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Freitag, 18. Dezember 2020, 10:15

ASUS Zenbook UX510U - Keine 19V, keine LEDs

Guten Morgen zusammen,

ich habe jetzt mal ein bisschen Zeit, um von dem o.g. Laptop zu berichten. Das ganze war zugegebenermaßen nicht ganz so einfach, wie ich mir das Anfangs vorgestellt und ich habe auch einige Fehler gemacht, welche ich hier auch nicht schön reden werde. Nichts desto trotz bin ich zu einer Lösung gekommen:

Das Gerät landete bei mir auf dem Tisch, nachdem der Vorbesitzer das Keyboard getauscht hatte. Natürlich war das erste was ich gemacht habe, das Keyboard wieder auszubauen. Denn ich hab schon von Tastaturen gehört, die so defekt waren, dass diese das komplette System lahm gelegt haben... aber Pustekuchen, immer noch keine Reaktion!
Ein bisschen Erheiterung gab es trotzdem, denn die Tastatur hatte sich nach dem Ausbau umgehend wie so ein Karnevals-Luftrüssel aufgerollt, kein Scherz... so etwas habe ich auch noch nicht gesehen... :D

Also erstmal die üblichen Messungen bis Punkt 6 durchgeführt (siehe https://www.edv-dompteur.de/forum/index.…ad&threadID=302). Ich hatte bereits an Drain des ersten Mosfets keine Spannung mehr. Hier war also irgendwas oberfaul. Die erste Prüfung in so einem Fall ist natürlich, ob die Mosfets in Ordnung sind. Also System vom Netz genommen beide Mosfets mit eine Pinzette an allen Pins kurzgeschlossen und auf Widerstand hin überprüft und zwar in dieser Reihenfolge: Von Drain zu Source, von Gate zu Source und von Gate zu Drain. Keine Auffälligkeiten, sprich: keine Niederohmigen Werte. In dem Fall sollte der Blick sofort zum Lade-Controller gehen, da dieser die beiden Mosfets mit Gate-Spannung versorgt, in meinem Fall ein Texas Instruments BQ24780S.




Pin 28 = 0V, d.h. ich habe nicht einmal Eingangsspannung bekommen. Ich habe dann die Rail zurückverfolgt und ziemlich schnell einen 10Ohm Widerstand ausgemacht, der irgendwie nicht mehr ganz sauber aussah. Die Messung hat einen Widerstand von mehreren KiloOhm ergeben, was natürlich deutlich zu viel ist für einen 10 Ohm Widerstand. Auf der linken Seite stabile 19V und auf der rechten Seite nichts.



Also habe ich schnell nach Ersatz gesucht, eingelötet und das Netzteil eingesteckt... Dummer Fehler! Ich hatte den neuen Widerstand instant zerbrutzelt, weil ich den Widerstand der VCC-Rail gegen Masse nicht geprüft habe (Kurzschluss!). Gut, wenigstens war nun klar, dass es offensichtlich den Ladecontroller zerschossen hatte. Und welch ein Glück: ich habe das gleiche Modell auf einem meiner Spender-Boards gefunden. Nach ein bisschen herumlöterei war ich dann soweit, einen Funktionstest zu starten. Ich habe diesmal sogar VCC auf Kurzschluss hin überprüft und es war alles im grünen Bereich... :)

Dummerweise tat sich nun ein neues Problem auf. Der Controller wurde zwar mit VCC versorgt, ich bekam auch 2,7V ACDET, aber es wollte auf Teufel komm raus einfach kein REGN, also die 6V LDO, aus dem IC kommen. Kein Kurzschluss. Es blieb mir also nichts anderes übrig als einen neuen IC zu bestellen. Gesagt, getan, neuen IC eingelötet, aber WTF?! Gleiches Fehlerbild!

Selbstzweifel kamen auf... "Bin ich etwa nicht fähig einen Ladecontroller intakt auf das MB aufzulöten?". Damit konnte ich mich natürlich nicht abfinden und hab dann solange an dem Chip herum gelötet, bis der Kurzschluss an VCC wieder da war und den Widerstand natürlich gleich wieder mit zerschossen hat... Gratuliere, Herr Otte!

Ich musste nachdenken und habe viel auf dem MB herum gemessen, die KerKos auf der 6V Rail getauscht, etc., konnte aber nichts handfestes finden. Nach ein bisschen fachsimpeln mit meinen englischen Kollegen bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass beim einlöten irgendwas schief gelaufen ist und ich es, mit höchster Konzentration, nochmal versuchen sollte. Aber sicher war ich mir meiner Sache nicht, deshalb habe ich mir direkt 2 ICs bestellt, wegen der Sicherheit und so...

Als es dann soweit war und ich nun ein drittes mal den IC getauscht habe geschah folgendes: Ich bekam ein Bild und das Board lief als wäre nie etwas gewesen... :)

Einziger Wermutstropfen: Der Akku ist platt, ließ sich auch mit dem Labornetzteil nicht mehr wiederbeleben und das Keyboard ist natürlich auch hin...

Und was ist die Moral von der Geschicht? Niemals aufgeben, vor allem wenn man sich nur selbst im Weg steht! :)

Viele Grüße!

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2

Freitag, 18. Dezember 2020, 13:34

Ich hatte bereits an Drain des ersten Mosfets keine Spannung mehr.
Bist Du Dir sicher, dass Du da nichts vertüddelst?
Drain des ersten MOSFETs sollte beim BQ24780S doch eigentlich zur Buchse gehen. Da muss also auf jeden Fall Spannung anliegen, sofern die MOSFETs OK sind.


Einziger Wermutstropfen: Der Akku ist platt, ließ sich auch mit dem Labornetzteil nicht mehr wiederbeleben und das Keyboard ist natürlich auch hin...

Und was ist die Moral von der Geschicht? Niemals aufgeben, vor allem wenn man sich nur selbst im Weg steht! :)
Na, wenn Dein Motto ist, niemals aufzugeben (auf diese Philosophie einzugehen schenke ich mir jetzt mal), dann gebe den Akku mal noch nicht auf.
Bei vielen Notebook-Akkus ist es völlig normal, dass man an den Anschlüssen keine Spannung messen kann, weil im Akku eine Elektronik verbaut ist, mit einem MOSFET in Reihe. Wenn der sperrt, dann ist da nichts zu messen und das Laden wird ebenfalls nicht klappen.

Zenbooks nehme ich gar nicht zu Reparatur an, aber ich vermute stark, dass sich auf dem Mainboard zwei kleine Taster befinden.
Wenn ja: Einer davon detektiert es, ob das Gehäuse geöffnet, oder geschlossen ist.
Der zweite dient dazu, den Akku zu resetten.

Ansonsten mal einen CMOS-Reset durchführen.
Wenn es nicht hilft, die BIOS Defaulteinstellungen laden.
Und eventuell im Hardwaremanager den Akku deinstallieren und neu installieren.

Natürlich kann es sein, dass der Akku tatsächlich platt ist, aber Akkuprobleme können viele ganz andere Ursachen haben, darum hier nicht zu schnell aufgeben.
Macht Technik dir das Leben schwör, ruf' schnell den EDV-Dompteur! ;-)

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3

Freitag, 18. Dezember 2020, 13:41

Jetzt verwirrst du mich aber wirklich. So wie ich das gelernt habe geht die Spannung aus der Buchse doch zu Source und wird durch das Gate-Signal zu Drain durchgeschaltet (in meinem Nicht-Elektroniker-Jargon)? Ein einfacher Switch halt, nichts besonderes. Wir meinen auf jeden Fall beide das gleiche.

Die Sache mit dem Akku, das prüfe ich jetzt nochmal. Siehst du, da kommen wieder meine fehlenden Erfahrungswerte ins Spiel. Ich wusste einfach nichts davon... :D

EDIT: Also ich hab jetzt nochmal kurz rein geschaut. Konnte soweit keinen Taster entdecken. Die Batterie reagiert auch sehr seltsam. Zeigt null Spannung. Wenn ich versuche mit dem Labornetzteil zu laden (11,4V 0,4A, sprich 10% der Stromstärke) dann funktioniert das für exakt 1 Sekunde und dann wird keine Last mehr angezeigt. Der Akku hält für ein kurzes Weilchen etwa 9V und stirbt kurz darauf wieder.

Also ich habe da keine Idee mehr zu. Mir wurde gesagt, der BMS ist wohl in "permanent failure" und da gibt es nichts mehr zu tun. Und ich hab einfach zu wenig Ahnung davon... :)

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4

Freitag, 18. Dezember 2020, 14:16

Jetzt verwirrst du mich aber wirklich. So wie ich das gelernt habe geht der Saft aus der Buchse doch zu Source und wird durch das Gate-Signal zu Drain durchgeschaltet
Die Notebook-Eingangsstufe besteht immer aus zwei MOSFETs, in antiserieller Schaltweise.
Das heißt, bei einem der beiden MOSFETs liegt die interne Bulk-Diode in Flussrichtung, beim anderen MOSFET aber in Sperrrichtung.

Man kann das mit zwei P-Kanal-, wie auch mit zwei N-Kanal-MOSFETs realisieren.

Die typische Schaltvariante für N-Kanal-MOSFETs ist so, wie im Datenblatt des BQ24780S angegeben.
Da geht der Saft von der Buchse aufs Drain des ersten MOSFETs. Beide MOSFETs sind dann mit den Source-Anschlüssen verbunden.
Der Ausgang der Gesamtschaltung ist dann der Drain des zweiten MOSFETs. Von da geht es in der Regel dann zum Shunt (der grundsätzlich aber auch woanders bestückt sein kann) und dahinter beginnt die Systemrail.

Generell können Mainboarddesigner sonstwas treiben, aber so sieht die Standard-Schaltung für N-Kanal aus.

Diese Schaltvariante erfüllt mehrere Zwecke.
So dient sie auch dem Verpolschutz, was wichtig sein kann, wenn das Notebook mal mit einem Universalnetzteil betrieben wird, das eine umgekehrte Polung erlaubt (manche tun das!).
Weiterhin verhindert die Schaltung, dass bei eingestecktem, aber ausgeschaltetem (oder nicht mit 230V verbundenem) Netzteil Strom vom Akku, über die Systemrail, rückwärts ins Netzteil hinein fließen kann.

Was den Verpolschutz betrifft, ergreifen die Hersteller manchmal noch Zusatzmaßnahmen, mit weiteren Bauteilen, aber oft tun sie es auch nicht.
Jedenfalls braucht man unabdingbar zwei antiseriell geschaltete MOSFETs, um die genannten Funktionalitäten abzudecken.
Und bei N-Kanal macht man es halt typischerweise so, dass das Drain des ersten MOSFETs der Eingang der gesamten Eingangsschaltung ist.
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5

Freitag, 18. Dezember 2020, 14:58

Habe gerade Dein Edit gesehen.

Also wenn ich mir Bilder im Internet von dem Ding ansehe, dann entdecke ich auch keine Tasterchen. Auch kein kleines Löchle auf der Unterseite, durch das man bei manchen Kompaktgeräten per Büroklammer den Reset-Taster betätigen kann.

Dass Deine Ladeversuche scheitern, muss wie gesagt nichts bedeuten. Notebook-Akkus haben Eigenintelligenz verbaut und können beliebig störrisch sein, wenn sie sich nicht per SMBus angesprochen fühlen.
Ist halt nicht wie in der guten, alten Zeit, beim KFZ-Akku. :-)

Aber was bittschön, ist der "BMS"?

Jedenfalls: Wenn das MB tatsächlich keine Taster, Hall-Sensoren etc. hat, dann muss es ja sogar umso mehr per Software möglich sein, den Akku zu resetten. Siehe meine erste Antwort.
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6

Freitag, 18. Dezember 2020, 17:15

Ich bin mir sicher, ich hab den full Reset einige Mal zwischendurch gemacht, während der Reparatur, aber ich prüfe das nochmal.

Was das BMS angeht, bin ich Mal so frei und zitiere nen Kollegen:

Zitat

Lets talk a little bit about batteries. Inside laptop batteries, and in various other power tools batteries and similar stuff (doesnt apply for single cells usually), there is a circuit called BMS - battery management system. That circuitry manages whole battery pack, measures every individual battery voltage (or voltage of multiple batteries if they are connected in parralel), usually measures temperature in a 2-3 spots in laptops battery pack, controlls cells balancing. We really often get a question - can i "re-cell" my laptop battery to get some life to it. Short answer - no. When you disconnect any of the cells, BMS instantly enters permanent failure mode, and even when new good cells are placed in place, BMS wont "talk" to computer, battery wont be recognized nor charged. It is possible to "erase" flag and "reset" BMS, but usually it is programmed, you would need tools and software to program it, + BMS firmware itself. Also, that IC is usually locked, so you would also need a key to even program it, which makes this job not economically viable. On top of that, when connecting cells, you would have to use good quality cells, properly balance them before placing them in, spotweld them, and in the end realize that cells costed you close to a new battery pack.. Another popular case is when battery just stopped working - thats also usually BMS entering into permanent failure mode. If it did so - it did for a reason. For example, it should enter in such mode if too high disballancing between the cells happens, if voltage drops below safe threshold, etc..

7

Sonntag, 20. Dezember 2020, 13:10

Also, ich habe den alten Akku nicht wieder beleben können. Der Austausch Akku funktioniert hingegen tadellos. Ich denke, ich werde es wohl dabei belassen müssen. Jetzt kommt nur noch die neue Tastatur rein und dann kann das Gerät wieder auf die Reise gehen.

Viele Grüße

8

Sonntag, 3. Januar 2021, 23:28

Also, ich hatte das Gerät noch weitere zwei frustrierende Wochen im Bestand, da ich nach wie vor Probleme hatte.

Das Gerät ließ sich auch mit der Austausch-Batterie partout nicht laden, obwohl es anfangs so aussah. Also musste ich weiterhin von einem Defekt im Charging Circuit ausgehen.

Zunächst Mal war es anscheinend wichtig, generell Mal Datum und Uhrzeit einzustellen (im BIOS oder durch Durchbooten ins Windows).

Danach konnte der Akku immerhin nach einem "Kaltstart" geladen werden. Also sämtliche Spannung entfernt, erst Akku dran und dann die Batterie.

Sobald ich das Ladegerät jedoch abgeklemmt hatte, begann die Lade-LED Orange an zu blinken und nichts ging mehr. Das Gerät lief weiter im Akku-Modus, ließ sich jedoch nicht mehr laden, bis der Akku alle war. Die blinkende LED blieb die ganze Zeit an, selbst wenn das Gerät ausgeschaltet war. Außerdem hat mir Windows stets angezeigt, dass das Ladegerät angeschlossen ist. Sehr verwirrend das Ganze.

Die Wurzel allen Übels war eine Schottky-Diode. Pin 1: +BATT, Pin 2: +DC-IN, Pin 3: Ausgang zu VCC des Ladecontrollers.

Die Diode verhielt sich zwischen Pin 2 und 3 wie ein Kabel, also fast 0V im Diode Mode. Zwischen Pin 1 und 3 bekam ich jedoch ein O.L. also keine Verbindung. Nachdem Austausch der Diode war (fast) alles wieder in Ordnung und das Gerät verhielt sich wie es soll.

Ich hatte danach immer noch Probleme, diesmal mit der Grafikkarte. Treiber ließen sich nur mit Nachdruck installieren und die VCore Spannung war am hoch und runter springen, also alles andere als stabil. Der Grund war, dass ich testweise ein anderes BIOS einprogrammiert hatte. Dieses hat mein Board wohl etwas verwirrt. Nach dem einspielen des Backups war alles wieder okay. :)

Netter Nebeneffekt: Der ursprünglich für defekt gehaltene Akku funktioniert jetzt auch wieder und hält satte 3 Stunden durch.

Viele Grüße


PS: Das Gerät wird mich in meinen Träumen noch einige Zeit verfolgen... :193:

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9

Montag, 4. Januar 2021, 13:53

Glückwunsch zu Deinem Erfolg, Sephir0th! :562:

Es ist wirklich toll mit anzusehen, wie rasch Du richtig gut geworden bist, in Bezug auf Fehlersuche und Reparatur!
Das mit der Diode ist schon ein nicht gerade alltäglicher Fehler. Umso mehr beeindruckt es, dass Du den gefunden hast.
Es ist zwar generell ein auffindbarer Fehler, aber nur für jemanden, der erstens Elektronik-Kenntnisse hat und zweitens zu scharfem Denken fähig ist.

Es freut mich auch, dass der alte Akku noch funzt, wie ich ja bereits vermutet hatte.
Generell kommen für Ladeprobleme sehr viele mögliche Ursachen in Betracht. Da war das mit der Diode noch längst nicht der schwierigste Fall, aber es war eindeutig kein Standard-08/15-Fall.
Fühle Dich also mit Lob überschüttet! :034:
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10

Dienstag, 5. Januar 2021, 03:32

Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Hat mich sehr gefreut dass Du uns auch wissen vermittelst!!
Aber wie hast denn die Diode genau gefunden ich nehme an schaltplan genau studiert? und stand da auch welche Diode man verbaut. Dann wollte ich noch von Dir wissen was für ein Bios update Du eingespielt hattest heist dass man sollte in Zukunft lieber eine ältere und damit erprobte Bios version einspielen?
Vielen Dank im voraus für Antwort

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Dienstag, 5. Januar 2021, 04:35

Aber wie hast denn die Diode genau gefunden ich nehme an schaltplan genau studiert?
Ich bin mal so frei, für Sephir0th zu antworten:
Ja, solche Fehler findet man durch Studium des Schaltplans, bzw. durch aufmerksames Vertiefen ins Datenblatt des Ladecontrollers.
Das Datenblatt ist da sogar mehr wert, als der Schaltplan des Mainboards.

und stand da auch welche Diode man verbaut.
In Schaltplänen sollten solche Angaben natürlich stehen.
Aber wenn wider Erwarten nicht, dann ist das sogar wurscht.
Ich sage frei aus der Leber, ohne den Schaltplan und ohne das Datenblatt angesehen zu haben, dass das eine 08/15 Kleinsignaldiode ist, ohne besondere Anforderungen jedweder Art.
Da kann man so ziemlich alles als Ersatz einlöten, was auf den Namen "Schottky" hört.


Dann wollte ich noch von Dir wissen was für ein Bios update Du eingespielt hattest heist dass man sollte in Zukunft lieber eine ältere und damit erprobte Bios version einspielen?
Und hier vermute ich, dass Sephir0th darüber gestolpert ist, dass EEPROM und EC-Firmware miteinander verzahnt sind.
Da kann man nicht einfach bloß das EEPROM neu kokeln und dann erwarten, dass die Kiste dann läuft. Sondern man müsste dann halt auch noch den Embedded Controller neu flashen.
Darum ist es immer ganz wundervoll, wenn man einen Rechner - notfalls mit Kunstgriffen - zumindest soweit lauffähig kriegt, dass er wenigstens in der Lage ist, sich per DOS-Bootstick ein BIOS rein zu lutschen. Denn dann passieren die notwendigen Sachen automatisch und der EC wird gleich mit programmiert.

Das ist jetzt alles sehr allgemein gesprochen, denn tatsächlich weiß ich es nicht, wie es bei seinem Gerät konkret ist.
Jedenfalls ist es ein gängiger Irrglaube, dass man mit dem Flashen des EEPROMs per Programmiergerät alles notwendige getan hat. Wenn das Binary nicht zum unveränderten Inhalt des ECs passt, dann geht das in die Hose. Und darum war es der Bringer, wieder das zuvor gesichterte Original-Binary zurück zu flashen, nachdem der elektrische Fehler beseitigt war; einfach weil es zum EC-Inhalt passt.
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Donnerstag, 7. Januar 2021, 22:15

Vereinfacht ausgedrückt konnte die Defekte Schottky-Diode nicht mehr von Adapter-Strom auf Batterie-Strom für den Spannungseingang vom Ladecontroller umschalten.

Ich zeige euch Mal was... 8-)


Es ging nicht anders, ich musste mir das ganze Mal etwas aufbereiten...
Auf dem Bild ist deutlich zu sehen wie ich im Akku-Betrieb keine Spannung an VCC habe. Ja, aber nur, wenn man auch hinschaut... :193:

Das ist auch der Grund warum Laden nur funktioniert hat, wenn der Adapter als erstes gesteckt wird, denn nur dann habe ich Spannung an VCC. Sobald ich den Adapter abstöpsel ist VCC Low und kann auch nach dem einstecken nicht wieder auf Adapter-Strom umschalten.
Zugegeben es hat ein bisschen gedauert, bis ich dahinter gekommen bin, habe ja auch alle Daten gesammelt und alles in Frage gestellt. Hatte u.a. den Widerstand nach SDA und SCL unter Verdacht, Also Oszi-Time...^^ *********** konnte ich das nochmal abwenden. :D
Aber dann kann der Geistesblitz, zugegeben ich hatte noch ein bisschen Unterstützung. Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Der Rest war dann aber ein Klacks. Batterie-Rail zu VCC verfolgen und schauen wo es nicht mehr weiter geht und das war eben diese Diode.
Summa summarum kommen wir also auf drei Defekte Komponenten: Laderegler, Eingangswiderstand vom Laderegler und Schottky-Diode auf der gleichen Rail.

Viele Grüße


Edit von Schutzmann: Phrase mit Religionsbezug zensiert. Religion ist in diesem Forum strikt tabu!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Schutzmann« (7. Januar 2021, 22:40)


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Donnerstag, 7. Januar 2021, 22:41

@Sephir0th: Beachte mein Edit.

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14

Freitag, 8. Januar 2021, 11:18

Hast Du ernsthaft diese umfangreiche Tabelle erstellt, bevor Du den Fehler fandst?
Das wäre dann ja tatsächlich wie die Sache mit dem Wald und den vielen Bäumen! Du bist dann ja regelrecht mit "Brute Force" an die Sache heran gegangen.

Immerhin: Du hattest Erfolg! Glückwunsch!
Aber ich glaube, mit einem analytischen Blick in den Schaltplan wäre die Ursache sehr viel schneller klar geworden.
Generell hast Du die Fähigkeit, logisch denken zu können. Und der Lerneffekt war hier sicherlich sehr hoch.
Noch ein paar Geräte mehr, um weitere Erfahrungen zu sammeln, dann kannst Du nicht bloß reparieren, sondern sogar schon richtig wirtschaftlich arbeiten.
Wirklich ganz toll, Dein Wachstum hier mitzuerleben!
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Freitag, 8. Januar 2021, 18:49

Erstmal danke für das überschwengliche Lob!

Und was die Zensur angeht: Jetzt ist mir sowas schon wieder heraus gerutscht... Ich betrachte mich als ermahnt.


Die Wahrheit über den Controller ist, mir war nicht bewusst, dass ich auch im Akku-Betrieb diese Spannung benötige bzw. Mir war lediglich klar, dass ich am Eingang natürlich keine 19V anliegen haben kann. Das war der entscheidende Hinweis der mir noch fehlte, bevor mir das Licht auf ging. Ich bin eben nach wie vor Anfänger, habe aber sehr viel draus gelernt... :)

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