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1

Mittwoch, 14. Februar 2018, 07:37

Gehäusebruch stabil reparieren

Mit diesem Trick gelingt die stabile Reparatur gebrochener Gehäuse.

Verwendetes Material und Werkzeug:
  1. Aramid-Fasern (reißfest & hitzebeständig)
  2. Lötkolben mit meißelförmiger Spitze
  3. Schere
  4. Kapton-Klebeband (als Hilfsmittel zum Schneiden des Aramids mit einer herkömmlichen Schere)
  5. Gegebenenfalls etwas Benzin, zum leichteren Lösen des Kaptons vom Aramidgewebe.

YouTube-Video der Prozedur:
#002 Notebook-Gehäusebruch stabil reparieren


Zusammenfassung in Textform:
Risse in Notebook-Gehäusen lassen sich nicht befriedigend kleben.
Auch mit Schmelztechnik erreicht man keine brauchbare Stabilität mehr.
Als Lösungsansatz bietet es sich an, verstärkende Elemente einzukleben, wie z. B. Bleche, oder Drähte. Aber an vielen Stellen ist das einfach nicht möglich. entweder weil die Gehäuseform an der Bruchstelle zu komplex ist, oder weil jedes zusätzliche Material aufträgt und dann den einwandfreien Zusammenbau erschwert, bzw. gar verunmöglicht.

Mein Trick:
Mittels Lötkolben werden hitzefeste Aramidfasern in den Kunststoff des Gehäuses eingeschmolzen!
Aramid ist ein extrem reißfestes Material, aus dem schusssichere Westen gefertigt werden. Es ist auch unter dem Handlesnamen Kevlar bekannt.
Seine Temperaturbeständigkeit ist so hoch, dass es unbeschadet mittels Lötkolben in thermoplastischen Kunststoff eingeschmolzen werden kann.
Die hauchdünnen Fasern tragen dabei effektiv absolut nicht auf und mit etwas Geschick gelingt eine von außen unsichtbare Reparatur des Gehäuseschadens, bei dem der Riss nur noch als dünner Kratzer erscheint.

Die erzielbare Stabilität ist beachtlich! Sie übersteigt sogar deutlich die ursprüngliche Festigkeit des Gehäuses.
Und mir ist nicht bekannt, dass dieser großartige Trick schon irgendwo praktiziert wird.

Die hier verwendeten Fasern wurden aus einem Stück Aramid-Gewebe haraus gezupft. Erhältlich ist es z. B. bei eBay.
Normalerweise lässt sich Aramid mit einer herkömmlichen Schere nicht schneiden. Bestenfalls zerfasert es bei dem Versuch. Auch mit dem Cutter-Messer hat man keine Chance. Darum existieren mikroverzahnte Spezialscheren.
Doch ich fand tatsächlich auch dafür eine Lösung:
Klebt man beidseitig Kapton-Klebeband auf das Gewebe, so werden die hauchdünnen und glatten Fasern dadurch fixiert, so dass man das Gewebe nun mit einer normalen Schere ganz sauber zuschneiden kann!
Auch dieser Trick scheint nicht bekannt zu sein.

Um das Kapton ganz easy vom Aramidgewebe wieder lösen zu können, verwende ich einen kleinen Spritzer Feuerzeugbenzin.


Posting wird später noch ausgebaut und um Bilder ergänzt ...
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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2

Freitag, 16. Februar 2018, 01:07

Nur ein ganz schneller und heißer Tipp:

Kaufen! Bevor es zu spät ist!

M2,5x 6mmx3.5mm Innengewinde Messing gerändelt Einsatz Embedded Muttern 10
https://www.ebay.de/itm/352154077409



Ich zeige Euch später noch ein paar richtig gute Tricks, wie man herausgebrochene Displayscharniere hochstabil reparieren kann. Aber diese Dinger hier sind ja wohl der Befreiungsschlag!
Extrem schwer zu kriegen und sicherlich ein begrenzt verfügbarer Restposten, daher mein bester Rat: Investiert sofort die 3,17 EUR für den Zehnerpack und legt Euch diese Dinger auf Halde, ganz egal, ob Ihr die im Moment gerade braucht, oder nicht!

Ausgiebige Erklärungen, was damit anzustellen ist, liefere ich in den nächsten Tagen (habe gerade keine Zeit!).


Update vom 18.02.'18:
Der Verkäufer hat heute ein neues Angebot eingestellt.
Jetzt 40 Stück zu 4,05 EUR! Inklusive Versandkosten!

40Stk M2.5x6mmx3.5mm Inner Gewinde Messing Rändelschraube Einsatz Embedded Nut

Wie oft habe ich in den Jahren schon erfolglos nach solchen Dingern recherchiert!
Ich war schon mehrfach drauf & dran, welche für teures Geld anfertigen zu lassen. Und jetzt kriegt man die für rund 10 Cent pro Stück!
:013: :030:
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3

Dienstag, 3. November 2020, 00:08

Scharnierbruch dauerhaft reparieren

Hallo Stefan

Vielen Dank noch für Deinen guten Tipp mit dem JB Weld Kleber.
Wollte Euch nur meine Methode vorstellen wie ich einen Scharnierbruch wirklich dauerhaft repariert habe:
https://youtu.be/3h6E10oSTk8
Bindulin 2 Komponentenkleber meiner Meinung nach auch sehr gut aber der JB Weld ist spaltfüllender und verfließt nicht so leicht.
In dem Video zeige ich wie ich den Rahmen mit Blech verstärke.
Aber leider wird bei meiner Methode das ganze komplett mit dem Gehäuse verklebt.
Aus meiner Sicht stellt das nur ein sehr kleiner Nachteil da.
Ansonsten müsste man aber die Einbressmutter aus Messing fest mit dem Gehäuse verkleben.
Mein Vorschlag dazu:
diese Messing Einpressmutter bei Ebay kaufen dann mit einem Rohr Blech etc. verlöten.
Auf Diese Weise hat man eine genügend große Fläche um dann diese Hülsenmutter einpressmuter fest mit dem Gehäuse zu verkleben.
Du arbeitest ja dazu mit einem Rohr aus Kohlefaser verstärktem Kunststoff aber in meinem Fall hatte Kunde sogar die Schrauben samt Messingstücke verbummelt.
Übrigens kannst du mit Blech und dem Kleber auch sehr gut ein gebrochenes Gehäuse reparieren auch glasfasermatten eignen sich gut.
Es gibt auch so Füllmaterial für Sekundenkleber das ist so ein Pulver wie Quarzsand .
Vielleicht eignet sich das auch gut für unsere Zwecke

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4

Dienstag, 3. November 2020, 12:44

In dem Video zeige ich wie ich den Rahmen mit Blech verstärke.
Aber leider wird bei meiner Methode das ganze komplett mit dem Gehäuse verklebt.
Puuh, also zu Deinem Video hätte ich ja jetzt allerhand Anmerkungen/Verbesserungsvorschläge.
Das würde aber lang werden, so viel Zeit habe ich nicht.
Aber bei der Vermischungstechnik der zwei Komponenten sehe ich noch deutlches Optimierungspotenzial. Auch beim Auftrag auf die zu stabilisierenden Stellen. Der Kleber haftet nämlich erst dann absolut perfekt, wenn er regelrecht einmassiert wird. Das hat mit seiner nicht verlaufenden Konsistenz zu tun. Man muss nachhelfen, um ihn tief in die Oberflächenstruktur einzuarbeiten. Alternativ kann man auch mit dezentem Einsatz von Warmluft (ich schreibe bewusst nicht "Heißluft") der Sache auf die Sprünge helfen.
Vielleicht ist das der Grund, warum Du mal den Bindulin für praktisch gleichwertig befunden hast. Du hattest den J-B Weld einfach nicht optimal verarbeitet.


Du arbeitest ja dazu mit einem Rohr aus Kohlefaser verstärktem Kunststoff aber in meinem Fall hatte Kunde sogar die Schrauben samt Messingstücke verbummelt.
Ist völlig egal, was der Kunde verbummelt.
Schrauben hat man eh immer genug da.
Und die Messingmuttern ersetze ich, wo immer es geht, durch längere Ausführungen, die mehr Halt bieten.
Fehlende Gehäuse-Bruchstücke lassen sich mit dem 2K-Kleber und Aramidgewebe modellieren. Wenn erforderlich, lässt sich mit Pigmenten, wie z. B. einer Messerspitze Graphit, eine Farbangleichung erreichen.
Deine vorgeschlagene Löttechnik wäre für mich der Plan B, wenn es den J-B Weld nicht gäbe und keine Kohlefaser-Profilstangen und kein Aramidgewebe.


Übrigens kannst du mit Blech und dem Kleber auch sehr gut ein gebrochenes Gehäuse reparieren auch glasfasermatten eignen sich gut.
Natürlich.
Aber weil ich mit solchen Methoden nicht zufrieden war, suchte ich nach besseren Wegen. Ist zum Teil aber auch Geschmackssache.
Glasfasern vermeide ich, denn deren winzige Splitterchen halte ich für übelst gefährlich.
Meine Aramdifaser hat sogar eine höhere Zugfestigkeit, als Glasfasern.

Und Blech trägt auf, so dass das Gehäuse nicht mehr perfekt schließt, was man bei Dir ja auch deutlich sieht. Diesen Effekt wollte ich weg haben.
Mir war es stets wichtig, dass man von außen später rein gar nichts sieht. In den Kunststoff eingeschmolzene Aramidfasern tun den Trick.
Wenn man das Gefühl nhat, man müsste noch mehr tun und der Platz dafür vorhanden ist, dann kann man im Anschluss ja noch ein Stück Aramidgewebe mit J-B Weld aufkleben. Der Vorteil gegenüber Blech: Das Gewebe lässt sich perfekt an die Gehäuseform anschmiegen. ganz egal, was da innen für Strukturen vorhanden sind.

Gebrochene Scharnierstreben fixe ich mit längs zerspilttertem Kohlefaserprofil, dessen Fasern parallel in längsrichtung ausgerichtet sind. Die sind viel biller, als die eigentlich höherwertigen, kreuzgewickelten Profile, aber in diesem Anwendungsfall ausnahmsweise sogar vorteilhafter.
Korrekt gemacht, trägt da rein gar nichts auf und das Gehäuse lässt sich wieder perfekt verschließen, so dass man hinterher absolut nichts sieht.
Allerdings kann ich es bei solch schlanken Displayschalen auch nicht immer vermeiden, die Gehäuseteile zusammen zu kleben. Das erhöht einfach noch einmal die Gesamtstabilität dieser äußerst filigranen Konstruktionen, die mit der Zeit ja schon von ganz normaler Nutzung kaputt brechen.

Ich erkläre auch jedem Kunden, dass er den Displaydeckel tunlicht immer mittig anfassen sollte, wenn er das Gerät aufklappen will. Das vermeidet einseitige Belastung der Scharniere.


Es gibt auch so Füllmaterial für Sekundenkleber das ist so ein Pulver wie Quarzsand .
Ja, das verwende ich manchmal, dort wo es Sinn macht.
Aber es hält nicht ganz so gut, wie J-B Weld, obwohl guter Sekundenkleber mit Quarzsand schon verdammt gute Resultate bringt.
Quarzsand hat außerdem den Nachteil, dass man sich damit seine Fräsbits ruiniert, falls man noch mit der Dremel bei muss.
Überhaupt finde ich Sekundenkleber plus Füllstoff recht unwitzig, wenn man "dremeln" muss, weil dabei aggressive Dämpfe freigesetzt werden.

Der IMHO beste Sekundenkleber ist der von Schwanheimer. Leider teuer, das Zeug, aber um Längen besser, als 08/15-Sekundenkleber.
Bei Sekundenklebern gibt es verschiedene Destillationsstufen, die für die Qualität entscheidend sind. Schwanheimer verwendet die höchstmögliche Destillationsstufe.
Das Zeug ist dermaßen rein, dass man sogar die geöffnete Flasche ohne Deckel(!) im Kühlschrank durchaus zwei Jahre lagern kan (eigene Erfahrung!). Er härtet trotzdem nicht in der Flasche aus und bleibt normal anwendbar.
Normaler Sekundenkleber härtet aus, sobald er mit Luftfeuchtigkeit in Kontakt kommt. Nicht so der Schwanheimer! Der Schwanheimer polymerisiert erst unter Druck und Luftabschluss. Oder halt, wenn man Aktivator hinzu gibt.
Das erlaubt es einem, die mit Klebstoff benetzten Klebestellen in aller Ruhe auszurichten und zu fixieren, was bei normalem Sekundenkleber bekanntlich nicht geht.
Man kann das sogar noch weiter auf die Spitze treiben, indem man die Klebestellen nicht etwa mit Klebstoff benetzt, sondern - umgekehrt - mit dem Aktivator!
Jetzt kann man "endlos" lange die Teile ausrichten. Sind sie dann endlich in Position fixiert, dann gibt man von der Seite her ein Tröpfchen Kleber hinzu, der regelrecht blitzartig "einzieht", sich mit dem zuvor aufgetragenen Aktivator vermengt und dabei augenblicklich aushärtet.

Wenn man aber mit Füllstoffen arbeitet, wie Quarzsand, Natron, oder Metallpulver, dann kann man auch billigen 08/15 Sekundenkleber nehmen. Da konnte ich noch keinen nennenswerten Vorteil des teuren Schwanheimers feststellen (zumindest rein subjektiv nicht, ich habe das nicht akademisch untersucht).

Zum Füllen eines großen Volumens ist die Sekundenkleber-Methode IMHO weniger gut geeignet als oft behauptet, weil es ausgesprochen schwierig ist, beim mehrschichtigen Auftrag ein homogenes Mischungsverhältnis zu erzielen.
Man merkt das sehr gut, wenn man einen größeren Klumen ausgehärteter Masse mal durchsägt.
Die vielen Fehlstellen reduzieren die mechanische Festigkeit.
Trotzdem macht der Einsatz von Sekundenpleber plus Füllstoff gelegentlich Sinn. Z. B. um Klebestellen zunächst vergleichsweise ruckzuck handhabbar belastbar zu fixieren und dann noch in aller Ruhe den quälend langsam aushärtenden J-B Weld aufzutragen.
Der Füllstoff der Wahl für solche Fälle ist dann zumeist Natron. Natron polymerisiert mit Sekundenkleber zu einem Kunststoff aus, der einem keine Fräsbits oder Feilen versaubeutelt, wenn man nacharbeiten muss.
Noch fester wird es, wenn man Metallpulver nimmt, statt Natron. Hat dann halt insgesamt andere Eigenschaften. Ich wähle immer dem Anwendungsfall entsprechend die verwendeten Materialien aus, es gibt da kein allgemengültiges Patentrezept.

(Mensch, jetzt ist es doch wieder lang geworden, dabei habe ich echt viel zu tun!)
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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5

Heute, 03:50

Welcher Kleber ist der Beste?

Vielen Dank Stefan für die Ausführliche Antwort.
Inzwischen habe ich Untersuchungen gemacht welcher 2 komponentenkleber am besten hält.
Ich habe dazu eine mutter m5 genommen und diese auf den Kunststoff geklebt.
Dann wurde eine Federwage benutzt und die kraft gemessen bis die verbindung reist.
Der Aufbau ist so wie auf meiner Webseite zu sehen: https://christian-reber.jimdofree.com/kl…testergebnisse/
m5 mutter auf messing 18,8kg jb weld
18,2kg bindulin kleber
M5 Mutter auf Epoxydharzplatte für platinenherstellung:jb weld: 10kg Bindulin epoxydharzkleber 20 kg
m5 mutter auf plastik vom laptop geklebt mit jb weld : 10kg mit Bindulin 18kg.
zusammenfassend können wir als sagen das bei Metall Metall verklebungen die festigkeit von beiden kleber etwa gleich ist.
kleben wir dageben metall mit plastik zusammen dann braucht man beim Bindulinkleber etwa die doppelte Kraft um die Verbindung wieder zu trennen,
Inzwischen habe ich bestimmt 10 versuche unternommen und verschiedene plastiksorten von laptops getestet und ich werde weitere Tests machen Teilweise hat der Bindulin Kleber sogar 3 bis 4 mal so fest gehalten.
Kein einziges mal war der JB WEld besser.
Ich hatte auch Deinen Rat beachtet das der jb WEld Kleber einmasiert werden muss . in der Regel habe ich die klebstoffe etwas erwärmt.
Ich habe den langsam härtenden Bindulin Kleber genommen.
Der JB Weld hat aber den riesen vorteil das er nicht so schnell wegfliest da er durch das Eisenpulver sehr viskos ist.

Ich wollte nur diese wichtigen Testergebnisse mit Euch teilen, denn für die Reparatur eines Scharnierbruchs sind Klebstoffe ja wichtig.
Siehe mein oben genanntes Video zum Scharnierbruch

https://www.youtube.com/watch?v=3h6E10oSTk8&t=462s
Ich werde noch weitere Kunststoffe testen und dann kann ich gerne nochmal berichten

Natürlich habe ich auf das richtige Mischungsverhältniss geachtet und Klebestellen vorher angeraut und entfettet mit alkohol.
Ebenso wurden beide klebstoffe mindestens 1-2 Minuten verrührt.

Auch habe ich ja meine Versuche wiederholt