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Mittwoch, 6. Februar 2019, 17:03

Durchgebrannte Bauteile durch falsche Polarität des Netzteils? XMG a707

Hallo Forum, (Schenker XMG a707 vermutlich auf Basis eines Clevo n870hk1)
ich bekam dieses Laptop mit der aussage der Bildschirm sei bei einem sturz zerstört worden, hervorgerufen durch einen Hund der sich am Netzteil (in seinen Augen Kauknochen) vergangen hat.
Das Originale Netzteil (150W) war nicht mehr zu gebrauchen und es wurde danach anscheinend ein Universal-Netzteil (120W) benutzt aber nicht auf die Polarität geachtet.. so meine Vermutung.
Nun war der Schaden auf dem Board nicht zu Übersehen.. der bereich war Schwarz gebrannt und der lack hat sich leicht nach oben gewölbt.. Nach Reinigung mit einer bürste sind die Bilder entstanden. Nun zur alles entscheidenden Frage wäre eine Reparatur noch möglich?
Schematic vom Board habe ich gefunden, das Boardview müsste man auch finden können (Vill. jemand einen Tipp?) für ein paar Cent in Russ. Forum gibt es eventuell was muss ich noch schauen.
Ich hab das so schlimm noch nicht gesehen.. dürfte an den über 100 Watt liegen das das Board jetzt so ausschaut.






Das ist noch vor der Reinigung


Versteckter Text Versteckter Text

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Edit von EDV-Dompteur: Wegen unklarem Copyright-Status den Link zum Schaltplan "depubliziert".

EDV-Dompteur

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2

Mittwoch, 6. Februar 2019, 18:44

Das sieht wirklich übel aus ...

Eigentlich sind Notebook-Eingangsstufen verpolgeschützt.
Mit kurzem Blick in die Schaltung konnte auch nicht nachvollziehen, wieso dieser Schutz hier versagt haben könnte. Tiefer möchte ich mich da aber auch nicht hinein denken, denn das Gerät ist vermutlich eh nicht mehr zu retten.

Wenn Du es dennoch mal probieren möchtest, dann solltest Du mindestens PU8 auslöten, sowie PQ11 und PQ12, und testweise korrekt gepolte 19V am Punkt VIN einspeisen (ohne Akku).
Wenn es dann einen Kurzschluss gibt, dann vergiss das Board.
Wenn es keinen Kurzschluss gibt, dann entscheide anhand des Zustands der nun freiliegenden Pads für PU8, sowie anhand der Durchkontaktierungen, ob Du einen Rettungsversuch wagen willst.

Da das Gerät laut Aussage des Besitzers aber auch noch einen Sturzschaden erlitten hat und zudem das Originalnetzteil fehlt, halte ich den zu erwartenden Aufwand für unangemessen.


Mal unabhängig davon, ob tatsächlich eine Verpolung den Brutzelschaden verursacht hat, so ist das nicht originale Netzteil sehr wahrscheinlich daran Schuld, dass es überhaupt so doll gekokelt hat.
Denn Originalnetzteile passen vom Strom her zu dem jeweiligen Notebook und schalten bei Überschreitung des zulässigen Stroms ab.
Das Universalnetzteil hingegen, hat (trotz "offiziell" geringerer Leistung) wohl eher ordentlich mehr geliefert, bzw. es hat halt nicht (oder nicht rasch genug) abgeschaltet.


So wirklich super sind Deine Bilder leider nicht, weswegen ich nicht klar genug erkennen kann, wie schlimm der Schaden tatsächlich ist. Zumal sich einige Zerstörung unter den Bauteilen abgespielt haben kann, vor direktem Einblick verborgen.
Aber wenn sich Leiterbahnen derart wölben, dann hat man es nicht selten mit zerstörten Durchkontaktierungen zu tun, was bei einem Multilayer dann schnell zu kaum reparablen Schäden innerhalb der Leiterplatte führt.
Auch die Restaurierung zerstörter Kontaktpads an QFN-Chips ist richtiger Quälkram.

Ich formuliere es mal so:
Sofern eine Reparatur überhaupt noch machbar ist, so wird sie sehr wahrscheinlich nicht wirtschaftlich machbar sein.
Wenn Du das als Hobby betreibst und es Deine Ehre packt, dann sieht es vielleicht anders aus. Denn dann wird es Dir wurscht sein, ob die investierte Zeit mit Pizza-Auslieferung mehr Kohle eingebracht hätte ...

Aber vielleicht hast Du ja Glück und die Durchkontaktierungen sind noch intakt und die Pads unter Q8 sehen doch besser aus, als es den Anschein hat.
Wenn dann kein Kurzschluss an VIN vorliegt, dann mag es sein (muss aber nicht sein), dass sich der schadhafte Bereich rein auf die Eingangsstufe beschränkt. Das wäre dann noch akzeptabel.
Wenn jedoch noch der eine oder andere Schaltregler mit hops gegangen ist, dann ufert es wirklich zu sehr aus. Das klare Indiz dafür wäre der erwähnte Kurzschluss an VIN. Schaltregler können aber auch hochohmig kaputt gehen, daher ist das Ausbleiben eines Kurzschlusses an VIN kein Garant für ein überschaubar geringes Schadensmaß, sondern lediglich ein Hoffungsschimmer (der sich auch als Illusion erweisen kann).
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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3

Donnerstag, 9. Mai 2019, 15:01

Vielen Dank Für den Beitrag, das Thema Hatte sich dann doch schnell Erledigt nach auslöten von Pu8 war ersichtlich das die Pads komplett hinüber sind.
Naaja zumindest habe ich einige Ersatzteile für die nächsten Projekte :)
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EDV-Dompteur

Administrator

Beiträge: 1 285

Wohnort: Hamburg

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4

Donnerstag, 9. Mai 2019, 15:37

Ja, das ist nicht mehr reparabel.
Schon gar nicht wirtschaftlich tragbar.

Wenn mal ein paar Pads nur oberflächlich ab sind, dann kann man mit ganz viiiiieeeel Geduld und Zeitaufwand manchmal noch was retten.
Aber hier hat die Platine allem Anschein nach auch inneren Schaden genommen.

Selbst wenn man sorgsam alle Verkohlung weg fräsen würde und anschließend, mittels Schaltplan und BoardView, alle dabei verböserten Unterbrechungen erfolgreich flickschustern könnte, wäre damit noch längst nicht garantiert, das die Kiste wieder funktioniert. Denn es ist hier sehr gut möglich, dass beim Abrauchen des Chips eine zu hohe Spannung auf eine Niederspannungs-Rail gelangt ist, die dann woanders noch weitere (womöglich komplett unsichtbare) Schäden verursacht hat.

Entweder als Ersatzteilspender verwenden, oder als Defektgerät bei eBay vertickern, mit ehrlicher Beschreibung und Bildern.
Es gibt immer Leute, die Defektgeräte kaufen. Eben weil sie bestimmte Teile anders nicht auftreiben können. Z. B. Gehäuseteile, nach einem Sturzschaden.
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