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Mittwoch, 26. Juli 2017, 11:20

Durchgebrannte "Teilchen" auf einem Asus G750 JW Mainboard

Hallo liebes Forum,

nachdem ich mir einen Laptop ersteigert habe, machte ich ihn auf, um ihn zu reinigen. Hierbei bin ich auf durchgebrannte "Teilchen" gestoßen (bin totaler Leihe und weis nicht um was es sich hier handelt). Das Notebook funktioniert sonst einwandfrei (bis auf den integrierten Subwoofer). Wer weis um was es sich hier handeln könnte? Evtl. um den Subwoofer? Muss / kann ich handeln? Und wenn ja, wie? Vielen Dank im Voraus!

MfG,

Florette

IMG_0299.JPG

EDV-Dompteur

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2

Mittwoch, 26. Juli 2017, 20:07

Hallo liebe Florette! ;-)

Der Chip (TPA3110) ist in der Tat ein Stereo-Verstärker.
Gebrutzelt hat es an den Komponenten, die an die Pins 15, 16, 27, 28 angeschlossen sind. Diese Pins führen allesamt das selbe Potenzial. An diesen vier Pins liegt die Spannungsversorgung für den Audioteil an.
Korrektur: Siehe Posting Nr. 7!

Ich bin mir nicht restlos (aber doch ziemlich) sicher, dass dort keramische Kondensatoren saßen, die es so richtig zerfetzt hat.
Korrektur: Siehe Posting Nr. 7!
Unten ist offenbar sogar die Leiterbahn durch ...

So gesehen: Gute Sache! Durch die unterbrochene Leiterbahn wäre der Rest jetzt geschützt, ohne weitere Auswirkungen.
Der für Dich billigste Weg sieht so aus:
Reinige die verkohlten Stellen mit Wattestäbchen. Tränke die Bäuschchen dazu mit Isopropanol, oder Reinigungsbenzin.
Die Spannungsversorgung sollte dazu selbstredend abgezogen sein.
Duch die Reinigung entfernst Du losen Kohlenstoff, so dass auch keine zarten Kriechstöme mehr auftreten.

Nach Trocknung stöpsel mal das Netzteil an und schalte das Gerät ein, in geöffnetem Zustand. Kontrolliere, dass an den verkohlten Stellen auch nach einigen Minuten Laufzeit wirklich nichts heiß wird (also wirklich keine Kriechstöme herum marodieren).
- Wird wohl nicht sein, nehme ich an.

Wenn dem so ist, kaufst Du Dir eine billige USB-Soundkarte. Die gibt es schon für unter 3,- EUR (unglaublich, oder?):
http://www.ebay.de/itm/111848955364

Empfehlenswerter ist eine Ausführung bei der man keinen so dicken "Gnubbel" in den USB-Port stecken muss. Beispiele:
http://www.ebay.de/itm/322329806206
http://www.ebay.de/itm/172783545237
http://www.ebay.de/itm/301953031047

Dieser Artikel hier, für 'nen Zwanni, dürfte besonders interessant sein, denn der kombiniert die Soundkarte gleich mit einem dreifachen USB-Hub:
http://www.ebay.de/itm/311918565463


Alternativ zu den USB-Soundkarten käme noch ein Bluetooth-Stick in Betracht.
Hier zu einem EUR(!!!) ohne Versandkosten(!) bei Lieferung aus Deutschland:
http://www.ebay.de/itm/162478315065

Daran kannst Du Bluetooth-Aktivboxen betreiben, oder Bluetooth-Kopfhörer.
Problem gelöst!

Ich verdiene ja durchaus gerne Geld, aber bei mir würde die Reparatur vergleichsweise heftige 100,- EUR kosten. Das ist in Deinem Fall echt nicht notwendig. Kaufe Dir lieber so ein Teil Deiner Wahl und lebe mit dem kleinen Defekt des Notebooks, der dann ja nicht mehr stört.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

- Technische Fragen zu Eigenreparaturen bitte öffentlich im Forum stellen, nicht telefonisch! -

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Mittwoch, 26. Juli 2017, 21:23

Hallo lieber EDV-Dompteur :-)

vielen Dank für deine schnelle und hilfreiche Antwort. Das witzige ist, dass vom 2.1 System "noch" 2.0 geht. Also nur der Subwoofer geht nicht. Also damit könnte ich leben. Kann es sein, dass ich beim reinigen der Stellen evtl. noch die anderen Boxen "lahmlegen" könnte? Könnte ich (habe etwas Löterfahrung) beim Kauf der Kondensatoren selbst Hand anlegen?

Liebe Grüße,

Florette

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4

Mittwoch, 26. Juli 2017, 22:32

Das witzige ist, dass vom 2.1 System "noch" 2.0 geht.
Erstaunlich. Dann ist die Leiterbahn wohl doch noch nicht völlig durch.


Kann es sein, dass ich beim reinigen der Stellen evtl. noch die anderen Boxen "lahmlegen" könnte?
Unwahrscheinlich, bei etwas Gefummel mit Wattestäbchen.
Ich würde natürlich alles wegkratzen, was verkohlt aussieht und eventuelle Unterbrechungen flickschustern. Aber ich wollte Dir einen simplen "selfmade"-Weg aufzeigen.


Könnte ich (habe etwas Löterfahrung) beim Kauf der Kondensatoren selbst Hand anlegen?
Das musst Du selbst beurteilen.
Wenn man es richtig machen will, dann recherchiert man nach dem Schaltplan und schaut, welche Werte dort hinein gehören.
Leider ist Asus so gemein, auf dem Bestückungsdruck der Platine nicht alle Bauteile zu kennzeichnen; da muss man sich also stets auf ein kleines Detektivspiel einlassen.

Die Werte werden aber ziemlich unkritisch sein.
Wenn Du ein Multimeter hast, dann überprüfe doch mal, ob die Anschlüsse der vermuteten Kondensatoren tatsächlich auf GND und eine hohe Spannung von ca. 19V gehen.
Wenn ja, dann gehören dort ganz sicher tatsächlich Kondensatoren rein. Dann kannst Du mit 10uF/25V (besser: 50V) nicht viel falsch machen.

Falls es sich nicht gut anhören sollte, einfach größere Kondensatoren nehmen, mit höherer Kapazität.

Edit: Nein, die gefetzten Bauteile waren Inuktivitäten, siehe Posting Nr. 7!
Die Bauteilform scheint 0603 zu sein, so auf den ersten Blick.

Falls Du da selbst heran gehst, sollte das Mainboard besser ausgebaut werden, für die Löterei.
Und falls Du den Schaden dabei vergrößerst, dann sinkt meine Lust, das zur Reparatur anzunehmen.
Entscheide also selbst, ob Du es Dir zutraust, oder ob Du einfach einen der verlinkten Artikel kaufst und alles so lässt, wie es ist.
Aber die Reinigung mit Wattestäbchen empfehle ich auf jeden Fall
Achte daruf, dass zuletzt keine Wattefusseln zurück bleiben, denn die könnten mit der Zeit Kriechstrecken ausbilden.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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5

Donnerstag, 27. Juli 2017, 17:31

Hallo EVD-Dompeur,

vielen Dank für die schnelle Antwort! Okay, dann werde ich die Stelle reinigen und mich damit abfinden, dass der Subwoofer nicht geht. Ist echt nicht so schlimm. Danke nochmal für die Hilfe. Echt nett von dir!!! ;-) :-P

LG Florette

6

Freitag, 28. Juli 2017, 12:55

Hallo EDV-Dompteur,

ich bin auf das verlinkte Bild gestoßen. Wenn ich die Bilder so vergleiche, fällt mir auf, dass die Kondensatoren unterschiedlich sind. Wie siehst du das? Um welche könnte es sich dabei handeln? Leider finde ich auch nach längererer Recherche keine Übersicht über das Mainboard. Vielen Dank im Voraus.

MfG Florette
»Florette« hat folgendes Bild angehängt:
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7

Freitag, 28. Juli 2017, 14:27

Hallo Florette,

auf dem neuen Bild sieht es für mich klar danach aus, dass es sich bei den dunkleren Bauteilen um kleine Chip-Induktivitäten handelt.
Einen Schaltplan für das Mainboard finde ich auch nicht. Dazu bräuchte ich die exakte Mainboardbezeichnung, die da irgendwo aufgedruckt sein wird, auf den Bildern jedoch nicht zu sehen ist.

Ich habe aber mal das Datenblatt des Verstärker-ICs "ersuchmaschiniert":
http://www.ti.com/lit/ds/symlink/tpa3110d2.pdf

Dort sieht man auf Seite 17, dass vom Hersteller an den entscheidenden Pins kleine Induktivitäten von 33μH empfohlen werden, für die typische Ausgangs-Impedanz von 8 Ohm.
Genau die Dinger sind Dir durchgekokelt. Da hat es wohl mal einen Kurzschluss aum Audio-Ausgang gegeben.

Übrigens sehe ich im Datenblatt, dass ich mich in meiner ersten Antwort geirrt hatte, bezüglich der Pinbelegeung (Selbstkritik: man sollte nicht aus dem Gedächtnis schreiben, sondern immer ins Datenblatt schauen!). Die vier Pins führen nicht die Spannungsversorgung des ICs, sondern die Pins 15 und 16 sind für den rechten Audio-Kanal, die Pins 27 und 28 hingegen für den linken Audio-Kanal zuständig.

Klarer Fall also: Die Induktivitäten liegen je in Reihe mit dem jeweiligen, extern angeschlossenen Lautsprecher. Dort gab es wohl einen Kurzschluss, zumindest aber eine erhebliche Überlastung.
Wobei: Eigentlich ist im Datenblatt angegeben, dass der Chip gegen Kurzschlüsse geschützt sein soll ...
Aber vielleicht waren die Induktivitäten von der Belastbarkeit her viel zu schwach dimensioniert und für 8 Ohm Lasten ausgelegt. Wenn dann jemand einen 4 Ohm Kopfhörer eingesteckt haben sollte, dann würde natürlich eine entsprechend höhere Leistung über dem ohmschen Anteil der Induktivitäten abfallen.
Wundert mich trotzdem, dass die dann nicht bloß "ein Büscherle" geköchelt haben, sondern so richtig gefetzt sind.

Vielleicht hat ja mal jemand einen Ladestecker in die Buchse gestopft und externe Spannung angelegt.
Ich habe hier tatsächlich eine akkubetriebene Taschenlampe, die über einen (zweipoligen) 3,5er Klinkenstecker geladen wird ...

Bei einem echten Analogverstärker hätte das niemals so fatale Folgen haben können, weil da sonst Kondensatoren in Reihe zu den Speakern liegen. Die hätten jeden Gleichstrom zuverlässig fern gehalten.
Der TPA3110 ist aber ein digitaler Klasse-D Verstärker, der ohne Koppel-Kondensatoren auskommt.

Wenn da tatsächlich jemand eine externe Spannung angelegt haben sollte (was mir besonders plausibel erschent, angesichts des Schadensbildes), dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass der Chip dabei gleich mit hops gegangen ist - trotz seinem internen Kurzschlussschutz.

Mein Rat daher: Versuche gar nicht erst, das zu flickschustern, sondern kaufe einfach eine USB-Soundkarte.
Ich könnte das Mainboard durchaus reparieren. Ich würde auf der Platine jede Verkohlung wegkratzen, Lötflächen erneuern, geeignete Chip-Induktivitäten einsetzen und gegebenenfalls den IC tauschen.
Aber es kann sein, dass an den Stellen, wo die Platine gebrutzelt hat, innere Lagen des Multilayers beschädigt wurden, denen man beim Entfernen der Verkohlung erst so richtig den Rest gibt. Auch das ist reparabel, wird aber langsam unlustig.

so wie es jetzt ist, sind ja offenbar die entscheidenden Verbindungen durch. Dadurch ist alles, was schadhaft sein könnte, isoliert.
Das ist wie ein gutartiger Krebs, der sich selbst abkapselt.
Meiner Meinung nach, solltest Du da besser nicht dran rühren, obwohl es prinzipiell natürlich reparabel ist. Prinzipiell ...

Wenn Du es dennoch versuchen willst, dann hast Du jetzt alle nötigen Informationen.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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Mittwoch, 2. August 2017, 08:52

Vielen Dank für deine Zeit, lieber EDV-Dompeur! Ich überlege es mir nochmal in Ruhe.

Liebe Grüße, Florette

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