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EDV-Dompteur

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Sonntag, 30. Juni 2013, 18:17

Von der Illusion des Patentschutzes

Schon Mitte der 90er wurde mir bewusst, dass Patente kaum wirksamen Schutz bieten, sondern eher eine Art Angriffsfläche - für die derjenige, der das Patent einreicht, sogar noch einen Haufen Geld bezahlen muss und darüber hinaus eine ziemliche Menge Bürokratie am Hals hat.
Eine hohe Hürde, für Kleinselbstständige, die vom "großen Durchbruch" träumen, dank ihrer genialen Erfindung.

Schaut man auf die großen Konzerne, so sollte auch dem Laien deutlich werden, dass Patente eher Innovationsbremsen sind, nicht aber -Motoren.
Da lässt sich eine Firma Apple "abgerundete Ecken" an einem tragbaren Gerät patentieren!
Na welch eine "schutzwürdige Innovation" aber auch, die sicher Heerscharen teurer Ingenieure monatelang schwerst beschäftigt hat!

Dann lässt sich Apple die Anordnung der Lautsprecher in einem tragbaren Gerät patentieren. Und verhindert den Verkauf eines Gerätes vom Hersteller Samsung, dessen Lautsprecher ähnlich angeordnet sind.
Die Lächerlichkeit ist wohl nicht mehr zu überbieten!

Diese Tage sorgt der NSA-Abhörskandal für Aufruhr.

Unter dem Deckmantel der "Terrorprävention" wurde ausgerechnet das doch recht innovative Deutschland besonders intensiv abgehört.
Gehirngewaschene Bürger haben jahrzehntelang das ihren gründlich vorgekaute Mantra freudig rezitiert: "Wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten!".
Eine völlig dumme Parole, deren Ursprünge ich im CDU-Umfeld orte. Was diese These untermauert: Speziell aus diesen Reihen wurde erwähntes Mantra immer und immer wieder angestoßen.

Nun zeigt sich aber auch für langjährige Leugner, dass offenbar auch andere - ganz normale - Menschen etwas zu verbergen haben, nicht nur die gerne vorgeschobenen "Terroristen".

Aber was hat das nun für Auswirkungen für dieses Forum?

Es gibt in diesem Forum einen versteckten Bereich (sogar mehrere): Die Tafelrunde Techno.
Diese war dazu gedacht, dass Erfinder sich in einem kleinen, vertrauenswürdigen Kreis untereinander austauschen können. Dass sie Rat anderer Fachleute einholen können, ohne dass größere Gefahr besteht, dass deren Idee geklaut wird, oder gleich voll in der Öffentlichkeit ausgebreitet wird.
Klar: Garantieren kann ich für nichts und es besteht immer das Restrisiko, dass ein Mitglied dieser Gruppe das entgegengebrachte Vertrauen enttäuscht. Aber jeder Teilnehmer war und ist sich über dieses ledigliche Restrisiko im Klaren.
Was aber wohl die Wenigsten auf dem Zettel hatten, ist die massive Wirtschaftsspionage der "Bündnispartner" dieses Landes, die de facto die gesamte elektronische Kommunikation automatisiert nach einer langen Liste von Stichwörtern abklopfen, um gegebenenfalls näher hinzuschauen.
Das Wort "Patent" steht garantiert auf dieser Liste.

Ich selbst hatte genau einmal ein Projekt, bei dem meine Geschäftspartner (entgegen meinem eindringlichen Rat!) auf Patenteinreichung bestanden.
Genau dieses Projekt ist allerdings auch desaströs gescheitert. Aus mehreren Gründen.
Die gewichtigsten Gründe hatten allesamt mit dem Patent und der ganzen Geheimhaltungspflicht zu tun, die mir untersagte, externen, fachlichen Rat einzuholen. Doch im Grenzbereich der Produktentwicklung ging es eben auch um Themen, die nicht meine Stärke sind; um Chemie, um Verfahrenstechnik. Da hätte ich fremden Rat von Fachleuten schwer benötigt!

Die Lösung war für mich (leider nur für mich) klar:
Wir hätten auf den ganzen Patentquatsch husten sollen und statt dessen ein öffentliches Projekt daraus machen sollen.
Die Gründe für diese, meine Überzeugung, sind vielfältig, sie aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. Aber da Geheimhaltung ohnehin nicht funktioniert, bzw. in gigantischen Aufwand ausartet, sollte man zumindest von den Vorteilen der Offenheit profitieren, denke ich.

Amis und Engländer schnorcheln ohnehin alles ab, das ist einfach die grausame Realität. Und das war mir schon länger bekannt - Edward Snowden ist ja nicht der erste Whistleblower und ich verfolge solche Dinge; und zwar abseits der Mainstreampresse.

Ich erinnere mich aber gut daran, wie im Rahmen des erwähnten Projektes unverschlüsselte E-Mails über "geheime" Details der Erfindung zwischen meinen beiden Geschäftspartnern und mir ausgetauscht wurden.
Nun, Amis und Engländer haben den Informationsfluss abgeschnorchelt, daran kann nun auch von denen nicht mehr gezweifelt werden, die solcherlei bislang als "unbegründete Verschwörungstheorie" abgetan hatten.

Und selbstverständlich betrifft der NSA-Skandal auch dieses Forum.
Ich werde die Tafelrunde Techno nicht auflösen, aber sie ist insofern obsolet, dass fest davon ausgegangen werden muss, dass unsere "Freunde" vom anderen Ufer des Teiches unvermeidbar alles mitbekommen, was in Foren, wie diesem hier, geschrieben wird. Daran ändert auch die Einrichtung versteckter Diskussionsgruppen nichts.

Der Überwachungsskaldal ist in seinen Konsequenzen grenzenlos!

OK, es ist also unmöglich, unverschlüsselt miteinander zu kommunizieren, ohne dass die Infos abgeschnorchelt werden.
Nun könnte man natürlich den Wahnsinnsaufwand treiben, nur noch verschlüsselte Dateiarchive auszutauschen. Um ehrlich zu sein: Dieses Vorgehen mag für einen finanzstarken Rüstungskonzern vielleicht praktikabel sein. Für Kleinbetriebe und private Erfinder ist es völlig unrealistisch.
Zumal der Rattenschwanz länger ist - mit Verschlüsselung allein ist es nämlich nicht getan (das zu erläutern, würde jetzt zu weit führen).

Big Brother ist Realität!

Da wir Bürger uns realistisch gesehen nicht mehr schützen können, was auch eher kleine, aber durchaus innovative Firmen betrifft, ist die Politik gefragt - sollte es doch deren Aufgabe sein, die Interessen der Bürger und des Wirtschaftsstandortes zu schützen.
Doch wie man sieht, versagen die derzeitigen Regierungsparteien desaströs!
"Mutti" schaut nur betreten aus der Wäsche und sitzt die Sache aus.
Innenminister Friedrich verteidigt die Totalüberwachung sogar noch und fiel bislang stets damit auf, noch mehr Überwachung zu fordern, die dann allerdings so gestrickt sein soll, dass auch deutsche "Sicherheitsbehörden" unmittelbaren Zugriff darauf haben - natürlich allein wegen der vielen Terroristen, schon klar.
In der SPD zelebriert man kulissenhafte Empörung, sobald man die Chance erhält, vor eine Kamera zu treten. Dennoch wurden die verschiedenen Überwachungsgesetze in der Vergangenheit von der SPD mitgetragen - selbst entgegen vorheriger Statements.

Piraten an die Front!

Die Einzige Partei, die das angesprochene Themenspektrum überhaupt "auf dem Zettel" hat, ist die Piratenpartei.
Es mag sein, dass diese sich die unfehlbaren Lösungen nun auch nicht mal eben aus dem Ärmel schüttelt. Aber immerhin hat diese Partei die Wichtigkeit des Themas erkannt - lange vor Bekanntwerden der von Edward Snowden geleakten Informationen.

Seit Jahren warnen die Piraten vor der Totalüberwachung. Und sie pochen auf Bürgerrechte und mehr Demokratie.
Zum Dank wurden sie in den Medien eher als "Raupkopiererpartei" dargestellt, der es angeblich speziell um "kostenlose Downloads für Jedermann" ginge.
Natürlich war diese Darstellung Quatsch, aber das Image wurde ihnen angehängt, unter Ignorierung des großen Bildes ihrer Intention. Gar zu verlockend war das Ausschlachten der von ihnen gebotenen Angriffsfläche, die das Thema "freie Kommunikation" im Bewusstsein der Öffentlichkeit auf "unbestraftes Downloaden" zu reduzieren schien.

Doch das Internet ist in der heutigen Zeit ein Machtfaktor, wie der unbegrenzte Zugang zu Öl, wie die Verfügbarkeit einer starken, gut ausgerüsteten Armee, wie starke Finanzkraft.
Wer die Informationen kontrolliert, der vermag Meinungen zu steuern. Er vermag jedweden Vorteil herauszufischen - wie eben detaillierte Informationen über Erfindungen, deren Patentierung kurz bevor steht.
Das betrifft die gesamte Wirtschaft, die gesamte Nation!

Doch was tut Merkel? - Sie schweigt, in offenbarer emotionaler Distanz zu dem von ihr so benannten #Neuland.
Das Scheitern der "etablierten Parteien" ist offensichtlich.
Schlimmer, als der Status Quo, kann es nicht mehr kommen! Totalüberwachung ist Totalüberwachung! Da geht nicht mehr viel.
Da fehlt vielleicht noch der gesetzliche Zwang zur Videoüberwachung aller Wohnräume, den wir in voller Konsequenz noch nicht haben. Doch trägt man alles zusammen, was wir bislang wissen, sind wir davon gar nicht so weit weg, wie mancher denken mag. Es lief nur subtiler, so dass die Bürger es freiwillig annahmen.
Die permanente, flächendeckende Ortung aller Handys, die Möglichkeiten zur "stillen SMS", mit der das Mikrofon aus der Ferne und unbemerkt vom Besitzer aktiviert werden kann, sind da nur Bausteine im Gesamtbild, die einen Geschmack vermitteln, wo wir bereits heute stehen. Diese "Features" wären technisch gesehen nicht notwendig. Sie wurden damals jedoch explizit von der Regierung verordnet!

Darum sage ich: Die alten Herrschaften aus dem Bundestag müssen weg!
Sie müssen ausgetauscht werden, gegen frische Gesichter. Gesichter, hinter deren Stirn Gehirne stecken, welche die Bedeutung der freien Kommunikation erkannt haben; die ernsthaft nach Lösungen suchen - völlig unabhängig davon, ob sie solche Lösungen bereits mundfertig anbieten können.
Unabhängig davon, wie kameratauglich sie sind und ob sie mit Sandalen in Talkshows erscheinen.

Wahrscheinlich wird selbst das momentane Hochkochen der Volksempörung wenig Auswirkung auf das Ergebnis der bevorstehenden Bundestagswahl haben - was ich sehr bedaure.
Ein starkes Signal, dass es so nicht weiter gehen darf, wäre eine vernichtende Abstrafung der CDU, aber auch der SPD, die den CDU-Kurs, in Sachen "mehr Überwachung", stets mit trug - trotz anderslautender Statements.

Ein deutliches Signal, wie sehr das Thema die Bürger bewegt, wäre ein dick zweistelliges Wahlergebnis für die Piraten!
Nicht, dass sie nun gleich den Bundeskanzler stellen, oder so. Das wird nicht passieren. Aber dass sie den "etablierten Parteien" Kompromisse abzuringen in die Lage versetzt werden, zu denen diese sich andernfalls niemals durchringen würden, weil sie bislang entspannt darauf bauen konnten, dass ihr Wirken ohnehin kaum nennenswerten Einfluss auf Wahlergebnisse hatte.

Für den gern erwähnten "Wirtschaftsstandort Deutschland" wäre es sicher von Vorteil, wenn Firmen wieder darauf vertrauen könnten, dass ihre Kommunikation unabgehört bleibt - von wem auch immer.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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