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Mittwoch, 18. November 2020, 10:45

Roland SP300V Reparatur des M66291 GP2

Hallo,
ich habe die Tage einen Roland SP300V erstanden für wirklich einen guten Kurs.
Der Vorbesitzer hatte gemeint das das Mainbaord über USB nicht mehr erkannt wird und das eine Firma einen Reparaturversuch unterommen hat.
Da mit dem getauschten Chip (der wirklich lausig eingelötet war) der Drucker gar nicht funktionierte.
Beschloss ich kurzerhand den Chip auszulöten und zu schauen ob das Board beschädigt worden ist, oder weitere Komponenten beschädigt worden.
Zu meinem erschrecken musste ich feststellen das ein Dilletant am Werk war, der Chip war mit Silikon auf die Platine geklebt, nach einzelnen abtrennen der beinchen musste ich feststellen das mehrere Lötpads auf der Platine gelöst waren.
Nungut der Drucker funktionierte so erstmal wieder, war aber nicht zu gebrauchen da nicht ansteuerbar. Hab dann erstmal alles geprüft und gereinigt da die Eco Solvent tinten doch recht schnell eintrocknen. Nach dem ich festgestellt hatte das der Druckkopf noch ok ist dachte ich mir bestell den Chip in China und reparier das Board.
3 Wochen Später (also gestern) kam der Chip mit der Post, und ich begann ihn einzulöten und die fehlenden Beinchen mit 0,1mm Kupferdraht anzulöten um die fehlenden Pads mit der Platine zu verbinden. nach 2h Arbeit mit Lupe und Durchgangsprüfer war es geschafft, der Chip war drin.
Ein M66921 GP2 Usb Controller ASSP (Was auch immer ASSP heißt)
Nach einbau des Boards und anstecken des USB Kabels kam der Windows typische Sound für ein angestecktes Gerät, mit dem Hinweis unbekanntes Gerät (Fehler beim anfordern der Geräteinformationen) (ich nutze Windows 10)
Da es für den Drucker kein Treiber für windows 10 gibt und ich gerade kein XP Rechner zur Hand habe kann ich gerade nicht prüfen ob es nur daran liegt.
Die Frage die sich mir Stellt, ist der USB Controller Programmierbar? Aus dem Datasheet werde ich nicht schlau. Eigentlich ist das ein Simpler USB to Serial controller mit 7 Digitalen Pins und 5 Analogen Pins plus noch ein paar anderen Features.
Vielleicht hat ja jemand ne Idee.

Grüße jr

EDV-Dompteur

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2

Mittwoch, 18. November 2020, 22:40

Der Vorbesitzer hatte gemeint das das Mainbaord über USB nicht mehr erkannt wird
Hää, watt?
"Das Mainboard wird über USB nicht mehr erkannt" ...

Formuliere Deine Fragen bitte verständlich!

Ein M66921 GP2 Usb Controller ASSP (Was auch immer ASSP heißt)

Zitat

Die Frage die sich mir Stellt, ist der USB Controller Programmierbar? Aus dem Datasheet werde ich nicht schlau.
JeeAre, Du Schlingel! Mein Arbeitstag hat nur 24 Stunden und oft reicht das nicht; ich hinke mit gefühlt 1000 Aufgaben hinter meinem Zeitplan hinterher, trotzdem beantworte ich ständig Fragen Hilfesuchender im Forum. Aber das hat irgendwo auch Grenzen! Warum mutest Du es mir zu, erst selbst nach dem Datenblatt zu recherchieren, wenn Du es bereits gefunden hast?
Wenn ich zu dem Chip etwas sagen soll, dann mache es mir doch bitte einfach und poste den direkten Link zu dem Datenblatt!


Da es für den Drucker kein Treiber für windows 10 gibt und ich gerade kein XP Rechner zur Hand habe kann ich gerade nicht prüfen ob es nur daran liegt.
Wenn es "Dingdong" macht, dann ist davon auszugehen, dass die Löterei erfolgreich war, würde ich behaupten.


Eigentlich ist das ein Simpler USB to Serial controller mit 7 Digitalen Pins und 5 Analogen Pins plus noch ein paar anderen Features.
Reden wir jetzt wirklich über ein Mainboard? - WTF ist ein "Roland SP300V?
- Sorry JeeAre, aber ich weigere mich, hinter Deinen diversen Bezeichnungen hinterher zu recherchieren; ich habe wahrlich noch mehr zu tun, als erst einmal irgendwelche Bezeichungen zu ergoogeln, um dann im Anschluss überhaupt etwas schreiben zu können!
Ich verbringe eh schon immer übermäßig viel Zeit mit der Beantwortung von Userfragen, trotzdem ich selbst in unerledigten und längst überfälligen Aufgaben regelrecht ersticke! Aber wenn man es mir dann auch noch unnötig arbeitsintensiv macht, dann muss ich einfach mal die Notbremse ziehen.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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3

Mittwoch, 18. November 2020, 23:13

Hallo Dompteur,

ja sorry dachte mit der Bezeichnung ist nicht wirklich von Relevanz. Es geht hier um einen Tintenstrahldrucker mit PLottfunktion von Roland.

Der hat mehrere Boards verbaut unter anderem ein Mainboard mit USB Anschluss.

Hier mal das Datenblatt von dem Chip: https%3A%2F%2Fwww.renesas.com%2Fkr%2Fen%2Fdoc%2Fproducts%2Fassp%2Frej03f0125_m66291ds.pdf&usg=AOvVaw1Jg9eaNIngn5SWHLGHHne3

Danke und Gruß JeeAre

EDV-Dompteur

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4

Donnerstag, 19. November 2020, 01:12

Grrr X-( das hier ist für das Posten eines in dieser Form nicht direkt funktionierenden Links: :322:

So
hätte der Link korrekt aussehen müssen:
https://www.renesas.com/kr/en/doc/produc…25_m66291ds.pdf


Also gut, nachdem ich Deinen prozentcodierten Link also in eine funktionierende URL umgewandelt habe (danke für die Arbeit!) und das Datenblatt somit downloaden konnte, warf ich also einen Blick hinein.
Dieser Chip wird nicht programmiert, aber er muss konfiguriert werden, damit er das tut, was man wünscht. Denn das Ding kann sonstwas, man muss ihm daher sagen, was man von ihm will.

Da Du den Chip aber in keiner selbstgebauten Schaltung einsetzt, sondern in einer bereits bestehenden Schaltung, ist ganz schwer davon auszugehen, dass Du Dich darum gar nicht zu kümmern brauchst, weil sicherlich die vorhandene CPU den Job erledigt.
Es würde mich jedenfalls sehr überraschen, wenn es anders sein sollte.

Wie die internen Register notfalls selbst angesprochen werden können, steht im Datenblatt ab Seite 7 (wird im PDF-Reader als Seite 9 angezeigt, weil die ersten beiden Seiten im PDF nicht nummeriert sind). Kapitel "Pin Functions".
Demnach werden die internen Register über die Adressleitungen A1 bis A6, bzw. A0 bis A6 angesprochen und entweder mit den Datenleitungen D0 bis D7, oder D0 bis D15 gelesen/geschrieben - je nachdem, ob ein 8-Bit Bus, oder ein 16-Bit Bus verwendet wird.

Es ist stets recht mühsam, sich bei solchen per Registern konfigurierbaren Chips durch derartige Datenblätter zu kämpfen. Darum sei froh, dass Du Dich damit sicherlich gar nicht befassen musst.
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5

Donnerstag, 19. November 2020, 19:37

Guten Abend Dompteur,

Asche auf mein Haupt das war gestern so zwischen ins Bett gehen und schon halb schlafen. :-S

Also ich hatte heute mit mehreren Leuten Kontakt die mir etwas zu diesem Controller erzählt haben.

Renesas sagt das der Chip programmierbar ist und es eine Firmware gibt, Anleitung nur in Chinesisch und mit Renesas Tools möglich die nicht mehr zu beziehen sind. Das hab ich über deren Ticket System raus bekommen.
Wäre wahrscheinlich auf zu teuer, da könnt ich auch ein gebrauchtes Board kaufen.

Ein Amerikaner von Ebay der diese Mainbaords der Drucker zum Festpreis repariert seine Aussage das der Chip nicht programmiert wird, es aber in China fast nur M66291-GP2 chips zu niedrigen preisen zu finden sind.
Er bot mir einen Original aus 2006 von Renesas für 32$ und 11$ Versand an, und meinte die Chinesen Chips "are all counterfeight" und würden nicht funktionieren.

Tja was stimmt jetzt? Ich hab mittlerweile auch per Servicemanual die Roland Teilenummer des Chips ausfindig gemacht, mit der hab ich in Italien einen Shop gefunden der diese Nummer führt aber nicht auf Lager hat.

Ich werde jetzt rechargieren ob der Shop original Ersatzteil von Roland mit dem Chip vertreibt, dann geh ich das Risiko ein und kauf den.

Gruß JeeAre

EDV-Dompteur

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6

Freitag, 20. November 2020, 14:14

Asche auf mein Haupt das war gestern so zwischen ins Bett gehen und schon halb schlafen. :-S
Deine Missetaten seien Dir vergeben. :315:


Renesas sagt das der Chip programmierbar ist und es eine Firmware gibt, Anleitung nur in Chinesisch und mit Renesas Tools möglich die nicht mehr zu beziehen sind.
Also ich konnte im Datenblatt nichts finden, das die Bezeichung "Firmware" rechtfertigen könnte.
Dass man bei diesem Chip ein paar fixe Werte in irgendwelche Register schieben kann, ist eine ganze Hausnummer unterhalb dessen, was eine richtige Firmware tut. Eine Firmware enthält ausführbaren Programmcode, nicht bloß statische Parameter.
Daher würde ich die Aussage des Renesas-Technikers nicht für allzu bare Münze nehmen.

Vor wenigen Jahren telefonierte ich mal mit dem Mitarbeiter eine Firma, die nachleuchtende und auch UV-aktive Farbstoffe herstellt. Ich brauchte einen Farbstoff, der bei einer bestimmten UV-Wellenlänge fluoresziert. Also eine Farbe, die nicht wahrnehmbar lange nachleuchtet, sondern nur genau so lange leuchtet, wie sie mit UV-Licht bestrahlt wird.
Wie sich im Gespräch rasch zeigte, war besagtem Mitarbeiter der Unterschied zwischen Fluoreszenz und Phosphoreszenz gar nicht geläufig.


Er bot mir einen Original aus 2006 von Renesas für 32$ und 11$ Versand an, und meinte die Chinesen Chips "are all counterfeight" und würden nicht funktionieren.
Dass die chinesischen Chips "counterfeight" sind, davon ist in der Tat auszugehen. Was aber nicht automatisch bedeutet, dass sie nicht funktionieren. Es ist leider immer ein Glücksspiel.

Auch bei Chips amerikanischer "Hersteller" dürfte es zumeist so sein, dass die Fabriken in Wahrheit in China sitzen.
Und wenn die nicht nur zwei Schichten pro Tag fahren, sondern noch auf eigene Faust eine Nachtschicht einlegen, in der sie am Auftraggeber vorbei produzieren und damit den Schwarzmarkt fluten, dann sind diese Chips mit den Originalen identisch.
Falls das für die Fabrik derart plump nicht möglich sein sollte, weil der offizielle Hersteller (Renesas) ein zu waches Auge auf das dortige Geschehen wirft, dann stecken sie die Fertigungsdaten womöglich anderen, "befreundeten" Fabriken, die dann die dreckige Arbeit tun. Das wären dann tatsächliche Kopien, die aber den Originalen hinreichend ähnlich sein dürften.
Darüber hinaus wird es sicherlich Betriebe geben, die solche Chips einfach komplett reengineeren und nachbauen, nachdem sie ein paar Originale hinlänglich untersucht haben.

Die Chinesen können einerseits den größten Müll produzieren, zugleich sind sie heutzutage aber auch bestens mit echten High-Tech-Ferigungsverfahren ausgestattet und können daher auch erstklassige Artikel produzieren.
Man weiß es bei Artikeln aus China leider nie so genau, was man am Ende erhält.

Ulkig finde ich jedenfalls die Aussage von Renesas, dass diese sagenhaften Tools nicht mehr erhältlich sein sollen, mit denen die angebliche "Firmware" in den Chip gebraten werden kann.
- Nun, wenn das zutreffen sollte, dann wäre ja auch Renesas himself nicht mehr in der Lage, Dir den Chip zu liefern. Die werden schließlich nicht ausgerechnet den für Deinen uralten Drucker mundfertig "programmierten" Chip auf Lager liegen haben.
Ich vertraue dieser sonderbaren Aussage kein Stück!
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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7

Freitag, 20. November 2020, 21:31

Namen geändert und muss von unten nach oben gelesen werden!

Zitat




Dear Mirko Mueller,



It is described in the application note linked below.
However, it only exists in Japanese.

https://www.renesas.com/jp/ja/doc/produc…03_m66291ap.pdf



The following materials may be your help as examples of programming.

We apologize for the inconvenience, but there are no other materials available.

USB ASSP Evaluation MotherBoard M3A-0033 Manual - https://www.renesas.com/en-eu/doc/produc…0005_e0033b.pdf

M66291GP Utility Board M3A-0032 Instruction Manual - https://www.renesas.com/en-eu/doc/produc…0006_e0032b.pdf



Best Regards,
Renesas Electronics


11/19/2020 09:05 AM

There can i get Information how to programm a m66291gp ?

best regards


11/19/2020 08:50 AM

Dear Mirko Mueller,



Thank you for contacting Renesas Electronics.

The answers are listed below.



1. These chips are compatible?

<Answer>

We can't answer.

M66291GP is our product, but we don't know the part number M66291GP2.



2. Must these chips programmed?

<Answer>

M66291GP must be programmed.

We don't know the part number M66291GP2.



3. Where can i find a Datasheet for Gp2 IC i only find the GP Datasheet (it is compatible then forget this question)

<Answer>

We don't know the part number M66291GP2.



4. give it fake chips in China ?

<Answer>

We don't know.

However, the possibility cannot be denied.



5. i changed a m66291-gp with a m66291gp2 and i get the device not Working, USB Device descriptor request failed in Windows 10 and Linux dmesg.

<Answer>

We can't answer because we don't know M66291GP2.



Best Regards,
Renesas Electronics


11/19/2020 08:26 AM

Hello,


i have a question about the M66291GP and GP2.

1. These chips are compatible?

2. Must these chips programmed?

3. Where can i find a Datasheet for Gp2 IC i only find the GP Datasheet (it is compatible then forget this question)

4. give it fake chips in China ?

5. i changed a m66291-gp with a m66291gp2 and i get the device not Working, USB Device descriptor request failed in Windows 10 and Linux dmesg.


thx and regards






Ich habe jetzt alle Leitungen vom Chip zu den jeweiligen anderen Chips durchgemessen, die sind alle ok.
Der Microcontroller ist ein Latica Mach2, ich denke mal wenn der ein weg hätte würde vermutlich noch mehr nicht funktionieren.

Ich hab jetzt wen gefunden der Audiogeräte repariert und den Chip wohl auch auf Lager hat für 23€ ... der kann aber auch keine Infos zu dem chip selbst geben.

Ich hab derzeit kein Plan mehr.

gruß jr

8

Samstag, 21. November 2020, 01:03

Mir fällt gerade ein das an dem Chip ein 12mhz Quarz dran hängt, den ich vielleicht etwas zu heiß hab werden lassen beim Heißluftlöten.
Die sind doch recht Wäremempfindlich oder?
Gibt es eine möglichkeit ohne Osziloskop den zu testen?

Gruß jr

EDV-Dompteur

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9

Sonntag, 22. November 2020, 12:44

Ich hab jetzt wen gefunden der Audiogeräte repariert und den Chip wohl auch auf Lager hat für 23€ ... der kann aber auch keine Infos zu dem chip selbst geben.

Ich hab derzeit kein Plan mehr.
Wieso hast Du keinen Plan mehr?
Wenn Du der Meinung bist, dass der Chip defekt ist und jemand diesen Chip liefern kann, wo ist denn dann noch ein Problem?

Diese komischen Tools von Renesas programmieren (sofern ich nichts übersehen habe) nicht etwa den Chip himself, sondern den Mikrocontroller auf dem Demo-Board, damit der dann den Chip passend parametriert.
In Deiner Schaltung wird der darin vorhandene Prozessor/Controller diesen Job tun. Du brauchst also nach meinem Ermessen keine Tools, sondern der Chip kann einfach direkt ausgetauscht werden.
- Irrtümer vorbehalten, aber so stellt es sich mir dar.


Mir fällt gerade ein das an dem Chip ein 12mhz Quarz dran hängt, den ich vielleicht etwas zu heiß hab werden lassen beim Heißluftlöten.
Quarz, oder Quarzoszillator?


Die sind doch recht Wäremempfindlich oder?
Puh, also mir ist es noch niemals gelungen, einen zu schrotten, aber mit genügend Gewalt kriegt man natürlich alles kaputt.


Gibt es eine möglichkeit ohne Osziloskop den zu testen?
Wenn es ein Quarz ist und kein Quarzoszillator, dann ist es selbst mit einem Oszi schwierig, weil die Impedanz des Tastkopfes die Arbeit des Quarzes behindert.
Ein Quarzoszillator hingegen, ist intern gepuffert, da wandert nicht gleich die Frequenz sonstwohin, wenn man sich bloß mit der Hand nähert, oder gar einen Tastkopf kontaktiert.

Es wäre mit dem Oszi dennoch überprüfbar, aber etwas tricky.
Ohne Oszi müsste man etwas basteln, aber der Aufwand lohnt sich nicht, da kauft man lieber ein Oszi und hat seine Ruhe.

Der Hinweis mit dem Quarz ist aber nicht schlecht, denn manche USB-Probleme sind daruaf zurückzuführen, dass der Quarz in der Frequenz gedriftet ist und irgendwie ein Stück neben seiner nominalen Frequenz schwingt. Ich kenne das von USB-Sticks.
Quarze sind so empfindlich, dass sie schon dann driften (gar nicht mal unerheblich!), wenn man bloß mit der Hand in die Nähe kommt, weil man dadurch kapazitiv auf die Schaltung einwirkt.

In vielen Designs sind am Quarz zwei winzige Kondensatoren bestückt (wenige Picofarad), die sog. "Ziehkapazitäten".
Mit der Hand in der Nähe "zieht" man kapazitiv am Quarz und verändert somit dessen Schwingverhalten.

Das sind so die Effekte, warum ich immer wieder sage, dass Messinstrumente lügen, bzw. dass jedes Messergebnis stets interpretiert werden muss. Man beeinflusst die Schaltung durch den Messvorgang.
In puren Digitalschaltungen hat man wenig Probleme damit, aber sobald es um Analogtechnik geht, wird es schnell "esoterisch". Da kommt es einem manchmal so vor, als ab man mit der Wünschelrute unterwegs wäre. Alles beeinflusst sich gegenseitig, ohne dass überhaupt eine Berührung erforderlich wäre.

Also mir würde es gelingen, den Quarz zu überprüfen. Mein Mittel der Wahl wäre ein Oszi, wobei ich versuchen würde, das elektrische Wechselfeld berührungslos, kapazitiv einzufangen, ähnlich wie mit meinem geliebten Tapir. "Wünschelruten-Modus" nenne ich das gerne, so mit einem zwinkenrden Auge.


Du kannst aber auch pragmatischer vorgehen.
Zunächst einmal gibt es ein Tool, das alle jemals an den PC angestöpselten USB-Geräte auflistet:
https://www.heise.de/download/product/usbdeview-42422

Wenn dieses Tool Deinen Drucker nicht erkennt, dann kannst Du auf Verdacht den Chip, den Quarz und die Ziehkapazitäten austauschen.

Generell kann man in Geräte, mit denen man keine große Erfahrung hat, ja endlos viel Zeit investieren und den großen Detektiv spielen.
Manchmal ist es aber einfacher, schlicht die in Betracht kommenden Bauteile auf Verdacht auszutauschen.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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Sonntag, 22. November 2020, 15:36

Quarz, oder Quarzoszillator?

Ein SMD Quarz 5032 12Mhz vermute ich mal, die Kapazitäten sind mit 22pf im Schaltplan angegeben. Ich hab jetzt bei RS Online erstmal Welche Bestellt SMD 5032 12Mhz. Die Kapazität wird dort mit 18pf angegeben muss ich dann die Kapazitäten auch wechseln?
Es würde ja schon Sinn ergeben das Der USB Controller als solches als unbekannter detektiert wird wenn der quarz nicht schwingt und die Interne CPU des Chips die nicht mit der Busleitung kommunizieren kann um die Konfiguriationsdaten zu empfangen.

Diese komischen Tools von Renesas programmieren (sofern ich nichts übersehen habe) nicht etwa den Chip himself, sondern den Mikrocontroller auf dem Demo-Board, damit der dann den Chip passend parametriert.
In Deiner Schaltung wird der darin vorhandene Prozessor/Controller diesen Job tun. Du brauchst also nach meinem Ermessen keine Tools, sondern der Chip kann einfach direkt ausgetauscht werden.
- Irrtümer vorbehalten, aber so stellt es sich mir dar.


Ja das hab ich mir auch gedacht, war mir nur nicht 100% sicher aber danke! Deswegen war ich von der Asusage des renesas Mitarbeiters etwas verwundert.

Puh, also mir ist es noch niemals gelungen, einen zu schrotten, aber mit genügend Gewalt kriegt man natürlich alles kaputt.

Das Problem war der 1.Reparaturversuch von wem anders (laut vorbesitzer eine Firma die auf sowas spezialisiert ist) haben den Chip eingeklebt, mit Silikon auf jeden Fall lies er sich nicht bei 330grad heißluft lösen. ich dachte schon ich bin doof und hab halt die temp hochgedreht, der chip war ja eh nicht zu retten, nur an den Oszi hab ich nicht gedacht. War dann knapp vor 500Grad bis es mir gereicht hat und ich die beine vom Chip abgetrennt hab. Als er dann immer noch nicht abging wurde mir Klar hier sind andere kräfte am Werk.
Jetzt fragt sich halt ob so ein kristall das aushält oder nicht, ich hab Gehört/gelesen das die dann nicht mehr in der richtigen Frequenz schwingen.

Also mir würde es gelingen, den Quarz zu überprüfen. Mein Mittel der Wahl wäre ein Oszi, wobei ich versuchen würde, das elektrische Wechselfeld berührungslos, kapazitiv einzufangen, ähnlich wie mit meinem geliebten Tapir. "Wünschelruten-Modus" nenne ich das gerne, so mit einem zwinkenrden Auge.

Funktioniert das so ähnliche wie deine kleinen Spulendetektoren für Laptop reglerprüfung? Gibts was zu lesen von dir dazu? :)

gruß JeeAre

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11

Dienstag, 24. November 2020, 12:22

Ein SMD Quarz 5032 12Mhz vermute ich mal, die Kapazitäten sind mit 22pf im Schaltplan angegeben. Ich hab jetzt bei RS Online erstmal Welche Bestellt SMD 5032 12Mhz. Die Kapazität wird dort mit 18pf angegeben muss ich dann die Kapazitäten auch wechseln?
Die Frage kann ich nicht mit Sicherheit beantworten.
Der Unterschied zwischen 18pF und 22pF ist natürlich gering.
Aber solche Kondensatoren kosten doch nur Centbeträge, es spricht doch nichts dagegen, einfach beide Varianten mit zu bestellen und gegebenenfalls den anderen Wert zu bestücken, falls die Funktionalität weiterhin zicken sollte.


Jetzt fragt sich halt ob so ein kristall das aushält oder nicht, ich hab Gehört/gelesen das die dann nicht mehr in der richtigen Frequenz schwingen.
Du bist natürlich echt hart vorgegangen.
Also wenn das Lot an benachbarten Bauteilen ordentlich schmilzt, ein bestimmtes Bauteil aber weiterhin nicht raus will, dann ist es offkundig eine schlechte Idee, die Temperatur einfach immer höher und höher zu drehen.
Genug ist genug! Wenn es trotzdem nicht geht, dann wurde halt Kleber eingesetzt. Das ist dann echt doof, aber wenn man den mit Lösungsmitteln nicht weg kriegt und das Bauteil partout raus muss, weil man es eh ersetzt, dann mag man Übertemperatur ausprobieren, in seiner Not. Nur ist es dann klar, dass man alle direkt benachbarten Bauteile hinterher gleich mit austauschen muss.
Mit gar zu hoher Temperatur kann man aber sogar die Platine selbst schädigen, dann wird es richtig unwitzig.

Bekanntlich löte ich sebst besonders gerne mit einer Heißluftpistole.
Von der weiß ich, dass die Temperatur auf kleiner Stufe perfekt ist. Damit kriege ich garantiert jedes Lot geschmolzen, kriege aber ebenso garantiert keine Bauteile zerstört - mit Ausnahme der FPC-Verbinder für Flachkabel. Die erfordern halt betonte Sorgfalt und tunlichst auch die Verwendung von Unterwärme.

Du solltest mal eine umfangreiche Testreihe machen, um bei Deinem Equipment die korrekte Temperatureinstellung herauszufinden, mit der einerseits garantiert jedes Bauteil heraus kommt, zugleich aber noch keine Schäden entstehen.
Sobald diese perfekte Temperatur gefunden ist, macht es Null Sinn, sie höher zu drehen, wenn ein Bauteil nicht raus will. Das hat dann halt andere Gründe, wie eben Kleber.


Funktioniert das so ähnliche wie deine kleinen Spulendetektoren für Laptop reglerprüfung? Gibts was zu lesen von dir dazu? :)
Äh, jain.
Nicht ganz.

Meine Indikatoren räubern auf induktivem Weg Energie aus dem wechselnden Magnetfeld der Schaltwandlerspule.
Mein erwähntes Messprinzip würde dagegen das elektrische Wechselfeld kapazitiv aufnehmen. Genau wie der Tapir aus meinem Video #004.

Je höher die Frequenz ist, umso besser gelingt diese kapazitive Methode. 12 MHz sind schon richtig ordentlich viel, da wird das supergut klappen.
Es klappt aber auch schon bei viel viel tieferen Frequenzen, sogar bei 50Hz.
Teste es doch mal: Du kannst mit einem Multimeter unter Putz verlegte Leitungen aufspüren!
Stelle dazu das Multimeter in den Wechselspannungsbereich, nimm die eine Messspitze fest zwischen zwei angefeuchtete Finger und fahre mit der anderen Messspitze an der Wand entlang.
Dort, wo Du die höchste Spannung misst, liegt die Leitung unter Putz.

Bekanntlich verlaufen Leitungen zu Steckdosen und Lichtschaltern in aller Regel senkrecht in der Wand.
Wenn Du also mal mit der Messspitze oberhalb eines Lichtschalters hin und her fährst, dann wirst Du merken, dass das recht gut klappt.
Setze dazu nicht etwa die Spitze senkrecht auf die Wand (wie einen Nagel), sondern drücke sie flach gege die Wand, in vertikaler Ausrichtung. So ist die aktive Fläche größer, weswegen mehr vom elektrischen Feld kapazitiv eingefangen werden kann.
Achte darauf, dass auch die Messleitung selbst Feld einfängt, die Leitung sollte daher frei von der Wand weg baumeln, um das Ergebnis nicht so sehr zu beeinflussen.

Mit dem Oszi geht das natürlich noch viel besser, als mit dem Multimeter.
Damit kann man auch bei bei Chips berührungslos gut zwischen "tot" und "tut noch was" unterscheiden.

In Deinem Fall könnte man auch mit dem Multimeter klar kommen, sofern man Lust hat, sich was zu basteln.
Einfach einen Schwingkreis aus Spule und Kondensator basteln, dessen Resonanzfrequenz bei 12MHz liegt. Diode dahinter, die einen kleinen Kondensmann lädt, dann lässt sich dessen Spannung mit dem Multimeter messen. Das ermöglicht dann eine klare Unterscheidung zwischen "Schaltung eingeschaltet, Quarz schwingt" und "nicht eingeschaltet, nix schwingt".

Solche Sachen muss man aber unbedingt selbst ausprobiert haben, um ein Gefühl dafür zu kriegen.

Es gibt noch allerlei andere Methoden, wie SDR, oder einfach ein oller Weltempfänger, der für 12MHz taugt.
Nichts ersetzt eigene Experimente, damit man die Tauglichkeit einzuschätzen vemag. Denn all das sind ja bloß bessere Wünschelrutengänge, aber keine präzisen Messmethoden. Trotzdem kommt man mit etwas Erfahrung sehr gut mit solchen improvisierten Methoden klar.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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