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Mittwoch, 14. Februar 2018, 07:37

Gehäusebruch stabil reparieren

Mit diesem Trick gelingt die stabile Reparatur gebrochener Gehäuse.

Verwendetes Material und Werkzeug:
  1. Aramid-Fasern (reißfest & hitzebeständig)
  2. Lötkolben mit meißelförmiger Spitze
  3. Schere
  4. Kapton-Klebeband (als Hilfsmittel zum Schneiden des Aramids mit einer herkömmlichen Schere)
  5. Gegebenenfalls etwas Benzin, zum leichteren Lösen des Kaptons vom Aramidgewebe.

YouTube-Video der Prozedur:
#002 Notebook-Gehäusebruch stabil reparieren


Zusammenfassung in Textform:
Risse in Notebook-Gehäusen lassen sich nicht befriedigend kleben.
Auch mit Schmelztechnik erreicht man keine brauchbare Stabilität mehr.
Als Lösungsansatz bietet es sich an, verstärkende Elemente einzukleben, wie z. B. Bleche, oder Drähte. Aber an vielen Stellen ist das einfach nicht möglich. entweder weil die Gehäuseform an der Bruchstelle zu komplex ist, oder weil jedes zusätzliche Material aufträgt und dann den einwandfreien Zusammenbau erschwert, bzw. gar verunmöglicht.

Mein Trick:
Mittels Lötkolben werden hitzefeste Aramidfasern in den Kunststoff des Gehäuses eingeschmolzen!
Aramid ist ein extrem reißfestes Material, aus dem schusssichere Westen gefertigt werden. Es ist auch unter dem Handlesnamen Kevlar bekannt.
Seine Temperaturbeständigkeit ist so hoch, dass es unbeschadet mittels Lötkolben in thermoplastischen Kunststoff eingeschmolzen werden kann.
Die hauchdünnen Fasern tragen dabei effektiv absolut nicht auf und mit etwas Geschick gelingt eine von außen unsichtbare Reparatur des Gehäuseschadens, bei dem der Riss nur noch als dünner Kratzer erscheint.

Die erzielbare Stabilität ist beachtlich! Sie übersteigt sogar deutlich die ursprüngliche Festigkeit des Gehäuses.
Und mir ist nicht bekannt, dass dieser großartige Trick schon irgendwo praktiziert wird.

Die hier verwendeten Fasern wurden aus einem Stück Aramid-Gewebe haraus gezupft. Erhältlich ist es z. B. bei eBay.
Normalerweise lässt sich Aramid mit einer herkömmlichen Schere nicht schneiden. Bestenfalls zerfasert es bei dem Versuch. Auch mit dem Cutter-Messer hat man keine Chance. Darum existieren mikroverzahnte Spezialscheren.
Doch ich fand tatsächlich auch dafür eine Lösung:
Klebt man beidseitig Kapton-Klebeband auf das Gewebe, so werden die hauchdünnen und glatten Fasern dadurch fixiert, so dass man das Gewebe nun mit einer normalen Schere ganz sauber zuschneiden kann!
Auch dieser Trick scheint nicht bekannt zu sein.

Um das Kapton ganz easy vom Aramidgewebe wieder lösen zu können, verwende ich einen kleinen Spritzer Feuerzeugbenzin.


Posting wird später noch ausgebaut und um Bilder ergänzt ...
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Freitag, 16. Februar 2018, 01:07

Nur ein ganz schneller und heißer Tipp:

Kaufen! Bevor es zu spät ist!

M2,5x 6mmx3.5mm Innengewinde Messing gerändelt Einsatz Embedded Muttern 10
https://www.ebay.de/itm/352154077409



Ich zeige Euch später noch ein paar richtig gute Tricks, wie man herausgebrochene Displayscharniere hochstabil reparieren kann. Aber diese Dinger hier sind ja wohl der Befreiungsschlag!
Extrem schwer zu kriegen und sicherlich ein begrenzt verfügbarer Restposten, daher mein bester Rat: Investiert sofort die 3,17 EUR für den Zehnerpack und legt Euch diese Dinger auf Halde, ganz egal, ob Ihr die im Moment gerade braucht, oder nicht!

Ausgiebige Erklärungen, was damit anzustellen ist, liefere ich in den nächsten Tagen (habe gerade keine Zeit!).


Update vom 18.02.'18:
Der Verkäufer hat heute ein neues Angebot eingestellt.
Jetzt 40 Stück zu 4,05 EUR! Inklusive Versandkosten!

40Stk M2.5x6mmx3.5mm Inner Gewinde Messing Rändelschraube Einsatz Embedded Nut

Wie oft habe ich in den Jahren schon erfolglos nach solchen Dingern recherchiert!
Ich war schon mehrfach drauf & dran, welche für teures Geld anfertigen zu lassen. Und jetzt kriegt man die für rund 10 Cent pro Stück!
:013: :030:
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3

Dienstag, 3. November 2020, 00:08

Scharnierbruch dauerhaft reparieren

Hallo Stefan

Vielen Dank noch für Deinen guten Tipp mit dem JB Weld Kleber.
Wollte Euch nur meine Methode vorstellen wie ich einen Scharnierbruch wirklich dauerhaft repariert habe:
https://youtu.be/3h6E10oSTk8
Bindulin 2 Komponentenkleber meiner Meinung nach auch sehr gut aber der JB Weld ist spaltfüllender und verfließt nicht so leicht.
In dem Video zeige ich wie ich den Rahmen mit Blech verstärke.
Aber leider wird bei meiner Methode das ganze komplett mit dem Gehäuse verklebt.
Aus meiner Sicht stellt das nur ein sehr kleiner Nachteil da.
Ansonsten müsste man aber die Einbressmutter aus Messing fest mit dem Gehäuse verkleben.
Mein Vorschlag dazu:
diese Messing Einpressmutter bei Ebay kaufen dann mit einem Rohr Blech etc. verlöten.
Auf Diese Weise hat man eine genügend große Fläche um dann diese Hülsenmutter einpressmuter fest mit dem Gehäuse zu verkleben.
Du arbeitest ja dazu mit einem Rohr aus Kohlefaser verstärktem Kunststoff aber in meinem Fall hatte Kunde sogar die Schrauben samt Messingstücke verbummelt.
Übrigens kannst du mit Blech und dem Kleber auch sehr gut ein gebrochenes Gehäuse reparieren auch glasfasermatten eignen sich gut.
Es gibt auch so Füllmaterial für Sekundenkleber das ist so ein Pulver wie Quarzsand .
Vielleicht eignet sich das auch gut für unsere Zwecke

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Dienstag, 3. November 2020, 12:44

In dem Video zeige ich wie ich den Rahmen mit Blech verstärke.
Aber leider wird bei meiner Methode das ganze komplett mit dem Gehäuse verklebt.
Puuh, also zu Deinem Video hätte ich ja jetzt allerhand Anmerkungen/Verbesserungsvorschläge.
Das würde aber lang werden, so viel Zeit habe ich nicht.
Aber bei der Vermischungstechnik der zwei Komponenten sehe ich noch deutlches Optimierungspotenzial. Auch beim Auftrag auf die zu stabilisierenden Stellen. Der Kleber haftet nämlich erst dann absolut perfekt, wenn er regelrecht einmassiert wird. Das hat mit seiner nicht verlaufenden Konsistenz zu tun. Man muss nachhelfen, um ihn tief in die Oberflächenstruktur einzuarbeiten. Alternativ kann man auch mit dezentem Einsatz von Warmluft (ich schreibe bewusst nicht "Heißluft") der Sache auf die Sprünge helfen.
Vielleicht ist das der Grund, warum Du mal den Bindulin für praktisch gleichwertig befunden hast. Du hattest den J-B Weld einfach nicht optimal verarbeitet.


Du arbeitest ja dazu mit einem Rohr aus Kohlefaser verstärktem Kunststoff aber in meinem Fall hatte Kunde sogar die Schrauben samt Messingstücke verbummelt.
Ist völlig egal, was der Kunde verbummelt.
Schrauben hat man eh immer genug da.
Und die Messingmuttern ersetze ich, wo immer es geht, durch längere Ausführungen, die mehr Halt bieten.
Fehlende Gehäuse-Bruchstücke lassen sich mit dem 2K-Kleber und Aramidgewebe modellieren. Wenn erforderlich, lässt sich mit Pigmenten, wie z. B. einer Messerspitze Graphit, eine Farbangleichung erreichen.
Deine vorgeschlagene Löttechnik wäre für mich der Plan B, wenn es den J-B Weld nicht gäbe und keine Kohlefaser-Profilstangen und kein Aramidgewebe.


Übrigens kannst du mit Blech und dem Kleber auch sehr gut ein gebrochenes Gehäuse reparieren auch glasfasermatten eignen sich gut.
Natürlich.
Aber weil ich mit solchen Methoden nicht zufrieden war, suchte ich nach besseren Wegen. Ist zum Teil aber auch Geschmackssache.
Glasfasern vermeide ich, denn deren winzige Splitterchen halte ich für übelst gefährlich.
Meine Aramdifaser hat sogar eine höhere Zugfestigkeit, als Glasfasern.

Und Blech trägt auf, so dass das Gehäuse nicht mehr perfekt schließt, was man bei Dir ja auch deutlich sieht. Diesen Effekt wollte ich weg haben.
Mir war es stets wichtig, dass man von außen später rein gar nichts sieht. In den Kunststoff eingeschmolzene Aramidfasern tun den Trick.
Wenn man das Gefühl nhat, man müsste noch mehr tun und der Platz dafür vorhanden ist, dann kann man im Anschluss ja noch ein Stück Aramidgewebe mit J-B Weld aufkleben. Der Vorteil gegenüber Blech: Das Gewebe lässt sich perfekt an die Gehäuseform anschmiegen. ganz egal, was da innen für Strukturen vorhanden sind.

Gebrochene Scharnierstreben fixe ich mit längs zerspilttertem Kohlefaserprofil, dessen Fasern parallel in längsrichtung ausgerichtet sind. Die sind viel biller, als die eigentlich höherwertigen, kreuzgewickelten Profile, aber in diesem Anwendungsfall ausnahmsweise sogar vorteilhafter.
Korrekt gemacht, trägt da rein gar nichts auf und das Gehäuse lässt sich wieder perfekt verschließen, so dass man hinterher absolut nichts sieht.
Allerdings kann ich es bei solch schlanken Displayschalen auch nicht immer vermeiden, die Gehäuseteile zusammen zu kleben. Das erhöht einfach noch einmal die Gesamtstabilität dieser äußerst filigranen Konstruktionen, die mit der Zeit ja schon von ganz normaler Nutzung kaputt brechen.

Ich erkläre auch jedem Kunden, dass er den Displaydeckel tunlicht immer mittig anfassen sollte, wenn er das Gerät aufklappen will. Das vermeidet einseitige Belastung der Scharniere.


Es gibt auch so Füllmaterial für Sekundenkleber das ist so ein Pulver wie Quarzsand .
Ja, das verwende ich manchmal, dort wo es Sinn macht.
Aber es hält nicht ganz so gut, wie J-B Weld, obwohl guter Sekundenkleber mit Quarzsand schon verdammt gute Resultate bringt.
Quarzsand hat außerdem den Nachteil, dass man sich damit seine Fräsbits ruiniert, falls man noch mit der Dremel bei muss.
Überhaupt finde ich Sekundenkleber plus Füllstoff recht unwitzig, wenn man "dremeln" muss, weil dabei aggressive Dämpfe freigesetzt werden.

Der IMHO beste Sekundenkleber ist der von Schwanheimer. Leider teuer, das Zeug, aber um Längen besser, als 08/15-Sekundenkleber.
Bei Sekundenklebern gibt es verschiedene Destillationsstufen, die für die Qualität entscheidend sind. Schwanheimer verwendet die höchstmögliche Destillationsstufe.
Das Zeug ist dermaßen rein, dass man sogar die geöffnete Flasche ohne Deckel(!) im Kühlschrank durchaus zwei Jahre lagern kan (eigene Erfahrung!). Er härtet trotzdem nicht in der Flasche aus und bleibt normal anwendbar.
Normaler Sekundenkleber härtet aus, sobald er mit Luftfeuchtigkeit in Kontakt kommt. Nicht so der Schwanheimer! Der Schwanheimer polymerisiert erst unter Druck und Luftabschluss. Oder halt, wenn man Aktivator hinzu gibt.
Das erlaubt es einem, die mit Klebstoff benetzten Klebestellen in aller Ruhe auszurichten und zu fixieren, was bei normalem Sekundenkleber bekanntlich nicht geht.
Man kann das sogar noch weiter auf die Spitze treiben, indem man die Klebestellen nicht etwa mit Klebstoff benetzt, sondern - umgekehrt - mit dem Aktivator!
Jetzt kann man "endlos" lange die Teile ausrichten. Sind sie dann endlich in Position fixiert, dann gibt man von der Seite her ein Tröpfchen Kleber hinzu, der regelrecht blitzartig "einzieht", sich mit dem zuvor aufgetragenen Aktivator vermengt und dabei augenblicklich aushärtet.

Wenn man aber mit Füllstoffen arbeitet, wie Quarzsand, Natron, oder Metallpulver, dann kann man auch billigen 08/15 Sekundenkleber nehmen. Da konnte ich noch keinen nennenswerten Vorteil des teuren Schwanheimers feststellen (zumindest rein subjektiv nicht, ich habe das nicht akademisch untersucht).

Zum Füllen eines großen Volumens ist die Sekundenkleber-Methode IMHO weniger gut geeignet als oft behauptet, weil es ausgesprochen schwierig ist, beim mehrschichtigen Auftrag ein homogenes Mischungsverhältnis zu erzielen.
Man merkt das sehr gut, wenn man einen größeren Klumen ausgehärteter Masse mal durchsägt.
Die vielen Fehlstellen reduzieren die mechanische Festigkeit.
Trotzdem macht der Einsatz von Sekundenpleber plus Füllstoff gelegentlich Sinn. Z. B. um Klebestellen zunächst vergleichsweise ruckzuck handhabbar belastbar zu fixieren und dann noch in aller Ruhe den quälend langsam aushärtenden J-B Weld aufzutragen.
Der Füllstoff der Wahl für solche Fälle ist dann zumeist Natron. Natron polymerisiert mit Sekundenkleber zu einem Kunststoff aus, der einem keine Fräsbits oder Feilen versaubeutelt, wenn man nacharbeiten muss.
Noch fester wird es, wenn man Metallpulver nimmt, statt Natron. Hat dann halt insgesamt andere Eigenschaften. Ich wähle immer dem Anwendungsfall entsprechend die verwendeten Materialien aus, es gibt da kein allgemengültiges Patentrezept.

(Mensch, jetzt ist es doch wieder lang geworden, dabei habe ich echt viel zu tun!)
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5

Dienstag, 1. Dezember 2020, 03:50

Welcher Kleber ist der Beste?

Vielen Dank Stefan für die Ausführliche Antwort.
Inzwischen habe ich Untersuchungen gemacht welcher 2 komponentenkleber am besten hält.
Ich habe dazu eine mutter m5 genommen und diese auf den Kunststoff geklebt.
Dann wurde eine Federwage benutzt und die kraft gemessen bis die verbindung reist.
Der Aufbau ist so wie auf meiner Webseite zu sehen: https://christian-reber.jimdofree.com/kl…testergebnisse/
m5 mutter auf messing 18,8kg jb weld
18,2kg bindulin kleber
M5 Mutter auf Epoxydharzplatte für platinenherstellung:jb weld: 10kg Bindulin epoxydharzkleber 20 kg
m5 mutter auf plastik vom laptop geklebt mit jb weld : 10kg mit Bindulin 18kg.
zusammenfassend können wir als sagen das bei Metall Metall verklebungen die festigkeit von beiden kleber etwa gleich ist.
kleben wir dageben metall mit plastik zusammen dann braucht man beim Bindulinkleber etwa die doppelte Kraft um die Verbindung wieder zu trennen,
Inzwischen habe ich bestimmt 10 versuche unternommen und verschiedene plastiksorten von laptops getestet und ich werde weitere Tests machen Teilweise hat der Bindulin Kleber sogar 3 bis 4 mal so fest gehalten.
Kein einziges mal war der JB WEld besser.
Ich hatte auch Deinen Rat beachtet das der jb WEld Kleber einmasiert werden muss . in der Regel habe ich die klebstoffe etwas erwärmt.
Ich habe den langsam härtenden Bindulin Kleber genommen.
Der JB Weld hat aber den riesen vorteil das er nicht so schnell wegfliest da er durch das Eisenpulver sehr viskos ist.

Ich wollte nur diese wichtigen Testergebnisse mit Euch teilen, denn für die Reparatur eines Scharnierbruchs sind Klebstoffe ja wichtig.
Siehe mein oben genanntes Video zum Scharnierbruch

https://www.youtube.com/watch?v=3h6E10oSTk8&t=462s
Ich werde noch weitere Kunststoffe testen und dann kann ich gerne nochmal berichten

Natürlich habe ich auf das richtige Mischungsverhältniss geachtet und Klebestellen vorher angeraut und entfettet mit alkohol.
Ebenso wurden beide klebstoffe mindestens 1-2 Minuten verrührt.

Auch habe ich ja meine Versuche wiederholt

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Dienstag, 1. Dezember 2020, 14:15

OK, danke für Deine Testergebniss! Ich staune ...
Allerdings vermute ich weiterhin, dass Du nicht hinreichend durchmengt hast. Denn was ich in Deinem Video sehe, ist keine Durchmengung zu einer wirklich homogenen Masse. Die ganze Art, wie Du die Komponenten vermengst, ist IMHO schlicht ungenügend.
Generell leidet die Festikeit von 2K-Klebstoffen enrorm, wenn die Durchmengung nicht gleichmäßig war. Dieser Effekt mag bei unterschiedlichen Klebstoffen unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Von J-B Weld ist es bekannt, dass die Festigkeit enorm leidet, wenn der Härter auch nur minimal überwiegt, gegenüber dem Binder.
Wenn die Durchmengung ungleichmäßig ist, dann hat man viele viele kleine Stellen im Material, an denen der Härter überwiegt, selbst wenn man bei der Dosierung darauf geachtet hatte, etwas mehr Binder zu nehmen.

Weiterhin wären, neben der reinen Zugfestigkeit, noch andere Faktoren zu testen:
Scherbelastung
Schlagfestigkeit
Einflüsse von Temperatur auf die Haltekraft
(Ich hatte mal einen Kleber, der schon bei 60 Grad an der Klebestelle unbrauchbar weich wurde. Vielleicht sogar schon bei noch tieferen Temperaturen an Festigkeit einbüßte, was ich aber nicht näher untersucht hatte, weil ich den eh für untauglich befand).

Trotzdem machen mich Deine Testergebnisse neugierig, den Bindulin ebenfalls mal zu testen.
Also ich hatte zwar schon Klebstoff von Bindulin, aber der war ein Reinfall. Mag ja sein, dass exakt Deine Sorte der wahre Bringer ist. Ich werde das mal im Auge behalten.


Einen schicken Test will ich Dir noch nahe legen:
Klebe mal eine gut gereinigte Riffelmutter aus 'nem Notebook auf ein Stück aufgerautes Gehäuse-Plastik auf und umhülle sie an den Seiten bis zum oberen Rand mit Klebstoff.
Nach dem vollständigen Aushärten drehe eine Schraube hinein, bis entweder alles vom Plastik ab platzt, oder die Mutter aus dem Klebstoff heraus gezogen wird.
(Oder das Messing-Gewinde überleiert - das wäre der wünschenswerte Idealfall, für einen wahrhaft perfekten Kleber. Aber das wird keiner schaffen.)

Das wäre jedenfalls ein schön praxisnahmer Test, weil die Muttern im Notebook ja anfänglich einer solchen Zugbelastung ausgesetzt werden.
Eine Biegekraft kommt erst dann hinzu, wenn die Mutter bereits nicht mehr ganz in Position sitzt.

Ich hatte noch niemals eine Reklamation eines mit J-B Weld reparierten Scharnierhalters. Allerdings ersetze ich die originalen, sehr kurz geratenen Riffelmuttern ja auch stets gegen längere Ausführungen, so dass die Klebefläche vergrößert wird.
Meine vorherigen Klebstoffen hätten trotzdem nicht gehalten, da war ich noch stets gezwungen, den Scharnierflügel anzukleben, was bei J-B Weld eben nicht notwendig ist; da bleibt das Scharnier ganz normal abschraubbar, wie ab Werk.
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7

Donnerstag, 3. Dezember 2020, 03:52

Klebertest

Hallo Stefan
Ich danke Dir mal wider für Deine Ausführliche Antwort. Vielleicht könnten sich auch noch andere User an unsere Diskussion beteiligen, wenn sie denn Erfahrung damit haben.
Ich habe diese Experimente nicht zum Spaß gemacht. Ich suchte nach einem einfachen reproduzierbaren test wo ich selber die Kraft objektiv unter exakt gleichen Bedingungen messen kann.
Denn nur so kann man ja überhaupt vergleichen.
Meine Video sind mir extrem beschnitten in echt brauche ich für eine Reparatur ewig zeit und deshalb sieht es eben nur so aus dass ich kurz vermische.
Auch habe ich tests gemacht mit jb weld in dem ich mal deutlich weniger von dem schwarzen Zeug genommen habe.
Du hast Recht die Klebekraft fällt extrem ab:
Konkret 1 drittel binder statt die Hälfte bedeutet da die kraft bei Metallverklebung von 18kg auf 7 kg abfällt.
Bei Metall Metall verklebung habe ich gemerkt das es praktisch keinen Unterchied zwischen jb Weld und bindulin gibt.
Aber bei Kunststoff auf Metall ist der Unterchied so mindesten faktor 2-3 das Heist in keinem einzigen Experiment war der jb Welt fester als der Bindulin.
Um zufälle oder Messfehler durch falsche vermischung auszuschließen wurden die Verusche mehrfach wiederholt .
Läge es an einer falschen Anwendung, dann wären meine Messergebnisse bei Metallverklebungen auch unterschiedlich.

Interessant dabei war eben das die Klebekraft bei Metall Metall verklebung generell höher war als bei Plastik Metall.
DAs gilt für beide Kleber. kann aber auch an dem Weichmacher in den Kunststoffen liegen.

Ich werde das mal mit hart PVC testen.
Aber auf der Epoxydharz Platine hat ja der Bindulin auch deutlich besser gehalten..
Ich selber hatte vorher auch bei meinen Kunden bevor ich den jb Weld kannte immer mit dem Bindulin 2 k Kleber gearbeitet.
Hatte auch noch nie eine Reklamation.
Ich erhitze auch immer etwas den Kleber damit ereiche ich eine höhere Festigkeit und auch eine Aushärtung nach kurzer Zeit.
die technischen Daten kannst Du hier entnehmen:
https://www.bindulin-shop.de/de/produkt/…se__K21500.html
dies ist auch der Kleber von dem wir reden.
Es gibt auch so 5 Minuten epoxydharz kleber das ist wirklich schrott das Zeug kann man gar nicht lange genug vermischen und hat teilweise nicht ausgehärtet.
Der Kleber oben hat auch bei Stiftung warentest sehr gut abgeschnitten.
Wenn man sich mal den Schrott anchaut was da die Hersteller für ein Mist bauen, dann ist es doch logisch das eine Verklebung fast immer hält denn wir dürfen nicht vergessen, das die Scharniere nur ausbrechen, weil sie ab werk nur an ganz dünnen Flächen mit dem Plastik verbunden sind.
Bedenke bitte eine so dünne Fläche Verklebung mit Bindulin wie die einer m5 Mutter hält schon fast 20kg das ist doch enorm.
Aufgrund meiner Versuche werde ich wohl wider zu meinem Bindulin Kleber wechseln. nur bei Metall Metall verbindung oder wenn ich viel Klebstoff auftragen will nehme ich den jb weld.
Der Bindulin hat halt den Nachteil, dass er sehr dünnflüssig wird .
hatte mal da Problem das ich damit den Schalter verklebt hatte.

Dass passiert beim jb weld nicht so leicht . Ich vermute das das Eisenpulver im jb Weld für die geringeren Adhäsionskräfte verantwortlich ist.
Wenn ich schon in andere Sache nicht so zur Hilfe beitragen kann so gebe ich natürlich gerne meine Erfahrungen weiter und teile die auch.
Deshalb auch die vielen Versuche dich ich gemacht hatte.

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Donnerstag, 3. Dezember 2020, 11:57

Danke für Deine Tests und den Link Christian.

Ich bestelle den Kleber mal und mache dann selbst Vergleichstest.

Was die unterschiedliche Viskosität betrifft: Du kannst einfach einen geeigneten Füllstoff in den zu dünnflüssigen Kleber einrühren, um die Konsistenz beliebig einzustellen.
Sand, Metallpulver, etc.
Das ist ohnehin empfehlenswert, weil man dann nicht so viel von dem teuren (und gesundheitlich/umwelttechnisch bedenklichen) Kleber braucht.

Natürlich wird das Einrühren eines Füllstoffs Einfluss auf die Belastbarkeit haben. In der Regel dürfte die Zugbelastbarkeit abnehmen, aber die Druckbelastbarkeit zunehmen. Es hängt halt sehr von der konkreten Form der Partikelkörnchen ab, was da genau passiert.

Bei der Wahl eines Füllstoffs sollte man auch im Hinterkopf haben, dass man nach dem Aushärten eventuell noch mit der Dremel nacharbeiten muss. Insbesondere mit Sand ruiniert man sich rasch die Fräsbits.


Noch ein interessanter Aspekt beim Versteifen von Material mit Epoxid: Es kann auch kontraproduktiv sein.
Stelle Dir z. B. ein Kunststoff-Lineal vor, das einer Biegebeanspruchung ausgesetzt wird. Solange man unterhalb der Bruchgrenze bleibt, wird es einfach elastisch federn, aber halt nicht brechen.
Klebt oder schraubt man aber zwei knapp halb so lange Metallschienen auf, mit einer Lücke in der Mitte, dann kann das Lineal nur noch an dieser einen Stelle federn; aber halt nicht weit genug, für eine gleichlange Biegestrecke. Es wird dann genau an dieser Stelle brechen, weil sich nun alle Kräfte auf diesen einen Punkt konzentrieren.

Im Displayteil gibt es ja stets diese zwei Metallschienen links und rechts des Displays.
Und da gibt es eine regelrechte Sollbruchstelle, dort wo diese Schienen mit dem Scharnierflügel verbunden sind.
Wenn man diese Stelle stabilisiert, dann ist das prima. Aber würde man das nicht tun, sondern statt dessen alles andere stabilisieren, dann würde diese eine (eh schon empfindliche) Stelle nur umso leichter brechen.
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Freitag, 4. Dezember 2020, 20:03

Kurz und knackig wie immer, mein Rezept für ausgebrochene Scharnierbefestigungen:

- 3D Stift (Kinderspielzeug) mit ABS Filament
- große flache Lötspitze
- Dremel
- Wo es sein soll längere/mehrere Einschmelzmuttern
- etwas Handgeschick

Flächen mit Dremel grob machen, Einschmelzmuttern platzieren, Räume mit Kunststoff auffüllen, mit Lötkolben alles zusammenarbeiten, Einschmelzmuttern nochmal aufwärmen, mit Dremel alles schön machen.
Kein Klebstoff klebt besser zu Kunststoff als der gleiche Kunststoff selbst.

10

Samstag, 5. Dezember 2020, 14:26

3d Stift

Gute Idee von Dir mit dem 3d Stifft.
etwa das https://www.real.de/product/347153150/?k…8xoCuhAQAvD_BwE
kann man damit wirklich arbeiten.
Bei meinem Tastaturtausch hatte ich ja auch versucht den selben kunststoff zu nehmen und dann aufzuschmelzen.
Es ging aber wirklich schlecht, wie du in meinem Video dazu sehen kannst
Arbeitest Du @Sleepygti da mehr mit dem 3d stifft oder mehr mit den Materialien und Lötkolben.
Generell finde ich das das schlecht geht mit lötkolben plastik schmelzen. in einem Praktikum hatte ich früher mal kunststoff schweisen gemacht das ging mit heisluft und ging gut waren aber kunststoffe wie pe oder pvc halt thermoplaste.

Hallo Stefan vielen Dank für Deine Tipps wo kaufst du denn die Füllstoffe.
hatte jetzt auch gehäusedeckel repariert mit dem Bindulin und den Glasfasermatten so dünne vom bauhaus von presto ging wirklich super muss ich sagen wirkte auch sehr stabil.

11

Samstag, 5. Dezember 2020, 16:20

Ja, so eins---gibts billiger auch.

Mit der Stift fülle ich die ausgebrochene Stellen mit Kunststoff auf, die Rest macht der Lötkolben. Mit zu hohe Temperatur brennt man nur den Kunststoff, es wird hart und brüchig. Also austesten.

Für solche Tastaturtausch benutze ich kein extra Materialien, Klebstoff o.ä. (es kann die Folien im Tastatur angreifen oder wenn einläuft macht einzelne Tastern kaputt) es reicht was nach Ausbau bleibt. Da nutze ich nur Lötkolben beim Aus-und Einbau.

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