen Chip gefunden der ebenfalls sehr heiß wurde aber ich finde nichts dazu im Internet sagt euch das was, es steht oben 24-3g oder 24=3G und in der unteren Zeile müsste das UH oder U11 heissen leider sehr schlecht zu lesen aber es is wie der RT6575 und da war ja auch nur die erste Zeile die Bezeichnung das 5x=ym, ach ja und die Line die so heiß wurde lag am 5V LDO vom RT6575! Der andere Chip ist befürchte ich defekt, aber ich muss wissen was das ist damit ich Ihn tauschen kann!!! Ohne diesen Chip Schalten die Eingangsmosfets nichtmal durch also muss das wichtig sein!!!
Ich habe da aber bis jetzt noch nichts gemacht diese Teile lagen eigentlich unter der Heatsink aber die hatte ich bisher nicht runtergenommen erst jetzt weil ich musste und an der 5V Rail hab ich ja eigentlich gar nichts gemacht und schon garnicht an dem 5V LDO also ich bin echt überfragt warum oder wie das jetzt passiert ist!!! Ich muss mir jetzt wirklich ein Mikroskop zulegen das is so nichts mehr!!!
Du sagtest ja Stereo Mikroskop seien die besten! Aber die hochwertigeren sind halt auch teuer ich wollte mir eigentlich so eine Full HD Camera kaufen und dann mit einem Objektiv mit 300er vergrößerung aufbauen vom Ausgang dieser Kamera wollte ich dann auf ein altes Laptopdisplay gehen muss mir nur noch das Treiberboard hierfür bestellen!!! Diese Lösung würde mich etwa 150€ kosten und ich hätte dann ein schönes grosses 15-17" Display und die Kamera die mir das alles schön vergrößert und am Display anzeigt! Ich habe schon oft auf Youtube Videos gesehen bei denen solche Kameras für mich top Bilder liefern!! Di haben zwar alle ein Stereomikroskop auch dabei aber wenn ich mal das Geld dafür habe werd ich mir auch eines kaufen derzeit versuche ich aber mit dem geringsten Finanziellen Aufwand eine Lösung zu finden die für mich ausreicht und wenn ich damit visuelle defekte an Bauteilen auf einem Mainboard oder Smartphone sehen kann und darunter genug Platz ist damit man noch schön Löten kann bin ich voll zufrieden!!!! Das ich nicht das billigste Modell um 35€ nehmen sollte ist mir bewusst aber ich dachte etwa an soetwas hier:
https://www.aliexpress.com/item/32992225…3c004MmjRK&mp=1
Vielleicht kannst du dir das mal ansehen und mir weiterhelfen ob das ausreichend ist da ich mich bei soetwas eigentlich nicht auskenne!!!!
Es muss gross genug sein damit ich auch die kleinen Kondensatoren halbwegs gut sehen kann und vorallem das ich eventuell auch die Pins gut erkennen kann und visuell sichtbare Fehler (brutzelspuren etc.) auch erkennen kann!!! Auch sollte die Grafik gut genug sein um nicht nur verschwommene Bilder zu bekommen! Und wie gesagt der Abstand zwischen Objekt und Objektiv soll gross genug sein das ich noch darunter Löten kann!
Geht das mit dem Teil??? Für mich stand der Entschluss eigentlich schon fest das im Link erwähnte zu kaufen!!!

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16

Sonntag, 17. November 2019, 22:51

Sorry für die späte Antwort, ich musste am Mittwoch weg und bin gerade erst zurück.

Eine Bitte habe ich an Dich: Deine Postings sind wirklich SEHR schwer zu lesen, wenn Du Satzzeichen einfach weg lässt.
Ich weiche in dieser Beziehung ja selbst gerne vom Duden ab, weil ich die Regeln erstens nicht komplett verstehe und sie zweitens ganz entschieden nicht einsehe. Aber ich gebe mir große Mühe, so zu schreiben, dass man meine Texte flüssig lesen und trotzdem zweifelsfrei verstehen kann.
Es wäre super, wenn Du Deine Texte ebenfalls so verfassen würdest, dass der Leser auf Anhieb verstehen kann, was Du willst.


Jedenfalls hab ich dann diesen Chip gefunden der ebenfalls sehr heiß wurde aber ich finde nichts dazu im Internet sagt euch das was, es steht oben 24-3g oder 24=3G
Schau mal hier:
https://www.edv-dompteur.de/forum/index.…ad&threadID=424

Dort ist s-manuels.com verlinkt.
Der Bauteilcode "24=" führt zu dieser Unterseite:
http://www.s-manuals.com/smd/24

Dort findest Du den gesuchten Chip. Es ist ein RT8231.


Du sagtest ja Stereo Mikroskop seien die besten! Aber die hochwertigeren sind halt auch teuer
Ungefähr 240,- Euronen muss man einplanen.
Mit Glück bekommt man so ein Teil vielleicht gebraucht und entsprechend billiger.


ich wollte mir eigentlich so eine Full HD Camera kaufen und dann mit einem Objektiv mit 300er vergrößerung aufbauen vom Ausgang dieser Kamera wollte ich dann auf ein altes Laptopdisplay gehen
Damit wirst Du nicht froh! Spare Dir das Geld!
So eine Lösung taugt bestenfalls zur Inspektion, aber keinesfalls zum Löten.
Zum Löten braucht man unabdingbar erstens die stereoskopische Sicht und zweitens eine komplett latenzfreie (unverzögerte) Anzeige.
Digitale Bilddarstellung hat immer Latenz. Beim Löten stört dieser unvermeidbare Sekundenbruchteil deutlich.


Viel zu teuer für eine Lösung, mit der man in der Praxis eh nicht klar kommt.
Es ist IMHO sinnlos, nach billigeren Alternativen zu suchen, zu dem, was ich Dir bereits verlinkt hatte.
Teurer geht immer, aber ich wüsste partout keine billigere und trotzdem noch akzeptabel brauchbare Alternative zu einem optischen Stereo-Mikroskop der 240-Euronen Preisklasse.
Digital ist Müll, sofern man löten möchte.
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17

Montag, 18. November 2019, 02:35

Ergänzung, nachdem ich Deinen Text noch einmal gelesen habe:

Ohne diesen Chip Schalten die Eingangsmosfets nichtmal durch also muss das wichtig sein!!!
Oh Mann! :559:
Ich kann mir lebhaft vorstellen, warum die Eingangs-MOSFETs ohne diesen Chip nicht durchschalten.
Der RT8231 ist ein Schaltwandler-IC. Eine Schaltwandler-Stufe in Notebooks besteht immer aus folgenden Kern-Komponenten:
  1. Dem Schaltwandler-IC
  2. Zwei MOSFETs
  3. Einer Induktivität
  4. Einem Kondensator (bzw. derer mehrere) hinter der Induktivität.

Die MOSFETs bilden eine Halbbrücke. Sie werden im Normalbetrieb immer abwechselnd angesteuert, aber NIEMALS gleichzeitig, denn sonst würde ja aller Strom, den das Netzteil nur hergeben kann, von der System-Rail, durch die beiden Schaltwandler-MOSFETs, nach Masse fließen. Kurzschluss!

Wenn so ein Kurzschluss mal auftritt, dann registriert das der Ladecontroller, anhand des viel zu hohen Stroms durch den Shunt hinter den beiden Eingangs-MOSFETs. Als Panik-Maßnahme wird der Ladecontroller dann die Eingangs-MOSFETs sperren.
Was dann weiter im Detail passiert, ist halt vom bestückten Ladecontroller abhängig. Auch das BIOS kann da durchaus mit rein pfuschen, weil der Ladecontroller mit dem Embedded Controller kommuniziert.

Nun der entscheidende Punkt: Dadurch, dass Du den RT8231 ausgelötet hast, "floaten" die Gates der beiden Schaltwandler-MOSFETs, die er sonst ansteuert!
Da MOSFETs rein spannungsgesteuerte Bauteile sind, reicht schon die leiseste Ladung, um die Dinger durchsteuern zu lassen!
Mit anderen Worten: Kurzschluss! Und in Folge sperrt der Ladecontroller die beiden Eingangs-MOSFETs.

Bis hierhin war es noch harmlos, nun kommt's:
Wenn Du richtig Pech hast (wovon mit "guter" Wahrscheinlichkeit auszugehen ist), dann hat zuerst der floatende "Upper"-MOSFET des Schaltwandlers durchgesteuert. Die Folge: 19V auf die Spule ... keine Ableitung nach Masse, daher auch 19V hinter der Spule ... RAM im Eimer! Mindestens das RAM! Wenn nicht gar auch noch der Chipsatz.


Wir merken uns:
Man gebe NIEMALS Saft auf ein Mainboard, wenn ein Schaltwandler-IC ausgelötet wurde!

Und wir merken uns auch den Grund:
Ohne dem Schaltwandler-IC floaten die Gates der sonst vom IC angesteuerten MOSFETs!

"Floaten" bedeutet "unbestimmtes Durchschalten". Die Worte "Tod und Verderben" umschreiben recht gut, was das in der Praxis bedeutet.
:065:
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18

Montag, 18. November 2019, 20:30

Oh mein ****!!!
Woher weisst du denn das alles??? Ich habe noch nichtmal rausfinden können um welches Bauteil es sich handelt und du weißt nicht nur sofort um welches Bauteil es sich handelt sondern auch was das alles angerichtet haben wird!!!
Also gut wenns nur um den RAM ginge ists halb so schlimm es war keiner eingebaut!!!

Ich mache das ganze mit Elektronik reparaturen erst seit etwa 2 Jahren und habe mir das meiste selber beigebracht durch Bücher Google und Youtubejedoch muss ich dadurch meine Lektionen auf die harte Tour lernen!!! Ich hatte leider nie jemanden im Umfeld der sagte nein so mach das nicht weil.... oder mach das so weil ....
Entweder es lief oder auch eben nicht aber so wie du jetzt das einem gleich genau erklärt wird was da los ist finde ich toll!!!
Ich habe schon Grundwissen, ich weiß wie Mosfets funktionieren kenne mich ein wenig mit Schaltreglern aus aber die zusammenhänge zu erkennen da tu ich mir noch etwas schwerer!!!

So wie jetzt halt!! Aber woher weißt du das es sich hier um den RT8231 handelt muss man hier alle bezeichnbungen Auswendig können google findet nichts dazu!!! Und das ist immer meine erste Informationsquelle!!!
Und wie warscheinlich ist es das der Chipsatz betroffen ist???
Ich werde mir jetzt mal diesen RT8231 bestellen und vielleicht auch gleich nen neuen BIOS Chip und dann sehen ob es wieder läuft und wenn nicht hab ich ihn geschrottet :068:
Aber gut diesen Fehler mache ich bestimmt nicht nochmal!
Aber es wurden ja nichtmal mehr die 3 oder 5v vom Schaltregler ausgegeben vielleicht ist der Schaden gar nicht so schlimm gibts dafür noch Chancen oder meinst du das das jetzt alles schon unnötig ist weil er jetzt bestimmt defekt ist und zwar so richtig defekt!!! Weil den Chipsatz kann man ja nicht mehr tauschen oder weil der ist doch vorprogrammiert oder?

Sorry für die vielen Fragen aber ich habe gerade etwas Panik weil ich überhaupt kein Geld für einen neuen Laptop habe!


Edit von Schutzmann: KEINE Religion in diesem Forum! NULL! Auch keine Alltagsphrasen mit religiöser Schlagseite!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Schutzmann« (18. November 2019, 22:08)


19

Montag, 18. November 2019, 21:43

...es ist ganz genau ein RT8231AGQW.

Auf diese Board sind 3 Stück davon.
Sehr grob:
- Eins neben RAM-Slots, er "liefert" Strom für RAM und auch der Prozessor bekommt davon.

- Eins neben Intel Chipsatz, er liefert Strom für Chipsatz.

- Eins neben Grafikchip, davon bekommt Strom der Grafikchip, Grafikspeichern und auch der Intel Chipsatz.


Der Chipsatz mag kein Überspannungen, stirbt leicht, aber tauschen kostet noch nicht der Welt.

Prozessor hält ein wenig Überspannung oft aus, auch wenn kurzfristig direkt 19 Volt bekommen hat hat man Chance, dass er noch lebt. Wenn nicht, dann ein Reparatur lohnt sich nicht mehr.

20

Montag, 18. November 2019, 22:11

@Chris: Beachte das von mir vorgenommene Edit deines Postings!

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21

Dienstag, 19. November 2019, 00:53

Woher weisst du denn das alles??? Ich habe noch nichtmal rausfinden können um welches Bauteil es sich handelt und du weißt nicht nur sofort um welches Bauteil es sich handelt sondern auch was das alles angerichtet haben wird!!!
Ich hatte Dir in Posting Nr. 16 doch den Thread "Kryptische Bauteil-Kurzbezeichnungen entschlüsselt" verlinkt.
Damit ist die Frage, woher ich das weiß, doch geklärt!?!
Ich wusste es selbst auch nicht auf Anhieb, welches Bauteil sich hinter dem Kürzel verbirgt. Sondern ich habe dort ganz einfach kurz nachgeschaut.


Ich mache das ganze mit Elektronik reparaturen erst seit etwa 2 Jahren und habe mir das meiste selber beigebracht durch Bücher Google und Youtubejedoch muss ich dadurch meine Lektionen auf die harte Tour lernen!!! Ich hatte leider nie jemanden im Umfeld der sagte nein so mach das nicht weil.... oder mach das so weil ....
Auch ich habe es mir alles selbst angeeignet.
Auch ich hatte keinen Mentor.
Und übrigens habe ich selbst auch schon mal ein Mainboard gekillt, durch kopfloses Auslöten eines Schaltwandler-ICs und dadurch floatenden Gates!
Aber ich habe den Mist, den ich da verzapft hatte, anschließend verstanden und mir die schmerzhaft gelernte Lektion sogleich gründlich hinter die Ohren geschrieben!


Und wie warscheinlich ist es das der Chipsatz betroffen ist???
Wie wahrscheinlich ist es, wenn ein Autoreifen platzt, dass man einen Unfall baut?
- Schwer zu sagen, aber die Gefahr ist durchaus groß.


Ich werde mir jetzt mal diesen RT8231 bestellen
Dann aber bitte die Variante AGQW, wie Sleepygti schon schrieb - und wie es dort auf s-manuels.com auch angegeben ist, wenn Du meinen Links aus Posting Nr. 16 folgen würdest.
Auch im Datenblatt, das Du auf s-manuels.com findest, ist das Markierungsschema aufgeschlüsselt: "24=" steht explizit für die Variante RT8231AGQW.


und vielleicht auch gleich nen neuen BIOS Chip
Ich glaube, Du rührst da etwas viel und etwas konzeptlos in der Schaltung herum.
Einen BIOS-Chip tauscht man nicht einfach so, zumal wenn echte Hardwareschäden vorliegen; das kann den Kummer nämlich durchaus erhöhen.
Solange da ein Kurzschluss vorliegt, oder Bauteile ungewöhnlich heiß werden, müssen wir über das BIOS gar nicht nachdenken.


Aber es wurden ja nichtmal mehr die 3 oder 5v vom Schaltregler ausgegeben vielleicht ist der Schaden gar nicht so schlimm gibts dafür noch Chancen oder meinst du das das jetzt alles schon unnötig ist weil er jetzt bestimmt defekt ist und zwar so richtig defekt!!!
Natürlich wurden die 3,3V und 5V nicht erzeugt! - Wie denn auch, wenn doch die beiden Eingangs-MOSFETs gesperrt haben?
Dadurch war keine Spannung auf der System-Rail, die sämtliche Spannungsregler sonst mit 19V versorgt! Da kann kein Regler arbeiten!
Lese doch noch einmal aufmerksam den Schnellkurs durch!


Weil den Chipsatz kann man ja nicht mehr tauschen oder weil der ist doch vorprogrammiert oder?
Aus meiner persönlichen Sicht ist ein Mainboard als Totalschaden zu betrachten, wenn einer der großen BGA-Chips hinüber ist.
Sleepygti sieht das entspannter, als ich. Und tatsächlich hat er mir schon mal erfolgreich ein Board gerettet, bei dem ein BGA-Austausch erforderlich war.
Für mich besteht da eine unauflösbare Diskrepanz zwischen meiner auf Erfahrung basierten, festen Meinung, dass BGA-Austausch nicht sinnvoll ist einerseits, sowie andererseits Sleepygtis unleugbarem Erfolg bei seiner Aktion.

Es ist ungefähr so, wie wenn man felsenfest überzeugt ist, dass es weitgehend sinnlos ist, sich mit einem ausgewachsenen Bären auf einen Ringkampf einzulassen.
- Die Statistik lehrt meines Erachtens, dass es die Lebenserwartung verkürzt ...
Tja, und dann kommt jemand wie Sleepygti und übersteht den Kampf mit einem Bären. Und er sagt, dass er diese Tiere ständig nieder ringt. Was soll man dann sagen? Bärenkampf ist easy und harmlos?

Ich bin jedenfalls nach wie vor der Meinung, dass man einem Mainboard nicht mehr vertrauen kann, das einen BGA-Austausch hinter sich hat. Es ist halt wie ein großflächig geflickter Fahrradreifen - kann halten, ja. Kann aber auch nach einiger Zeit undicht werden. Das einfach nix, womit man ruhigen Gewissens eine tagelange Tour in menschenleerer Gegend machen möchte.
Zumindest sehe ich das so.

In unserer heutigen Zeit geht ohne Computer rein gar nichts mehr. Man muss sich auf die Kiste absolut verlassen können, insbesondere wenn man kein brauchbares Zweitgerät hat, auf das man schnell und "ohne Verluste" umschwenken kann.
Niemand kann ein Damoklesschwert über dem Kopf gebrauchen.
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22

Dienstag, 19. November 2019, 11:17

Es ist halt wie ein großflächig geflickter Fahrradreifen - kann halten, ja. Kann aber auch nach einiger Zeit undicht werden.
Wenn man richtig mit ein BGA Chip gearbeitet hat die Gefahr ist nicht viel mehr als bei andere Reparaturarten, sogar bei Neugeräten. Vor 6-7 Jahren hatte ich im Werkstatt ständig 5-7 Jahre alte Notebooks zur Reparatur, jetzt lieber 2-4 aber nicht selten die 1 Jahre und sogar jüngere Geräte.
Auch wenn wir die schlimmste Fall annehmen, dass alle meine Chipreparaturen halten nur bis zu Garantieende also 1 Jahr und nicht mehr, es heißt dann langsam, dass die Lebenszeit des Notebooks verdoppelt wird :D und das für ein Bruchteil des Neupreises.
Da ich aber viele von mir reparierte Notebooks weiterhin verfolgen kann (jährliche Reinigung da die Kunde verstanden hat wie wichtig es ist oder Familie und Bekannten) weiß ich, das mehrere davon sogar länger laufen als bis erst kaputtgegangen sind.
Einige geht ja auch wieder kaputt... aber nicht wirklich mehr als bei andere Reparaturen. Wer hatte noch kein Rückläufer wo zB. ein KerKo oder MosFet getauscht wurde und nach kurzer Zeit trotz sorgfältige Bearbeitung doch noch was anderes am Board ausgefallen ist? Nach Kurzschluss auf Mainboard Lan, Audio, Kartenleser oder bei Displaykabelbruch das Display nach kurzer Zeit ausgefallen ist? und...und...und...

Die schlechte Ruf kommt von die unglaublich viele Bastlern die mit erhitzen des alte BGA Chips viel Geld und viel Ärger gemacht haben. Es war Massensport bis vor einige Jahren. Zum Glück diese "Kollegen" sterben langsam aus weil die Chipdefekten nicht mehr so alltäglich sind und wenn vorkommen auch nicht mit ein Heißluftfön "reparabel" sind (die Notebooks gehen früher kaputt als die BGA Chips drin; BIOS, EC, MosFet, KerKo sind die Schläger heute).

80% der Menscheit glauben und teilen, dass Mainboards kann man nicht reparieren, lieber neues Notebook kaufen. Wir reparieren die trotzdem oder?
Du glaubst nicht, dass BGA Reparatur sinnvoll ist, ich mache es trotzdem :P Wer hat recht? Mainboards sind doch nicht reparabel...

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23

Dienstag, 19. November 2019, 14:33

Wer hatte noch kein Rückläufer wo zB. ein KerKo oder MosFet getauscht wurde und nach kurzer Zeit trotz sorgfältige Bearbeitung doch noch was anderes am Board ausgefallen ist?
In den 14 Jahren, die ich das nun schon treibe, hatte ich geschätzt keine 10 Geräte ein zweites Mal auf dem Tisch. Und dann auch eher wegen völlig anderen Defekten, wie Sturzschäden mit Scharnierbruch, oder Flüssigkeitseinwirkung.
Dass nach einem Kerko-Tausch später ein anderer Kerko ausfiel, hatte ich vielleicht zwei Mal und das habe ich dann als Garantiefall behandelt. In solchen Fällen tausche ich dann kostenlos auch noch das Netzteil. Gerade Dell-Netzteilen traue ich nämlich nicht über den Weg.

Eine Kette ist halt nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Wenn von den hunderten Kerkos in einem Notebook mal einer ausfällt und ersetzt wird, dann hat man nach meiner Erfahrung Ruhe. Gleiches gilt für MOSFETs (wobei ich die gerne gegen stärkere, bzw. niederohmigere Typen austausche).
Gilt auch für Schaltregler-ICs und Ladecontroller. All das kann man locker austauschen, ohne Reklamationen befürchten zu müssen.


Die schlechte Ruf kommt von die unglaublich viele Bastlern die mit erhitzen des alte BGA Chips viel Geld und viel Ärger gemacht haben.
So dachte ich früher auch. Und folglich dachte ich früher (mindestens acht Jahre her), dass mit einer guten BGA-Maschine, unter penibler Einhaltung aller Parameter (Temperaturkurve und so), auch ein BGA-Tausch zuverlässig möglich sein müsste.
Später revidierte ich diese Meinung komplett. Seither glaube ich auch beim Einsatz einer BGA-Maschine prinzipiell nicht mehr an den dauerhaften Erfolg.
Den hauptsächlichen (aber nicht einzigen) Grund dafür sieht man in diesem Video:
https://youtu.be/zWLC_O1XBhY?t=438

Das Video beginnt in diesem Link bei 7:18 - kurz vor der interessanten Stelle. Man sieht dort, wie sehr sich die großflächig erhitzte Platine schon bei leichtem Druck durchbiegt.
Nahe der Löttemperatur wird das Basismaterial nunmal weich, daran ist nichts zu rütteln, egal wie penibel man die zulässige Temperaturkurve einhält.
Und selbst wenn man eine BGA-Maschine mit optimaler Platinenhalterung hätte (gibt es die?) und es handwerklich irgendwie geschafft bekäme, bei dem Gefummel nichtmal den leisesten Druck auszuüben, so ist es doch völlig offensichtlich, dass thermische Verspannungen im Material schlicht unvermeidbar sind.

Bei kleineren Chips, MOSFETs, Kerkos, ist das alles unkritisch, weil da nicht derart großflächig auf Löttemperatur erhitzt werden muss und weil sich etwas thermische Spannung im Platinenmaterial bei solch kleinen Bauteilen kaum auswirken kann.
Bei BGA sieht es anders aus. Die Chipfläche ist riesig, der Chip ist starr und die winzigen BGA-Balls können nicht die Spur federn, können also nicht den kleinsten Verzug ausgleichen.

Bei der Southbridge ist es vielleicht noch einigermaßen tragbar, aber besonders übel ist es beim Grafikchip, weil der im Betrieb kochend heiß wird und weil er sich im Ruhezustand wieder auf Raumtemperatur abkühlt. Da ist also täglich thermischer Stress im Spiel, bei dem das Material "arbeitet"; sich ausdehnt, sich wieder zusammen zieht.
IMHO nur eine Frage der Zeit, bis die winzigen Lötstellen unter dem Chip zermürben.
Bleihaltiges Lot mag auf dieses Problem zumindest entschärfend wirken, aber das ist ja inzwischen nicht mehr erlaubt.


Du glaubst nicht, dass BGA Reparatur sinnvoll ist, ich mache es trotzdem :P Wer hat recht?
Wir beide.
Ich widerspreche Dir ja gar nicht. Wenn Du mit Deinem Gewerkel eine gute Erfolgsstatistik hast, mit nur ganz wenigen Reklamationen, dann gibt der Erfolg Dir recht.
Gleichzeitig ist es aber nicht weg zu diskutieren, was man im oben verlinkten Video sehr schön sieht.
Darum sage ich, dass eine Diskrepanz besteht, zwischen meiner festen und begründeten Überzeugung einerseits und Deinem Erfolg andererseits.

Wir haben da aber auch eine unterschiedliche Philosophie. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass man sich auf ein Notebook absolut verlassen können muss. Auch nach einer Reparatur.
Wenn ich mich auf mein Fahrrad maximal verlassen muss, weil ich vier Wochen durch die menschenleere Prärie radeln will, dann verwende ich keinen schon mal großflächig geflickten Schlauch, der möglicherweise Luft lassen könnte (und es oft eben auch tut). Sondern dann ziehe ich einen neuen Schlauch auf die Felge und erspare mir damit eventuellen (und einigermaßen wahrscheinlichen) Ärger.
Platzen kann auch ein neuer Schlauch, aber ein bereits geflickter hat nun einmal eine höhere Ausfall-Wahrscheinlichkeit.

Ich möchte mir von meinen Kunden nicht anhören müssen, dass ihr kurz zuvor repariertes Gerät ausgerechnet bei einer geschäftlichen Präsentation, mit Beamer, vor 500 Zuschauern, plötzlich wegen gleicher Macke erneut ausgefallen ist.
Und diesen hohen Anspruch übertrage ich auch auf Studenten und Privatleute. Die Abhängigkeit vom Computer ist heutzutage einfach gar zu hoch, auch für einen Privatmann kann es fatal sein, wenn die Kiste ausfällt.
Darum repariere ich keine Boards mit BGA-Macke, weil ich dafür anschließend nicht die Hand ins Feuer legen könnte.

Um jeden Kerko, den ich austausche, mache ich ziemlich aufwändigen Zirkus. Ich verwende bewusst keine neuen Kerkos, sondern nur aus alten Boards ausgeschlachtete (und somit bewährte - Stichwort Badewannenkuve ).
Zuerst messe ich so einen Kerko durch. Anschließend beaufschlage ich ihn mehrfach, in wechselnder Polarität, mit 29V (was mein Netzteil halt her gibt). Danach messe ich ihn erneut durch. Und nur dann, wenn er diese mehrfache Tortur anstandsfrei überstanden hat, löte ich ihn ein. Da kann ich mir dann mit bestem Gewissen sicher sein, dass dieser Kerko nicht ausfallen wird. Wenn ein anderer ausfällt, dann hat das mit meiner Reparatur nichts zu tun, das ist dann halt Pech. Trotzdem würde ich den Ausfall eines anderen Kerkos als Garantiefall kostenlos abwickeln, aber ich kommuniziere (und belege) dann auch, dass es eigentlich ein anderer Defekt war.
Ich schicke meinen Kunden nach jeder Reparatur Fotos von der exakten Stelle, an der ich tätig war, so dass es auch im Nachhinein ganz zweifelsfrei nachvollziehbar ist, was genau gemacht wurde.

Also insgesamt ist mein Anspruch einfach hoch. Ich will, dass sich der Kunde maximal auf sein Gerät verlassen kann. Dafür nehme ich erhöhten Aufwand in Kauf und darum sind meine Preise auch nicht die günstigsten.
Reparaturen, bei denen ich mich anschließend nicht für die Zuverlässigkeit verbürgen könnte, mag ich nicht durchführen.
Es ist einfach eine Frage der Philosophie.

Es geht hier also nicht um "recht haben"; nicht um Deine Sichtweise gegen meine Sichtweise. Sondern wir haben beide recht. Wir machen beide das, wozu wir später stehen können.
Du kannst auf Deine gute Statistik bei BGA-Raparaturen verweisen. Ich wiederum, würde einen Kunden nicht mit einem großflächig geflickten Fahrradreifen in die Prärie schicken, weil mir, nach meiner Philosophie, auch eine relativ geringe Ausfallwahrscheinlichkeit untragbar hoch erscheint.

Nach meinem beschriebenen Standdard ausgetauschte Kerkos gehen nie wieder kaputt - sowas mag ich! Dazu stehe ich voll und ganz!
Ausgetauschte BGAs hingegen, machen hin und wieder erneut Ärger. Bei schlechter Arbeit sogar häufig. Bei Deiner guten Handwerkskunst zwar nur eher selten, aber "nur eher selten" ist für meine Ansprüche halt nicht ausreichend. Ich mag kein Damoklesschwert über dem Kopf und mag auch meinen Kunden kein solches zumuten.
Das oben verlinkte Video zeigt eindrucksvoll, warum ich persönlich mit BGA-Raparaturen ganz prinzipiell nicht grün werde, egal wie sorgfältig gearbeitet wird.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

- Technische Fragen zu Eigenreparaturen bitte möglichst öffentlich im Forum stellen! -
Telefonische Reparaturtipps sind ab sofort kostenpflichtig, siehe hier:
https://www.edv-dompteur.de/forum/index.…ad&threadID=504

24

Dienstag, 19. November 2019, 16:21

...Du magst doch sehr diese Video zu verlinken wo jemand das Board durch falsche Behandlung kaputtmacht. Das Board ist fehlerhaft fixiert, bei so dünne Boards man muss ja zusätzliche Unterstützung verwenden, sonst auch im kalten Zustand so schwach sind.Diese Video zeigt, wie man nicht arbeiten darf.

Diese Lenovo Prozessoren sind bei alle Ecken so geklebt dass es auch unterm Prozessor läuft und wie auf diese Video zu sehen ist man kann nicht richtig entfernen (mit riesen Glück verliert man nur kein wichtige Kontaktpins).
Man muss echt viel Druck ausüben um diese Klebestellen aufzubrechen da die werden durch die Hitze kaum weicher. Ich stehe auf solche Arbeiten nicht mal dran.




An heißes Board wird dann nicht sofort gearbeitet, so die mechanische Belastung auch nicht mehr als bei alle andere Arbeiten ist.


Wenn man an einem Board ohne Vorheizung mit Heißluft arbeitet, bekommt das Board punktuell viel mehr thermische Belastung. Tut man das neben ein BGA Chip es wird ja extrem, die Boards sterben trotzdem nicht.


Du schreibst, dass "Da ist also täglich thermischer Stress im Spiel, bei dem das Material "arbeitet"; sich ausdehnt, sich wieder zusammen zieht.IMHO nur eine Frage der Zeit, bis die winzigen Lötstellen unter dem Chip zermürben."


Du hast recht, aber diese Lötstellen halten diese Arbeit ja jahrenlang aus. Es sind Die Schwachstellen auf alle Mainboard. Wenn man an diese Stellen repariert es ist selbstverständlich nicht zu erwarten, dass es dann ewig funktionieren wird, nur weil schon mal repariert wurde. Aus ein Trabant wird kein Golf. Es ist aber zu erwarten, dass nach Reparatur wieder eine Weile zuverlässig auf Zufriedenheit des Kundschaft arbeitet, damit schont die Umwelt und die Geldbeutel.
So wie auf dein Fahrrad wird die neue Reifen auch immer wieder kaputt, trotzdem reparierst es und wirfst nicht bei jede Platte das Fahrrad in den Müll.

Es ist schon ein andere Frage, dass es eigentlich ein Frechheit ist, dass die Notebook-Herstellern damit die Besitzern übers Tisch ziehen, dagegen Du weißt aber klar, dass Du mal ins neue Reifen investieren sollst.


Es freut mich sonst, dass davon immer weniger kommt, früher war mein BGA-Station täglich 3-5-mal benutzt, heutzutage es kommt vor dass sogar eine ganze Woche eigentlich nicht.



(ich werde mal ein Video mit Wärmebildkamera aufnehmen, bei Handlöten, Heißluftlöten und auf BGA Station, dann sieht man genau was passiert. Wie habe ich auf diese Idee bisher nicht gekommen???)

25

Montag, 2. Dezember 2019, 22:15

Hallo Leute!
Entschuldigt bitte diese Redewendung vom letzten mal wollte damit niemanden auf die Füsse treten! Ich war jetzt ne Woche in ner Therme zum entspannen jetzt schau ich mal was ich noch retten kann leider ist der IC noch nicht angekommen melde mchg aber sobald es etwas neues gibt

LG
Chris