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Mittwoch, 15. Januar 2020, 00:25

HP Pavilion Entertainment PC schaltet sich bei mehreren Aktionen unwillkürlich ab

Sehr geehrter EDV-Dopteur, liebe Mitstreiter,

seit geraumer Zeit schaltet sich mein Laptop unwillkürlich während der Benutzung ab, häufig beim Öffnen einer zweiten oder dritten Aktion (Browser, MediaPlayer, Office), seltener auch einfach zwischendurch.
Das Problem wurde zuerst vor ca. einen halben Jahr festgestellt, bis Ende 2019 trat es 3 mal auf, über diesen Zeitraum dachte ich mir nichts dabei.
Am 29.12.2019 wurde das Betriebssystem von Windows Vista Home Premium SP2 auf Windows 7 Home Premium SP1 geupgraded, folgend verfügbare Updates. Seitdem stellt sich das Problem wie oben beschrieben häufiger, oft 3-5 mal am Tag, dar. Dabei tritt kein Bluescreen auf, auch keine Verlangsamung, er schaltet sich einfach komplett ab wie beim Herunterfahren.


Meine PC Daten:
HP Pavilion Entertainment PC DV7 2145
Intel(R) Core(TM) 2 Quad CPU Q 9000 @ 2.00Ghz 2.00 GHz
Arbeitsspeicher(Ram); 4.00 GB
System: 64Bit Betriebssystem


Bereits durchgeführte Aktionen:

Vor einem Jahr wurde der defekte Lüfter ausgetauscht, da der alte kaputt war und der Laptop sich stark erhitzte; das Ersatzteil arbeitet einwandfrei, eine übermäßige Erhitzung ist nicht festzustellen. Dabei wurde das Gerät fachgerecht gereinigt.

Im September 2019 musste das Netzteil/Adapter ausgetauscht werden, da das Kabel des alten riss. Beide verfügen mit 18,5V/120W über die gleichen Kennwerte, jedoch handelte es sich bei dem alten um ein PPP016H, bei dem neuen um ein HSTNN-CA27, welches kompatibel ist. Zwischenzeitlich wurde das Gerät kurzzeitig über eine Woche mit einem PPP016H 90W betrieben.

Vorgestern (13.01.) wurde fernerhin der Akku (HSTNN-DB75) ausgetauscht, dieser war schon seit ca 7 Jahren nicht mehr funktionell, jedoch trat keine Besserung des Problems auf.

Alle Treiber wurden überprüft, diese scheinen auf dem neuesten Stand zu sein.

Microsoft Security Essentials wurde angewendet,alle ersichtlichen Viren und Trojaner entfernt.

Die Arbeitsspeicher Diagnose von Win7 konnte keine Auffälligkeiten feststellen.

Ein CPU Belastungstest verlief fehlerfrei.


Könnten sich einige der neueren Treiber ins Gehege kommen und nicht verstehen?
Ist Windows 7 anfälliger für solche Probleme als das vorher verwendete Vista?
Derzeit nutze ich den neuen Akku so lange wie möglich ohne Netzteil, dabei trat bisher noch keine Störung auf, könnte es wirklich an dem leicht abgewandelten Ersatznetzteil-Modell liegen?
Oder sind andere, von mir bisher nicht überprüfte Komponenten betroffen?


Da ich keinerlei Ideen zur selbstständigen Überprüfung bzw. Reparatur mehr habe, wende ich mich an euch.
Vielen Dank für die Mühen schon einmal im Voraus!

EDV-Dompteur

Administrator

Beiträge: 1 368

Wohnort: Hamburg

Beruf: Techniker

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Mittwoch, 15. Januar 2020, 07:31

Hallo Agent,

vermutlich schaltet der Ladecontroller alles ab, weil er wohl der (eventuell irrigen) Meinung ist, dass da ein zu hoher Strom über den Shunt hinter den Engangs-MOSFETs fließt.
Man weiß leider nicht so genau, was ein Ladecontroller in so einem Fall konkret tut (hängt vom BIOS ab) - also ob er nur die Stromzufuhr vom Netzteil unterbricht und sofort auf Akku umschaltet, oder ob er sicherheitshalber eben NICHT auf Akku umschaltet und somit komplett alles stromlos macht.
- Letzteres würde Deinen Fall ja bestens erklären.

Aber bevor wir uns der Hardware widmen, würde ich empfehlen, mal ein Linux zu booten (PC-Zeitschriften liegen ja oft startfähige CDs bei) und damit ins Internet zu gehen. Dann hochaufgelöste YouTube Videos aufrufen, um ordentlich Strom zu nuckeln.
Und so viel wie möglich parallel machen, was noch zusätzlichen Strom schluckt.
Wenn auch unter Linux eine Abschaltung passiert, dann wissen wir, dass es nichts mit zerwurschteltem Windows zu tun hat, sondern dass ein Hardware-Problem vorliegt.

Wärst Du denn überhaupt in der Lage, Lötarbeiten auf dem Mainboard vorzunehmen, wenn man Dich übers Forum ans Händchen nimmt?
Und verfügst Du über ein Labornetzteil? Bzw. wärst Du in der Lage, den Eingangsstrom irgendwie zu messen?

Weiterhin: wie steht es um die Wärmeleitpaste? Wurde die jüngst mal erneuert, oder ist die noch aus der Steinzeit?
Wenn die Wärmeleitpaste schon lange zum Keks gebacken ist, dann wird der Chip seine Hitze nicht los. Dann überhitzt er intern, ohne dass man davon viel bemerkt, wenn man bloß die Hand vor den Luftaustritt hält.
Du könntest ja mal geeignete Software-Tools bemühen, um die Temperatur von Prozessor & Co. genauer zu untersuchen.

Tritt die Macke eventuell früher auf, wenn der Rechner zuvor richtig schön lange auf der Zentralheizung lag und gut knackig durchgewärmt eingeschaltet wurde?

Manchmal sind auch gealterte Kondensatoren im Bereich der Schaltwandler schuld.
Es ist ein Unterschied für die Schaltwandler, ob sie per Netzteil, oder per Akku betrieben werden, weil sich deren Spannung unterscheidet. Die Wandler passen dann ihr Puls-Pausen-Verhältnis entsprechend an, um das auszugleichen; eventuell auch die Arbeitsfrequenz. Da kann es schon möglich sein, dass die PWM im Akkubetrieb für gealterte Kondensatoren günstiger ist, als für Netzteil-Betrieb - weniger Ripple, der den Schaltwandler-IC zur Abschaltung veranlasst, wenn es ihm zu bunt wird.

Bis hierhin: Bahnhof? Oder konntest Du mir folgen?


P.S.: Ich muss bekloppt sein; habe die ganze Nacht durchgeackert und beantworte jetzt noch ein Forenposting, statt mich endlich hinzu hauen ...
Hoffentlich ruft die nächsten Stunden niemand an ... :195:
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

- Technische Fragen zu Eigenreparaturen bitte möglichst öffentlich im Forum stellen! -
Telefonische Reparaturtipps sind ab sofort kostenpflichtig, siehe hier:
https://www.edv-dompteur.de/forum/index.…ad&threadID=504

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Mittwoch, 15. Januar 2020, 11:59

Hi EDV-Dompteur,
danke erst einmal für die ausführliche Antwort, da hab ich ja schon einmal eine Menge Ansätze.

Die erste Erklärung klingt sehr einleuchtend, ich wollte eh noch einmal einen Test mit dem PPP016H 90W durchführen, da gab es das Problem damals nicht. Mal allgemein; gibt es da Bedenken bzw. inwieweit ist das Verwenden geringerer Wattstärken für die Hardware schädlich?

Den Test mit Linux werde ich demnächst auch durchführen, hab einige CDs zum externen Booten, wenn Windows mal vor Viren gar nicht mehr booten will^^

Deine allgemeinen Anleitungen hab ich in Vorbereitung schon einmal überflogen, die Messungen würde ich mir durchaus zutrauen, da ich aber absolut keine Erfahrung mit Lötarbeiten habe, wäre es wohl eher kontraproduktiv, an meinem Gerät zu üben.

Die Wärmeleitpaste wurde vor genau einem Jahr im Rahmen des Lüfteraustauschs erneuert, die war damals hinfällig. Ein Wärmeproblem würde ich zumindestens aus den bisherigen Erfahrungen ausschließen; damals, ohne Lüfter, wurde er WIRKLICH heiß, und reagierte darauf mit extremer Verlangsamung bis Aufhängen, aber nie mit Abschaltung. Der neue Lüfter verrichtet seine Arbeit bisher tadellos, so kühl fühlte sich das Gerät auch als Neuanschaffung nicht an. Ein Temperatursoftwaretool würde ich aber, auch in Hinblick auf zukünftige Störungen, einmal ausprobieren. Gibt es da irgendwelche Richtwerte für moderate oder schwerwiegende Schädigungen?

Deinen Ausführungen kann ich theoretisch gut folgen, aber Reparaturen in dem beschriebenen Maße durchzuführen, übersteigt meine bisherige praktische Kompetenz zweifelsohne.
Ich werde erst einmal die ersten 3 Vorschläge ausführen und die Ergebnisse dann hier posten.


Vielen Dank bis hierher!