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Donnerstag, 5. November 2020, 13:10

ASUS FX553VD - teilweise keine Spannung an CPU & VGA

Moin zusammen,

da mein erstes Übungssstück nun erstmal auf Eis liegt, möchte ich hier von dem o.g. Asus Laptop berichten, der mir großes Kopfzerbrechen bereitet.

Vorweg: Das Gerät hatte offensichtlich einen Flüssigkeitsschaden und war komplett tot. Mit dem was ich bisher gelernt habe, war ich jedoch in der Lage das MB vernünftig zu reinigen, einen defekten Kondensator in der 19V-Powerrail zu tauschen und ein zerbrutzeltes Stück Leiterbahn/Pad am "VIN" des PWM-Controllers ISL95829 AHRTZ zu flicken, bei dem 19V Anliegen. Dazu gleich mehr...

Jedenfalls sind die 19V, 3,3,V und 5V messbar. Dummerweise schaltet sich das MB offensichtlich unmittelbar nach einstecken in Netzteil von selbst ein. Ich bekomme eine Power-LED, Orange Battery-Led und für 5 Sekunden eine Capslock Led. Nach 20 Sekunden macht das Laptop einen Reset und macht nach o.g. Schema weiter. Nach dem zweiten Durchlauf bleibt das MB aber an und ich kann diverse Spannungen messen, die darauf hinweisen, dass das Gerät eingeschaltet ist.

boardview_asus_erp-min.jpg

EDIT: Mittlerweile ist sogar die 1,068V +VCCSA Spannung hinzugekommen (Die Spule mit den 12 Ohm) und Ich habe keinen Schimmer, wo diese auf einmal her kommt.

Nun ans Eingemachte: Fest entschlossen den Fehler selbstständig zu finden, habe ich quasi das komplette MB mit dem Multimeter untersucht. Insbesondere Der ISL95829 bereitet mir jedoch Sorgen, da dieser Offenbar an den nachfolgenden Treiber-ICs bzw. SPS durch FCCM- und PWM-Signalen angebunden ist. Ich verstehe es leider immer noch nicht vollständig.

Versteckter Text Versteckter Text

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Meiner Auffassung nach sind diese PWM- und FCCM-Signale sowohl teil des Problems als auch der Lösung. An Pins 34 & 35, welche für +VCCSA zuständig sind, messe ich mittlerweile 5V FCCM, was vorher definitiv nicht der Fall war. bei den restlichen FCCM Pins, messe ich jedoch null Spannung, stattdessen erhalte ich 2,5V an den zugehörigen PWM-Pins, was nicht richtig sein kann. Funfact: Ich bekomme an Pin 47 trotzdem ein Powergood Signal...

Für mich bleiben da nur drei Möglichkeiten. Entweder der PWM-Controller ist zumindest teilweise hinüber oder es sind alle Driver/SPS/Mosfets hinüber, die dahinter liegen, was ich für sehr unwahrscheinlich halte. Denn ich habe hier und da auch mal geschaut ob die Spannungen i.O. sind und das sind Sie offenbar. Können wir aber im Zweifel nochmal überprüfen. Die letzte Möglichkeit ist ein Lötfehler meinerseits, da ich zwecks Reparatur den PWM-Controller einmal herunter nehmen musste.

Also die Frage ist, wie falsch oder richtig liege ich? Wo kann ich ansetzen, um die 3 Varianten durchzugehen.

Jedenfalls habe ich das Gefühl, dass ich diesmal nah dran bin, das Gerät wieder zum Laufen zu bekommen und habe in diesem Fall ein sog. Boardview, dass evtl. weiterhelfen könnte.

Danke und viele Grüße

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Sephir0th« (5. November 2020, 15:07)


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Donnerstag, 5. November 2020, 15:30

Das Gerät hatte offensichtlich einen Flüssigkeitsschaden und war komplett tot. Mit dem was ich bisher gelernt habe, war ich jedoch in der Lage das MB vernünftig zu reinigen
Bist Du Dir da gaaaanz sicher? - Ich nicht!
Wie kannst Du es vernünftig gereinigt haben, wenn da noch Wärmeleitpads vorhanden sind und wenn am Prozessor noch die Kapton-Folie und Reste von Wärmeleitpaste kleben?

Wenn ein Mainboard Flüssigkeit abgekriegt hat, dann ist (von Ausnahmefällen abgesehen, z. B. bei geschlossener Tastatur) ein Vollbad erforderlich, vor dem man wirklich alles entfernt hat, was nur entfernbar ist. Und da gehören Wärmeleitpads und jedwede aufgeklebte Folie aber ultimativ mit dazu!

Und nach der mehrstufigen Reinigung in Lauge, Säure, nochmal Lauge, reichlich Klarwasser und schließlich mindestens 10 Minuten in Isopropanol, muss das MB zuerst mit Druckluft (Eine Ballon-Pumpe und 10 Minuten Fleiß tun es auch) solange aus verschiedenen Winkeln angeplüstert werden, bis Null Feuchtigkeit mehr unter den ICs hervor kommt.
Danach wird geföhnt, bis alles aber sowas von knochentrocken ist. Und dann noch einmal doppelt so lange weiter föhnen.

Anschließend muss das Mainboard für nicht weniger als 24 Stunden auf die satt aufgedrehte Heizung gestellt werden.
Es geht sicher auch mit dem Backofen, aber da fehlt mir die Erfahrung. Bei mir läuft eh immer die Heizung.

Jede Hoffnung, man könnte nach all dem Geschwenke in Alkohol, all dem Geplüster mit Druckluft und dem überreichlichen Geföhne, mit weniger als 24 Stunden auf der Heizug auskommen, ist definitiv vergebens! Die genannten 24 Stunden sind als absolutes Minimum anzusehen, weniger geht einfach nicht. Auch nicht, wenn man eine Stunde lang geföhnt hatte.


Man denkt, der Isopropylalkohol müsste doch wirklich alles Wasser herausziehen und wenn man erst eimal den Alkohol restlos weg hat, müsste alles wieder gut sein. Doch nix da!
Auch eine halbe Stunde in Isoprpanol, mit reichlich Geschwenke und mehrfachem Wenden, zieht nicht alles Wasser heraus, das da ins Resin der ICs und sonstwo noch eindiffundiert ist.

Die sonderbaren Effekte, die Du beschreibst, passen nach meiner Erfahrung bestens zu einem noch nicht vollständig getrockneten Mainboard.
Da ist es absolut typisch, dass manche Funktionen noch klemmen, sich dann später eventuell von selbst einrenken, oder das Fehler gewissermaßen wandern.

Solange Dein Mainboard nicht nach allen Regeln der Kunst gereinigt wurde und dann nach wiederum allen Regeln der Kunst getrocknet, brauchen wir uns gar nicht damit zu beschäftigen.
Es ist völlig sinnlos, die lange Prozedur irgendwie abkürzen zu wollen und zwischendurch mal auszuprobieren, wie der Stand der Dinge ist.

Die 8V an der oberen Spule gefallen mir übrigens gar nicht.
Aber reinige und trockne zuerst einmal das Mainboard gründlichst, vorher hat alle Mühe keinen Sinn.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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