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Montag, 13. Juli 2020, 10:00

Lenovo Y50-70 LED leuchtet beim Hochfahren 5 sec. keine Reaktion

Hallo EDV Gemeinde, ich würde gerne Wissen was das Problem meines Laptops ist. Lenovo Y50-70 i7 .


Beim drücken des Startknopfes leuchtet die Power LED für ziemlich genau 5 sec. danach erlischt selbige wieder ohne jegliche Reaktion( auch der Lüfter bleibt aus). Die 19V sind überall vorhanden, die 3,3v und die 5V ebenfalls.
Beim Drücken des Startknopfes Bleibt die Eingangsspannung konstant, es wird kein bisschen Strom aufgenommen! (Labornetzteil) (Nur noch das Motherboard ohne alles.)
Beim Anstecken des Akkus allerdings leuchtet die lade LED und der Akku wird mit ca. 800 mAh geladen.
Nun stellt sich die Frage wer ist der Schuldige? ?-( Ich persönlich befürchte das es der Embedded Controller sein könnte, habe aber auch schon gelesen das eftl. eine defekte GPU schuld sein könnte. Wie überprüfe ich ob der super I/0 kaputt ist?

Die Vorgeschichte des Laptops vom Vorbesitzer:
Ich kann auch ganz kurz erklären, wie der Laptop den Geist aufgegeben hat. Ich war bei einem Freund zu besuch und habe das Spiel Eco gespielt (nicht sonderlich anspruchsvoll). Es war hochsommer und demnach sehr warm, auch im Raum. Der Laptop ist dann auf einmal ausgegangen und ging nicht mehr an.

Das komische ist, dass ich den Laptop Wochen nachdem er nicht mehr anging, nochmal kurz für 2 Minuten anbekommen habe. Windows hatte gebooted und ich konnte tatsächlich noch alles machen. Es hatte nicht gelagged oder irgendwelche anderen Probleme gemacht, als wenn er wieder laufen würde. Er ging dann von selbst auf einmal wieder aus. Ich kann mir leider nicht erklären, wie das möglich sein kann.


Soviel dazu! :-D

Vielen Dank im voraus!
LG Ferit37

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2

Montag, 13. Juli 2020, 13:54

Willkommen im Forum, Ferit37!

Beim Anstecken des Akkus allerdings leuchtet die lade LED und der Akku wird mit ca. 800 mAh geladen.
Das sind zwei deutliche Lebenszeichen des Embedded Controllers.
Der EC muss leben, damit überhaupt eine LED leuchten kann.
Und es muss richtig viel im Vorfeld schon passiert sein (gesteuert vom EC), bevor das Mainboard den Ladevorgang des Akkus startet.
Der EC ist also auf keinen Fall komplett tot.

Btw.: mA, nicht mAh.


Beim Drücken des Startknopfes Bleibt die Eingangsspannung konstant, es wird kein bisschen Strom aufgenommen!
Diese Aussage kann nicht stimmen. Denn "ein bisschen" Strom zieht das MB ja schon vorher, wegen der laufenden Schaltwandler und der leuchtenden LED. Einige Milliampere fließen da also bereits, auch bei unbetätigtem Einschalttaster.
Stellt sich die Frage, ob sich an der Stromhöhe etwas ändert, wenn Du den Taster betätigst?

Werden weitere Schaltwandler aktiv, bei Betätigung des Tasters?
Meine sicherlich bekannten Indikatoren sind ein bequemer Weg, das herauszufinden, ohne an etlichen Stellen mit dem Oszi herumstochern zu müssen. Einfach auf jeden Ferrit einen Indikator stellen und einschalten.


habe aber auch schon gelesen das eftl. eine defekte GPU schuld sein könnte. Wie überprüfe ich ob der super I/0 kaputt ist?
Das wäre schon bitter, aber bevor wir ein so schlimmes Szenario näher in Betracht ziehen, sollten die Spannungen der Schaltregler überprüft werden.
Denn wenn es dabei klemmt, dann bekommt die GPU ja erst gar keinen Saft, kann als weder im Guten, noch Bösen tätig werden.

Die Schaltwandler werden, nach Betätigung des Einschalttasters, vom EC nacheinander aktiviert.
Der Wandler für die GPU steht da in der Reihenfolge weit hinten.
Wenn es in dieser Reihenfolge schon weit vorher klemmen sollte, dann muss zuerst sie Ursache dafür herausgefunden und beseitigt werden.

Um GPU und solche Sachen kümmern wir uns also erst dann, wenn der EC überhaupt so weit kommt, den zugehörigen Wandler zu aktivieren.
Richtig "dufte" wäre natürlich ein Schaltplan, denn darin ist die Einschaltsequenz oft (wenn auch nicht immer) aufgeschlüsselt.


Diese Tipps dürften Dich schon wesentlich weiter bringen.
Aber bevor ich auf eventuelle Nachfragen reagiere, möchte ich zuerst im passenden Thread ein ehrliches Feedback zu Vorteximedes haben! :-)
Ich kann auf StartNext nur noch heute an den dortigen Texten schrauben und könnte noch weitere Rückmeldungen daher dringend gebrauchen! - Sehr gerne von "Fremden", die mir gegenüber keine Scheu haben, eventuelle Makel offen mitzuteilen, statt bloß nett formulierte Gefälligkeitsurteile abzusondern. Please help me!
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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3

Montag, 13. Juli 2020, 15:12

Wahnsinn! So schnell und Hilfreich!
1) Ja hast recht mA! :009: Und ich bin da selber sehr Pingelich weil wichtig!
2) Das Mainboard zieht 1-2 mA, das ändert sich auch nicht beim Starten /drücken des an Knopfes.
3) Schematic hab ich, einschalt Reihenfolge kann ich da aber nicht raus lesen. :/ werds aber versuchen. ;)
An den Power Units also den Spulen konnte ich während der 5 sec. keinerlei Spannungen messen,Lüfter dreht nicht, CPU und GPU bleiben auch kalt. werde dort aber nochmal nach forschen.

Ich melde mich wenn ich mehr weiß!

LG und vielen Dank! :190:

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4

Montag, 13. Juli 2020, 15:33

2) Das Mainboard zieht 1-2 mA, das ändert sich auch nicht beim Starten /drücken des an Knopfes.
Dann überprüfe mal, ob das Signal des Tasters am EC überhaupt ankommt.
Meistens ist es per Durchgangsprüfer möglich, die Verbindung vom Taster zum EC durchzuklingeln.
Manchmal sitzen da aber auch noch Bauteile zwischen; weiß nicht wie es bei Dir ist.

Der Pegel am EC wird typischerweise mittels Pull-up Widerstand auf 3,3V high gezogen. Der Taster zieht den Pegel dann auf Low.
Folglich muss bereits die reine Betätigung des Tasters den Stromfluss zumindest um einige Mikroampere erhöhen.

Am Labornetzteil wirst Du Ströme wohl so genau nicht erfassen können. Aber mittels Spannungsmessung, über einem verhältnismäßig hochohmigen Shunt, ginge das problemlos.


3) Schematic hab ich
Ich würde da ja mal drüber schauen, wenn ich ihn ebenfalls hätte.
Aber heute nicht mehr, heute ist bei mir nur noch Vorteximedes dran!
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5

Mittwoch, 15. Juli 2020, 21:51

So, bei der Schematic ist:

Seite 58 das einschalt Diagramm.
Seite 30 der EC. Da ist pin 112 und 114 interessant. Auf pin 114 sind 3,3V beim drücken des ON Button geht die Spannung auf 0V. was OK sein dürfte. Bei pin 112 ist 3,3V beim drücken des ON Button und bleibt 3,3V. KA ob das was zu bedeuten hat.



Versteckter Text Versteckter Text

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6

Mittwoch, 15. Juli 2020, 22:53

Das Signal an Pin 112 (EC_ON) wird vom EC erzeugt.
Und dieses Signal soll laut Timing-Diagramm von selbst high werden (und auch bleiben), kaum nachdem der EC einfach bloß seine Betriebsspannung anliegen hat.
- Genau das passiert bei Dir auch.
Also bis hierhin alles OK!

Und - laut vorherigen Postings - gibt es auch allerlei andere Lebenszeichen des ECs.
Wir betrachten den EC daher vorerst als nicht tatverdächtig; er hat zu gute Alibis.

Überprüfe bitte die Schaltwandler, falls Du diese Empfehlung in Posting Nr. 2 überlesen haben solltest.
Bestens dazu bewährt haben sich ja meine ruhmreichen "Indikatoren".
- Hast Du Dir schon welche gebastelt?
Wenn nicht, dann wäre ein Oszilloskop das Mittel der Wahl; aber damit ist es umständlicher.
Ein Multimeter reicht jedenfalls nicht mehr aus.

Hast Du denn den Schnellkurs schon gelesen?
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7

Freitag, 17. Juli 2020, 09:54

Ich bin dran. :-D Indikatoren hab ich einen, mit 3,3 µH.
Ich meld mich wenn ich Zeit hatte und neue Erkenntnisse habe.

8

Samstag, 18. Juli 2020, 01:38

Ich habe mir nun Zeit genommen und weitere Indikatoren gebastelt und fleißig überprüft was das Motherboard so treibt.

PU601). schaltet nicht. Keine Kurzschlüsse!

Bauteil U23 schaltet nicht ,Keine Kurzschlüsse. Alle Spannungen an U23 sind vorhanden. 5VALW, 3VALW was für eine Spannung müsste ich an pin 3 messen? SUSP# kommt vom EC pin 116.

PU401 läuft.
U12 wird leicht warm läuft auch.

Einschaltreienfolge:

3VLP ) passt.

EC_ON ) Passt.

PBTN_OUT ) ist bei 3,3V geht während des drückens des PBTN auf 0V. EC Pin106.

EC_RSMRST# ) EC pin 100 beim einstecken der netzspannung ist 0V ab dem drücken des PBTN geht auf 0,22V hoch und bleibt da.

SYSON ) EC pin 95 ist 0V bleibt 0V beim einschalten. Wenn ich mir anschau was da bei der schematik zu SYSON geboten wird bin ich verwirrt. ?-( ROTFL ?-(

SUSP# ) EC Pin 116 ist 0V bleibt 0V beim einschalten.



soweit so gut. :013:
Grob, keine power Einheit schaltet ein, ausser 3,3V und 5,5 ALW. Keine Kurzschlüsse keine Spannungen. :-D




9

Samstag, 18. Juli 2020, 16:13

So, ich tip mal ganz wild auf die 0,22V vom EC_RSMRST# das da das Problem oder besser gesagt der Kurzschluss liegt.
Da müssten eigentlich 3,3V anliegen. Richtig?

EDV-Dompteur

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10

Samstag, 18. Juli 2020, 21:11

PBTN_OUT ) ist bei 3,3V geht während des drückens des PBTN auf 0V. EC Pin106.
Wobei der (laut Timing Diagram) noch einen einzelnen Low-Puls von 100ms nachfeuern sollte, bevor der Pegel dauerhaft high bleibt.


EC_RSMRST# ) EC pin 100 beim einstecken der netzspannung ist 0V ab dem drücken des PBTN geht auf 0,22V hoch und bleibt da.
Das ist in der Tat schwer verdächtig!
Das Signal führt auf S. 13 zum "System Power Management".
Entweder, der EC himself erzeugt keinen anständigen Pegel, oder der Chip auf S. 13 hat 'nen defekten Eingang, der das Signal Chip-intern auf Masse drückt, wogegen der EC nicht kräftig genug anstinken kann.
- So jedenfalls die ersten Vermutungen.

Zwei Lösungsansätze:
1) Mal probieren, dort künstlich ein 3,3V High über einen Widerstand von 480-1000 Ohm aufzudrücken.
Denn es wäre denkbar, dass (aufgrund einer schadhaften Firmware des ECs) der interne Pull-up Widerstand nicht zugeschaltet wird. Dann könnte der Pegel folglich nie high werden, weswegen wir da etwas nachhelfen müssten.
Mittels dieser externen Starthilfe könntest Du die Kiste dann zumindest temporär wider zum Leben erwecken, so dass es möglich wird, BIOS (inkl. EC-Firmware) bei laufendem Rechner neu zu flashen.

2) Wenn obiger Ansatz nicht wirksam sein sollte, dann wird der System Power Management-Chip wohl 'nen nach Masse niederohmigen Eingang haben.
Ein exotischer Fehler, aber Pferde vor der Apotheke und so ...

Ich würde also empfehlen, einen hauchdünnen Draht an den Pin 100 des ECs anzulöten, dessen anderes Ende auf einen Widerstand geht, der an die permenent vorhandenen 3,3V angeschlossen wird.
1000 Ohm sollten es tun. Dann mal messen, ob das Signal dadurch dann ein ordnungsgemäßes High führt.
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11

Sonntag, 19. Juli 2020, 23:41

Kurz, hab 3,3v über Labornetzteil drauf gegeben, hat mit 1000 Ohm wiederstand nicht geklappt 500 ohm auch nicht 330 auch nicht ohne hatz dann hingehauen!
Ein paar mal probiert, und plötzlich geht´s ohne zusatz strom! :) Soweit läuft de rechner hab noch nicht alles ausprobiert aber win 10 läuft. :013: :013: :013:
Werde weiter berichten. Gute Nacht. ;)

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Montag, 20. Juli 2020, 00:08

Woran lag es

Mich würde interessieren ob es jetzt dauerhaft geht.
Altern bei Laptops nicht auch die Elkos.
Zum einspeisen von Spann ung nehme ich immer so eine feine litze von einem displaykabel.

EDV-Dompteur

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13

Montag, 20. Juli 2020, 02:22

ohne hatz dann hingehauen!
Also herzlichen Glückwunsch zu Deinem Erfolg, aber da hast Du echt riskant gespielt! Und Du hast zufällig in doppelter Hinsicht unverschämtes Glück gehabt.

Meine Vermutung:
Der Power Management Chip hatte tatsächlich einen nach Masse niederohmig defekte Eingang.
Mit Deiner waghalsigen Aktion, den Widerstand weg zu lassen, wirst Du den Eingang weg gebraten haben, so dass er nun erstens hochohmig ist.
Zweitens wird dem Rest des Chips nun ein High am Eingang vorgegaukelt, obwohl die Eingangsstufe in Wahrheit im Arsc... ... im Eimer ist.

Jetzt wäre zu überprüfen, wie sich der Rechner im ausgeschalteten Zustand und im Standby verhält.
Es wäre denkbar, dass der Power Management Chip in diesen Modi nicht so richtig in den Sleep geht, wie man es gerne hätte und in Folge der Stromfluss erhöht bleibt.

Mal schauen, wie sich das mit Akku verhält. Nicht dass der jetzt leer gelutsch wird, wenn das Gerät eigentlich aus sein sollte.
Aber vielleicht bist Du ja auch in dritter Hinsicht ein Glückspilz.


Jedenfalls habe ich es mir verdient, dass Du die frohe Kunde von Vorteximedes an Deine drei aussichtsreichsten Bekannten weiter trägst, denke ich. :-)
Oder bei Fratzbuch verlinken, oder bei YouTube. Whatever.
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Montag, 20. Juli 2020, 11:34

Vorteximedes hab ich natürlich weiter verbreitet! Is ja das mindeste! ;)
Es ist so geil schön so viele Informationen zu bekommen ohne stunden im Netz gefangen zu sein ;)

Ich werde heute Abend wieder weiter basteln und sehen was der Lapi spricht. LG