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Freitag, 28. Februar 2020, 09:41

Einstellbare elektronische Sicherung

Hallo zusammen,
habe gerade ein Problem mit einer Schaltung, wo die darauf befindliche, flinke 2A Sicherung auslöst.

Taugen diese Schaltungen was, um nicht immer die Sicherung wechseln zu müssen, bis der Fehler lokalisiert wurde.Da es von ELV hierzu keinen Bausatz gibt, muss es also nichts von ELV sein. Günstig als Fertiggerät wäre mir lieber.
Elektronische Sicherung/Relais ESI 200


https://de.elv.com/elektronische-sicheru…-esi-200-201611
Elektronische Sicherung 0,5 - 10 A

https://de.elv.com/elektronische-sicherung-05-10-a-202853

http://reinisch.selfhost.eu/Elektronik-W…ng_0,5-10A.html
Vom Overload-Stromsensor zur


elektronischen Sicherung


Praxis: Teil II


https://www.elektronik-kompendium.de/pub…er/elecfuse.htm

Andere Möglichkeiten sind die Glühlampe als Kurzschlußschutz und das im Video gezeigte oder kennt ihr noch was :
https://www.youtube.com/watch?v=6EJEvQw79Hc
CRS Robotics A255, TRONXY X3A, TinkerCAD, c´t-Lab, ProfiLab Expert, AVR8 Assembler

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Freitag, 28. Februar 2020, 12:44

habe gerade ein Problem mit einer Schaltung, wo die darauf befindliche, flinke 2A Sicherung auslöst.
Schaltung selbst gebaut, oder eine gekaufte Schaltung?
Ich meine, die Sicherung wird ja wohl nicht ohne Grund auslösen ...


Taugen diese Schaltungen was, um nicht immer die Sicherung wechseln zu müssen, bis der Fehler lokalisiert wurde.
Generell: Ja.
Aber man sollte schon halbwegs wissen, was man tut, wenn man so eine Schaltung einsetzt.

Bei dem Teil von ELV bemängele ich - ohne den Schaltplan gesehen zu haben - dass das Teil keine zusätzliche Schmelzsicherung bestückt hat.
Denn der MOSFET könnte ja mal niederohmig kaputt gehen und dann wäre die Sicherheitswirkung dahin. Sehr fahrlässig, dann keine Schmelzsicherung im System zu haben, als letzte Instanz für den Worst Case.

Weiterhin sehe ich bei dem Teil von ELV nur einen Trimmer für die Stromstärke, aber keine Einstellmöglichkeit für die Charakteristik (flink, mittelträge, träge ...). Die wird man dort also per passender Dimensionierung eines RC-Gliedes "einstellen". So etwas taugt nur dann, wenn man die Schaltung in Serie verbaut. Aber um ein einzelnes Gerät damit zu schützen, finde ich das unpraktisch, erst einen Widerstand umlöten zu müssen, damit die Charakteristik passt.

Die Schaltungsvorschläge vom Elektronik-Kompendium gefallen mir da auf Anhieb besser. Man merkt dem Text (den ich allerdings nur überflogen habe) auch an, dass man sich dort 'nen Kopf gemacht hat.
Trotzdem fällt mir auch dort ein Makel auf: Wenn das Poti P1 altert und der Schleifer eines Tages keinen guten Kontakt mehr gibt, dann wirkt sich das faltalerweise so aus, dass die Sicherung dann nicht mehr beim ursprünglich mal eingestellten Strom anspringen kann, sondern erst bei höherem Strom.

Potis sehe ich übrigens generell kritisch, erst recht wenn es um Sicherheit geht.
Im heimischem Wohnzimmer wird man damit eher wenig Probleme haben, aber ich habe auch Schausteller als Kunden, wo Elektronik z. B. in Autoscooter-Gondeln verbaut ist. Da wird alles dauernd kräftig durchgeschüttelt; alles ist hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt, sowie Hitze/Kälte ... da fangen Potis schon mal zu zicken an, wenn sie das längere Zeit mitmachen müssen.

Weiter oben bemängelte ich die Abwesenheit einer zusätzlichen Schmelzsicherung in der ELV-Schaltung. Ganz so einfach ist das aber auch nicht, wenn man ein Gerät aus der Hand gibt. Denn was macht ein Kunde, wenn er eine zerschossene Sicherung vorfindet (und keinen Ersatz hat)?
- Klar, er nimmt ein Stück Alufolie und umwickelt damit die kaputte Sicherung!
Schutzwirkung damit absolut im Eimer!

Was ich empfehlen würde:
Elektronik-Sicherung plus Polyfuse plus einer ausgedünnten Leiterbahn am Stromeingang, als "Schmelzsicherung".
Normalerweise löst immer die Elektronik-Sicherung aus.
Wenn die mal versagen sollte, dann kommt die (sehr viel träger reagierende) Polyfuse ins Spiel.
Und wenn wirklich alle Stricke reißen, weil ein absolut unvohergesehener Fall eintritt (Flüssigkeit eingedrungen etc.), dann ist da noch die gezielt ausgedünnte Leiterbahn am Stromeingang, die dann wie eine Sicherung durchbrennt. Dabei ist darauf zu achten, dass die sich dann von der Platine lösende und sich verformende Leiterbahn nicht selbst wieder einen neuen Kurzschluss auslösen kann.
Da ist also etwas Designkunst zu beachten, beim Erstellen des Platinenlayouts.

Wem das alles übertrieben vorkommt, dem fehlt es schlicht an Erfahrung.
So eine Schaltung wie die von ELV würde auch sicher niemals durch den TÜV gehen. Aus guten Gründen! Der TÜV verlangt mindestens zwei unterschiedliche, voneinander komplett unabhängige Schutzmaßnahmen. Versagt die eine, greift die andere. Ich persönlich empfehle aber eher drei unterschiedliche Schutzmaßnahmen, sofern irgend machbar. Warum? - Weil ich schon genug irres Zeug gesehen habe. Dinge, die eigentlich gar nicht vorstellbar waren. Trotzdem sind sie eingetreten und zwar in vollster Breitseite und mit Kringel und Schleife.
Mindestens eine Schutzmaßnahme (die zuletzt auslösende) muss zuverlässig auch dann greifen, wenn jede Elektronik längst verreckt ist (Blitzschlag, Elektorstatik, EMP ...).
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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