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Freitag, 24. April 2020, 12:19

ASUS X51L

Halli Hallo da bin ich wieder :001:

da auf der Baustelle T20 momentan Lieferantenstreik herrscht hab ich mir einen anderen Patienten geholt. Ein ASUS X51L.
Symptom:
Bei angeschlossenem Netzteil: keine LED, keine Reaktion auf Starttaster, macht also gar nix. Weder mit original Netzteil, noch am Labornetzteil. Hier zieht es laut Anzeige 0,02A in Ruhe.

Hier schon mal die schematics

Versteckter Text Versteckter Text

Dieser Text wurde vom Autor versteckt.


Bilder des Mainboards:

oben und unten


was hab ich schon gemacht?
Am Schnellkurs entlang hangelnd
  • zuerst Netzteil getestet :502:
  • Hardreset und neuer Startversuch :502: keine Änderung
  • sämtliche Peripherie ausgebaut und Startversuch :502: keine Änderung
  • Messungen an der Eingansbuchse :502:
  • Messung der Eingangs MOSFETs mit und ohne Netzteil :502: (im Bild "unten_mark" oben links rot markiert). Die 19V kommen hinter den MOSFETs an.
  • Schaltwandler 3,3V und 5V :501:
    Hier gings daann los. Optisch hab ich die wohl richtig identifiziert (türkise Markierung auf der Ober und Unterseite). Flux aufgestellte Indikatoren blieben auf den beiden und auch auf allen! anderen Spulen dunkel.
    Am Einschalttaster liegen aber 3,3V an. Scheint also so eine seltsamen Schaltung zu sein, bei denen die 3,3V und 5V erst beim Start "voll" erzeugt werden.

    Also weiter im Schnellkurs.
  • Den Schaltregler IC gesucht und gefunden. Das ist der TPS51020 . Eingangsspannung (VIN) an PIN 24 ist vorhanden: 19V
  • Enable Signale an PIN 9 und 10 vorhanden. jeweils 3,27V

kommt also jetzt die Messung an den Gates der Schaltwandler MOSFETS für 3,3V und 5V. :003: :003: Und dazu hab ich etwas aufgerüstet.

Oszi Messung

tatataaaaa erste Messung mit meinem neuen Oszi. Nun kann ich auch zwei Kanäle messen. Messpunkte sind im Bild mit Pfeilen markiert. Ein kurzes zucken ist sichtbar wenn an den Taster drückt. Nun bin ich aber mit meinem gepflegten Halbwissen auch schon wieder am Ende. Jemand ne Idee wo ich weiter suchen sollte?

Eins noch. Der MOSFET der 3,3V und 5V Schaltwandler auf dem Bild ganz unten (der über dem Loch) hat im eingebauten Zustand Durchgang von Drain zu Source. Soll das so sein?
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2

Freitag, 24. April 2020, 13:35

Sehr gut vorbereitetes Posting Fox!
Ich ernenne Dich hiermit zum Meister des Frageposting-Schreibens!

Das Mainboard ist ja echt aus der Steinzeit!
Jedenfalls erhält der EC seine 3,3V und reagiert auf den Einschalttaster. Der EC enabled dann den TPS51020 und dieser macht auch brave Anstalten, zu starten.

Dummerweise gibt der TPS51020 aber rasch wieder auf ...
Und das dürfte mit dem Durchgang zu tun haben, den Du ganz unten beschreibst.

Es wird einer der beiden Low-Side-MOSFET sein, wo Du Durchgang hast. Also entweder Q8101, oder Q8102.
(Welcher davon, kann ich auf die Schnelle nicht sagen.)

Jedenfalls kann entweder der betroffene MOSFET niederohmig defekt sein, oder die hinter der Spule liegende Last ist niederohmig.
Ich würde empfehlen, den MOSFET mal auszulöten und ihn in ausgeschaltetem Zustand durchzumessen.

:!: WICHTIG: Gebe keine Spannung aufs Mainboard, wenn dieser MOSFET ausgelötet ist! :!:
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3

Freitag, 24. April 2020, 16:22

Steinzeit? :324: Das ist noch eins meiner aktuellsten Geräte :309:

MOSFET ist draussen. Ist laut boardview der Q8101. So wie es aussieht ist das dann wohl die 5V Schiene (zu der gehört auf dem Bild die untere Spule L8100).
Das lässt der Q8101 sich entlocken:




Am MOSFET selbst ist kein Durchgang mehr messbar. Auf dem Board schon.

Pads 1-3 sind als GND bezeichnet, 4 kommt vom TPS51020 PIN 27, und 5-8 gehen weiter zu Q8100. Und diese Pads (5-8) haben aktuell Durchgang zu Pad 1-3, also Masse.
Somit haben auch beide Spulenanschlüsse Durchgang zu Masse
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4

Freitag, 24. April 2020, 18:03

Ja klar, wenn nicht gerade ausgerechnet die Diode D8100 kaputt sein sollte, dann sitzt die Macke lastseitig - im Plan rechts von der Spule.
Also irgendwo in der Rail +5VO.

Die Spule ist ja extrem niederohmig, darum misst Du an den Pads des MOSFETs Durchgang zu Masse, obwohl die Macke sicherlich rechts von der Spule sitzt (es sei denn die D8100 wäre defekt).

Aber verrate uns doch mal, wie viele Öhmchen Du da überhaupt misst?
Diese Information könnte eventuell die Zahl der möglichen Fehlerquellen einschränken.
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5

Freitag, 24. April 2020, 19:14

Was wo messen? Spule gegen Masse?
***** nu find ich den ausgelöteten MOSFET nicht mehr :560: irgendwas is immer.


Edit von EDV-Dompteur: Siehe mein Folgeposting ...
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6

Freitag, 24. April 2020, 19:58

Was wo messen? Spule gegen Masse?
Menno, irgendwo, wo Du zuvor den Durchgang gemessen hast.
Am MOSFET, an der Spule ... ist doch alles miteinader verbunden.


nu find ich den ausgelöteten MOSFET nicht mehr :560: irgendwas is immer.
Das erste, nicht mit zitierte Wort, war hart an der Grenze der diesbezüglich strengen Forenregeln. Ich habe das weg editiert. NULL Religion heißt NULL Religion.

Und was den verschluderten MOSFET betrifft:
Darum ein Schälchen (Untertasse etc.) nehmen, dünn mit pastösem Flux bestreichen und ausgelötete Bauteile dort ablegen.
Dort "kleben" sie unverlierbar am Flux fest und sind im Anschluss direkt wieder einlötbar, dank ihrer Benetzung mit dem Flux.
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Der Beitrag von »Fox« (Freitag, 24. April 2020, 20:18) wurde aus folgendem Grund vom Benutzer »EDV-Dompteur« gelöscht: Egal, hier bin ich der (despotische) Diktator. (Freitag, 24. April 2020, 20:35).

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Freitag, 24. April 2020, 20:57

8,5 Ohm messe ich von MOSFET Pads, Spule oder Kathodenseite der Diode gegen Masse. 0,5 Ohm von der Anodenseite zu Masse.
Jeweils gemessen an den ausgelötetetn Pads der beiden Bauteile
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9

Freitag, 24. April 2020, 21:11

Oh, MOSFET, Diode und Spule sind also draußen, trotzdem misst Du dort 8,5 Ohm!?!
Hast Du die ausgelötete Diode mal durchgemessen?

- Wenn die Diode intakt ist, dann lenkt das den Verdacht gerade auf den TPS51020.
Dann müsste der mal ausgelötet werden.
Aber keinesfalls Spannung aufs Mainboard geben, solange der draußen ist! Nur mit dem Durchgangsprüfer messen!

Und vermeide Elektrostatik; die empfindlichen MOSFETs sind an den Gates ungeschützt, wenn der Chip fehlt.
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Freitag, 24. April 2020, 21:14

Nee, Moment, hast Du die Spule etwa noch drin?
- Raus damit!
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Freitag, 24. April 2020, 22:15

draussen ist bisher nur die Diode und der MOSFET. Ok dann reiss ich Spule auch noch raus
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Freitag, 24. April 2020, 23:33

Spule L8100 ist jetzt auch raus. Gegen Masse kann ich jetzt folgendes Messen:
  • An den Spulenpads: 8,4 Ohm an einer und nichts (O.L) an der anderen Seite
  • Mosfet Pad 1-3: 0,2 Ohm
  • Mosfet Pad 4: 20,7 MOhm
  • Mosfet Pad 5-8: O.L
  • Diode Pad Kathode 0,2 Ohm
  • Diode Pad Anode: O.L
  • an der ausgelöteten Diode Mess ich irgendwie nur Mist. In einer Richtung pulst es immer zwischen 0L und 40 kOhm in Gegenrichtung gemessen konstante 0,7 kOhm
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Samstag, 25. April 2020, 02:16

Mosfet Pad 1-3: 0,2 Ohm
Klar, ist doch mit Masse verbunden!


Mosfet Pad 4: 20,7 MOhm
Gut.


Mosfet Pad 5-8: O.L
Diode Pad Kathode 0,2 Ohm
Kann nicht sein, die sind miteinander verbunden.


Diode Pad Kathode 0,2 Ohm
Diode Pad Anode: O.L
Du Schlumpf, Du hast Anode und Kathode vertüddelt! :208:
Die Anode ist mit Masse verbunden und die Kathode mit den MOSFET-Pins 5-8, sowie dem Spulen-"Eingang"!

- OK, das wäre geklärt ... also unter Berücksichtigung Deiner Vertauschung der Bezeichungen der Dioden-Anschlüsse, ergibt Deine Messung, dass der Fehler lastseitig sitzt; im Plan also rechts von der Spule.
Das hatte ich erwartet und befürchtet! :-(


an der ausgelöteten Diode Mess ich irgendwie nur Mist. In einer Richtung pulst es immer zwischen 0L und 40 kOhm in Gegenrichtung gemessen konstante 0,7 kOhm
Dafür gibt es im Mulitmeter den Modus "Diodentest" ...
Dein Bauteiltester, mit dem Du den MOSFET überprüft hattest, taugt aber natürlich auch für Dioden, nicht nur für dreipolie Bauteile.

Ein Multimeter, im Modus "Widerstandsmessung" taugt NICHT für Dioden, weil Dioden keine linearen Widerstände sind, sondern Halbleiter mit völlig zum Widerstandstest unpassender Kennlinie.




Um nun den Fehler weiter einzugrenzen, gibt es mehrere Möglichkeiten, aber ich habe ein ungutes Gefühl dabei, Dich das machen zu lassen.
Nun ja, mit ungutem Gefühl:
Lasse die Bauteile ausgelötet.
  • Löte ans im Plan rechte Pad der Spule (wo Du die 8,4 Ohm gemessen hast) eine nicht zu dünne Leitung (nicht dünner, als ein Zahnstocher).
    Vorzugsweise sollte die Leitung rot oder braun sein (nur um dumme Fehler zu vermeiden).
  • Löte an Masse der Platine eine andere Leitung (vorzugsweise blau, oder Schwarz).
  • Stelle ein Labornetzteil auf 0V und drehe den Stromregler voll auf Maximum hoch.
  • Schließe das Labornetzteil mit Minus an die angelötete Masse-Leitung und mit Plus an die rote Leitung, die zur Spule führt.
  • Nun das Labornetzteil einschalten.
  • Spannung laaangsam hochdrehen und immer wieder kontrollieren, ob sich irgendwas auf der Platine erwärmt.
    Es ist kritisch, dass die Spannung dabei nicht zu hoch wird!
    Am wohlsten wäre mir, denn die Spannung unter 0,5V bleiben könnte, aber dabei wird sich sicherlich noch nichts erwärmen, darum musst Du wohl unweigerlich höher drehen. Aber bitte so dezent es nur irgend geht.
    Es können dabei übrigens unerwartete Sprünge bei Spannung und Strom auftreten.

Unser Ziel ist es, ein Bauteil zu finden, das sich erwärmt.
Es erwärmt sich, wenn ausrechend Leistung darüber abfällt, also das Produkt aus Spannung und Strom (P=U*I)

Weil die 8,4 Ohm recht viel sind, begrenzt das (leider) von sich aus den Strom, weswegen die Spannung auf rund 2,4V ansteigen müsste, um 3A Stromfluss hinzukriegen.
Das sollte dann auch für die Erwärmung von Chips reichen, statt bloß von kleineren Bauteilen.

Aber mir ist nicht wohl dabei, denn es wäre wünschenswert, wenn Du mit der Spannung tiefer bleiben könntest, darum bitte nur gaanz langsam hochdrehen und der Erwärmung die nötige Zeit geben, die sie braucht.

Es ist zwar die 5V-Rail, die wir hier fremdbestromen, aber der Strom kann bei unserer Fremdeinspeisung, wo die anderen Rails spannungsfrei sind, komische Wege nehmen und dabei ungewollt auf andere Rails geraten, die für niedrigere Spannungen vorgesehen sind.
Die Wahrscheinlichkeit dafür ist umso höher, je höher Die Spannung ist, die Du da am Pad einspeist. Also bleibe mit der Spannung so tief es geht und erhöhe immer nur dann ein Stück, wenn Du wirklich ausgiebig alles abgetastet und nirgendwo eine Erwärmung gespürt hast und folglich nicht umhin kommst, weiter hoch zu drehen, um die Leistung zu erhöhen (denn nur Leistung erwärmt, also Spannung multipliziert mit Strom).


Mit meiner berühmten Thermofolie finde ich schon kleinste Erwärmungen, die mit dem Finger nicht zu erspüren wären. Da kann ich bei solchen Aktionen immer schön tief mit der Spannung bleiben, weil ich nur sehr wenig Leistung benötige, für eine ausreichende Erwärmung.
Aber so eine Folie hast Du wohl sicherlich nicht?
Tja, dann musst Du da halt irgendwie durch!

Ich habe selbst jahrelang gebrütet, wie ich kleinste Erwärmungen sichtbar machen oder sonstwie aufspüren kann. Die Folie war die Krönung aller vorherigen Versuche in dieser Richtung.
Vorher hatte ich diesen Thermo-Nagellack, der auch schon viel viel besser war, als alles vorherige.
Die Folie ist leider schwer beschaffbar und zudem recht teuer. Aber Du kannst Dir ja mal ein Fläschchen von dem Thermo-Lack aus der Bucht holen, zu drei Euronen, oder was auch immer der heute kostet.
Den würde ich in Deinem Fall aber nicht direkt auf die Platine pinseln, sondern ein hauchdünnes Papier (Teebeutel) damit dünn einreiben und dieses dann per transparentem Luftbeutel auf die Platine drücken.

Aber vielleicht kommst Du ja schon mit dem Finger klar, als Temperatursensor.
Die Rückseite des Fingers ist diesbezüglich sensitiver, als die behornhautete Seite.

Von Kältespray würde ich hier deutlich abraten. Auch das Aufträufeln von Isopropanol sehe ich hier skeptisch. Solche Methoden sind in anderem Zusammenhang brauchbar, aber hier eher nicht.
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14

Samstag, 25. April 2020, 11:37

War wohl doch schon etwas spät gestern . . . . hab nochmal nachgemessen.
  • Anode und Kathode hab ich vertauscht, wie Du richtig festgestellt hast.
  • Im Diodenmodus messe ich an der ausgelöteten Diode .OL und 0.15V, das Bauteilprüfgerät sagt nahezu das gleiche:



Jetzt geh ich mal auf Kabelsuche. Reicht eine 0,5er Messleitung?
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15

Samstag, 25. April 2020, 13:52

Dein Bauteiltester ist typischer China-Ramsch mit halbgarer Firmware. Es ist nämlich keine Zenerdiode, sondern eine Schottky-Diode.
Aber die ist immerhin offenkundig intakt.

Was das Kabel betrifft:
Gehen wir mal davon aus, dass da womöglich drei Ampere hindurch müssen.
Das ist jetzt nicht sooo gewaltig, aber wenn Du eine aus einem Flachbandkabel gezupfte Einzelader verwenden würdest, dann könnte die heiß werden.
Um das präzise zu beurteilen, müsste ich jetzt nach dem Querschnitt recherchieren und rechnen. - Zu faul dafür. Einfach genügend dicke Strippe nehmen!

Ich nehme für sowas gerne die Kabel, die man an PC-Netzteilen hat.
Deine 0,5 Quadrat werden wohl auch reichen, aber ich würde gefühlsmäßig dickere Leitungen nehmen.
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Montag, 4. Mai 2020, 15:44

Update:
Hab jetzt endlich 1mm² Kabel bekommen und heute auch den Versuch gestartet. Ich kann jetzt nur die Messwerte der Anzeigen am Labornetzteil nennen. Hab mich bis 2,oV getraut. Das Netzteil hat da einen Strom von knapp 1A angezeigt. Am heissesten wurde der TPS51020. Auch warm, aber nicht ganz so heiss wurde der benachbarte Kondensator CE8105.
btw. Hab eine günstige Folie gefunden die das auch ganz schön angezeigt hat
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Montag, 4. Mai 2020, 16:35

Am heissesten wurde der TPS51020.
Äh, watt?
Du hast die Spule draußen ... und Du hast den Saft vom Labornetzteil brav ins (im Schaltplan) rechte Pad für die Spule engespeist, gegenüber Masse?
Und dabei wird der TPS heiß?!?
Äh, ich frage lieber nach: Ist es wirklich so?


Auch warm, aber nicht ganz so heiss wurde der benachbarte Kondensator CE8105.
Der kriegt wahrscheinlich nur indirekt die Wärme ab, die der TPS abgibt.


btw. Hab eine günstige Folie gefunden die das auch ganz schön angezeigt hat
Link bitte!
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Montag, 4. Mai 2020, 18:23

Äh, ich frage lieber nach: Ist es wirklich so?

Manno, das sind die Fragen bei denen ich sofort ein schlechtes Gewissen bekomm. Lass uns das lieber nochmal gemeinsam ankucken.
ausgelötet sind immer noch

  • Spule L8100
  • Diode D8100
  • MOSFET Q8101

Ich hab mal auf dem Board rumgemalt um zu zeigen was ich gemacht hab.
Mainboardausschnitt:



und passender Ausschnitt aus dem Boardview:



Das Pluskabel hab ich bei meinem handschriftlichen (1) angelötet. Punkt (2) hat Verbindung zur Diode. Die Frage ist jetzt ob ich an der richtigen Stelle eingespeist hab.

Von diesem Punkt (1) hab ich Durchgang zu Masse mit den besagten 8,4 Ohm.
Den Link zur Folie such ich raus


Edit von EDV-Dompteur: Mit den Bildern ist Murks passiert, den ich nicht ohne viel Aufwand reparieren kann. Ich schreibe dazu was im Folgeposting ...
»Fox« hat folgendes Bild angehängt:
  • boardview.JPG
»Fox« hat folgende Datei angehängt:
  • Spule.jpg (477,52 kB - 140 mal heruntergeladen - zuletzt: Gestern, 15:20)
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19

Montag, 4. Mai 2020, 19:29

Bilder-Uploads

Bevor ich auf die eigentliche Sache eingehe (im Folgeposting), zunächst ein paar Worte zu den Bildern.

Diese Forensoftware hat leider eine hinlänglich bekannte Macke mit Bildern.
Es gibt verschiedene Wege, wie man hier Bilder in Postings einbinden kann. Die sind aber alle nicht wirklich brauchbar, bis auf einen einzigen, etwas umständlich anmutenden Weg.


Die empfohlene Vorhgebensweise:
Zuerst in der im Link beschriebenen Weise die Bilder in einem Dummy-Posting (in der "Müllhalde") hochladen:
https://www.edv-dompteur.de/forum/index.…D=3872#post3872

Dieser Kunstgriff wirkt zwar total unsinnig, aber er hat Sinn! Denn nach dem Hochladen in besagtes Dummy-Posting, befinden sich die Bilder nun real auf dem Server und sind "nackt" per URL aufrufbar!
Und genau diese URL brauchen wir, um unser eigentliches Posting (nicht den Dummy) gleich wirklich schick zu machen.

Denn nun können wir unser eigentliches Posting schreiben und dort an gewünschter Stelle des Textes diese Bild-URL einfügen.
Anschließend markieren wir die soeben eingefügte URL mit der Maus und klicken dann auf das Symbol "Bilder einfügen".
(Nicht verwechseln mit dem Button "Bild einfügen"!)
Siehe hier:
https://www.edv-dompteur.de/forum/index.…tID=249#post249

Dieser Klick auf "Bilder einfügen" sorgt dafür, dass die URL nun von den nötigen BBCode-Tags umschlossn im Text steht.
Und dieser BBCode bewirkt die große Magie, die die Macken der Forensoftware ausbügelt.


Klingt total umständlich, ich weiß.
Aber wenn man es ein paar Mal gemacht und das Prinzip geschnallt hat, dann kann man seine Postings nun richtig schick gestalten und die Bilder erscheinen schön schnucki im Text eingebunden.
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Montag, 4. Mai 2020, 19:49

Und wegen der Sache an sich:
Schiebe mal bitte das BoardView rüber (in eine Hide-Box packen).

(Hier stimmt einfach was nicht, oder ich habe gerade zu viel Bier im Bauch.)
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Dienstag, 5. Mai 2020, 14:39

BoardView hab ich Dir gemailt :562:
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22

Dienstag, 5. Mai 2020, 14:43

Das Pluskabel hab ich bei meinem handschriftlichen (1) angelötet. Punkt (2) hat Verbindung zur Diode. Die Frage ist jetzt ob ich an der richtigen Stelle eingespeist hab.
Ja, das hast Du richtig gemacht. :562:
Das Layout hatte mich gestern zuerst irritiert, aber mit dem BoardView ist es nun zweifelsfrei: Der linke Anschluss auf Deinem Bild vom Mainboard (also die handschriftliche 1) ist der 5V-Ausgang. Im Schaltplan hingegen, ist der 5V-Ausgang der rechte Spulenanschluss.
Deine Einspeisung ins Pad mit der handschriftlichen "1" war also goldrichtig. Dort hängt die davon versorgte Last dran.


Von diesem Punkt (1) hab ich Durchgang zu Masse mit den besagten 8,4 Ohm.
Hmmm. :216:
Also wäre es der zarte Regler für die Always-On 5V (ist es aber nicht), dann wäre der Wert viel zu niederohmig und würde glasklar auf einen Hardwareschaden hinweisen.
Es ist aber ein auf 7A ausgelegter Schaltwandler, der eine Menge unterschiedlicher Verbraucher versorgt.
Da kann ich jetzt nicht zweifelsfrei sagen, ob der gemessene Wert plausibel ist, oder ob er aus dem Rahmen fällt.

Aber Du schriebst ja, dass bei Deiner Stromeinspeisung in Pad 1 der TPS51020 heiß wird ...
Ich ahne den Grund. Und der hat damit zu tun, dass ich diese Einspeisungsmethode zuvor nur mit ungutem Gefühl vorgeschlagen hatte:
Der Spulenausgang führt über JP8106 zum IC-Pin 5 (VO1_VDDQ) des TPS51020.
Weil dieser Chip himself aber momentan gar keine Versorgungsspannung erhält, und weil der Pin 5 sicherlich eine Schutzdiode zum Versorgungspin (VIN) beinhaltet, fließt nun Chip-intern Strom durch diese Schutzdiode, dann aus dem Pin VIN des Chips wieder heraus, auf die Systemrail (AC_BAT_SYS). Dort versickert der Strom dann sonstwo hin.

Schöne Scheiße!
Genau so ein Quatsch war der Grund, warum ich ein ungutes Gefühl dabei hatte, diesen Test überhaupt vorzuschlagen. Asche auf mein Haupt, dass ich es dennoch tat.
Immerhin erwähnte ich noch, dass mir sehr viel wohler wäre, wenn Du mit der Spannung möglichst unter 0,5V bleiben könntest. Das hatte den Grund, dass damit ausgeschlossen wäre, das Chip-interne Schutzdioden leitfähig werden.

Im Grunde war mir klar, dass die 0,5V wohl nicht ausreichen werden, um bei diesem Test ein Bauteil detektierbar zu erwärmen. Und dass Du folglich höher drehen würdest.
Nun, es war zu hoch ... :-(
Aber im Grunde fühle ich mich schuldig, weil ich den Test dennoch vorgeschlagen hatte, trotz meiner wortreich geäußerten, unguten Vorahnung.

Also wenn der Chip nicht schon vorher kaputt war, dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass er durch diesen Test nun geschrottet wurde.

Es gibt nun verschiedene Wege für die weitere Vorgehensweise: Einen eleganteren, aber arbeitsintensiven Weg; wie auch einen pragmatischen Weg, den ich Dir nun vorschlagen würde:
Tausche den TPS51020 aus.
Tausche auch ganz pauschal beide MOSFETs aus (Q8100 und Q8101).
Spule etc. wieder rein - was auch immer Du derzeit noch ausgelötet haben magst.
Dann das MB normal mit Spannung versorgen und die Sache neu angehen.

Es kann durchaus weiterhin sein, dass da noch lastseitig was im Dutt ist, um das wir uns kümmern müssen, aber momentan würde ich nicht empfehlen, mit dem Ist-Stand weiter zu machen.
Es gibt auch andere Wege, um hier weiter zu machen, aber ich würde vorschlagen zuerst dafür zu sorgen, dass man dem Schaltwandler vertrauen kann.
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Montag, 11. Mai 2020, 20:41

Lieferung von der Insel ist angekommen. Getauscht ist jetzt der TPS51020 und die beiden MOSFETS der 5V Versorgung.
Ebenso sind Spule und Diode wieder an ihrem Platz.

Starten tut er leider immer noch nicht. Geändert hat sich aber doch was. Ich hab heute nochmal versucht an den Gates der 5V und 3,3V MOSFETs zu messen. Bei der Messung am Anfang war hier ja ein Zucken zu sehen. Nu tut sich da gar nix mehr.
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Dienstag, 12. Mai 2020, 01:33

Der erster Verdacht fällt zunächst einmal auf die eigene Lötkunst.
Daher alles gründlichst optisch kontrollieren. Ist wirklich jeder einzelne Pin sauber mit seinem Pad verlötet?
Zusätzlich mit dem Durchgangsprüfer auf Kurzschlüsse zwischen benachbarten Pins abklopfen, sowie auf Masseschlüssen der einzelnen Pins.
Aber das hast Du ja wahrscheinlich alles bereits getan.

Nun ja, dann mal an den Enable-Eingängen messen (Pin 9 und 10).
Die sind laut Plan ja miteinander verbunden, da kann die Messspitze also schön abrutschsicher zwischen die beiden Pins gedrückt werden.
Dort sollten mindestens 2,2V messbar sein (eher mehr), andernfalls tut der Chip seinen Job nicht.

Weiterhin: Kriegt der Chip an Pin 21 seine externen 5V?

Und arbeitet der integrierte 5V LDO (Pin 22)?

Natürlich auch nicht das banalste Ding auslassen:
Kriegt der Chip an Pin 24 überhaupt seine Versorgungsspannung?

- Letzterer Punkt kann manchmal eine echt zeitraubende Falle sein! Man hat es irgendwann (vor dem Eingriff) mal überprüft und die Versorgungsspannung lag an.
Nach dem Eingriff schenkt man es sich aus Faulheit gerne, das erneut zu überprüfen und sucht dann woanders wie blöd nach dem Fehler. Bis man, nach längerem Getüftel, genervt feststellt, dass durch die ganze Hantiererei inzwischen ein anderer Fall eingetreten ist, der bewirkt, dass die beiden Eingangs-MOSFETs sperren, so dass der Chip nun gar keinen Saft mehr erhält.
Da Dein Eingriff eine so massive Verschlechterung bewirkt hat, darf es daher nicht mehr als Selbstverständlichkeit angesehen werden, dass die Systemrail weiterhin ihre ordnungsgemäße Spannung führt.

Ich mache es zwar auch nicht immer, aber bei der Systemrail darf/sollte die Spannung gerne mit dem Oszi kontrolliert werden, statt bloß mit dem Multimeter.
Wenn da etwas Gegriesel auf der Spannung ist, dann sollte auch die Spannung zwischen den beiden Eingangs-MOSFETs kontrolliert werden.
Hintergrund:
Es gibt manchmal einen fiesen Fehler, der bewirkt, dass der erste MOSFET immer wieder sperrt und durchschaltet.
Zwischen den MOSFETs sieht man das per Oszi klar und deutlich.
Hinter dem zweiten MOSFET hingegen, kriegt man (zumindest mit dem Multimeter) davon schon gar nichts mehr mit, weil die vielen Kondensatoren auf der Systemrail hinreichend glättend wirken, für ein relativ träges Multimeter, sofern vom restlichen Mainboard nur ein sehr geringer Strom gezogen wird.
Und jedes Mal, wenn das MB einem höheren Strom ziehen möchte, bewirkt der beschriebene Fehler, dass der erste MOSFET kurz sperrt.

- Das muss bei Dir überhaupt nicht der Fall sein (wird wohl auch nicht), ich möchte nur Dein Bewusstsein dafür schärfen, dass eine vor der Löterei überprüfte (und daher für selbstverständlich gegeben gehaltene) Sache nun, nach der Löterei, nicht mehr unbedingt weiterhin zutreffend sein muss.
Wenn ein Schaltwandler die Gates der MOSFETs gar nicht ansteuert, dann werde ich sofort misstrauisch und überprüfe routinemäßig die Betriebsspannung des ICs.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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Dienstag, 12. Mai 2020, 10:05

Messergebnisse folgen gleich. Nur bevor ichs wieder vergess: Hab den Link zur Folie wieder gefunden: guggst Du
Wegwerfen kann Jeder ...